Zehn Jahre nach Unruhen in Gujarat: 28 Jahre Haft für indische Ex-Ministerin

Wegen Mordes und Brandstiftung - 96 Tote bei Unruhen vor mehr als zehn Jahren

Neu Delhi - Mehr als zehn Jahren nach den anti-muslimischen Unruhen im westindischen Bundesstaat Gujarat ist eine frühere Ministerin wegen Mordes und Brandstiftung zu 28 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein Gericht in der Stadt Ahmedabad verkündete das Strafmaß am Freitag.

Bereits am Mittwoch hatte es Mayaben Kodnani von der hindunationalistischen Indischen Volkspartei (BJP) und 31 weitere Angeklagte schuldig gesprochen. Nach Ansicht der Richter waren sie Ende Februar 2002 in einem Vorort von Ahmedabad an Angriffen auf Muslime beteiligt, bei denen 96 Menschen getötet worden waren.

Die Ausschreitungen in Gujarat zogen sich über Wochen hin und forderten nach offiziellen Angaben mehr als 1000 Menschenleben. Die meisten Opfer waren Muslime. Ausgelöst wurden die Unruhen durch den Angriff auf einem Zug mit Hindu-Pilgern, bei dem mehr als 50 Menschen starben. Im Zusammenhang mit den Unruhen wurden bereits zahlreiche Täter verurteilt. Weitere Verfahren laufen. Die BJP ist in Gujarat seit 1998 ununterbrochen in Regierungsverantwortung. (APA, 31.8.2012)

  • Mayaben Kodnani muss ins Gefängnis.
    foto: ap/solanki

    Mayaben Kodnani muss ins Gefängnis.

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