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vergrößern 1000x517Der Kuhpopsch durfte als perspektivisch gelungen bezeichnet werden, auch das lümmelnde Schaf und die Ziegen, dazu die angedeutete Bergkulisse, die Malweise insgesamt vielleicht etwas naiv: Der 15-jährige "Fritz" Gauermann malte dieses Bild 1822 und verkaufte es für 20 Gulden (rd. 350 Euro) an seinen Onkel. Vergangenes Jahr wurde es im Dorotheum versteigert und fand (erst im Nachverkauf) für marginale 3690 Euro einen neuen Besitzer. Beispielhaft? Nein.
In ebendieser Auktion buhlte noch ein klassischer Gauermann samt Sennerinnen, schneidigem Jäger und Viecherln um die Gunst des Publikums: Die Alpenwirtschaft am Untersberg, die 1835 über ein Tauschgeschäft im Wert von 250 Gulden (rd. 4740 Euro) in den Besitz Friedrich von Amerlings gelangt war. Knapp 150 Jahre später sorgte das prachtvolle Gemälde erstmals 1984 für Furore, erzielte es im Dorotheum doch ein stattliches Meistbot von einer Million Schilling (rd. 72.670 Euro). Im April 2011 bewilligte ein heimischer Sammler mit netto 260.000 Euro (exkl. Aufgeld) nun den vorläufigen Künstlerweltrekord für Gauermann.
Ein Blick auf die Liste der bislang höchsten Auktionsergebnisse zeigt die klare Dominanz des österreichischen Marktes. Das war schon zu Lebzeiten des Künstlers so, wie seine Aufzeichnungen belegen. Von den rund 380 im Werkverzeichnis gelisteten Gemälden verkaufte er - die zum Territorium der k. u. k. Monarchie gehörenden Länder nicht inkludiert - nur 22 in das Ausland: elf davon nach Deutschland, drei nach Paris oder zwei nach London. Letztere wechselten über eine Widmung 1857 in den Bestand des Victoria & Albert Museum. Eine Ausnahme.
Denn auf dem Ankaufsradar haben internationale Museen Arbeiten Friedrich Gauermanns nicht, wie Roman Herzig (Galerie St. Lucas) bestätigt. Die wenigen Gemälde, die im Laufe der Jahre über den Erbweg oder Emigration heimische Gefilde verließen, finden über Auktionen dann zu 99 Prozent stets in Deutschland oder Österreich eine neue Heimat.
Fazit: Mangels internationaler Nachfrage entwickelte sich der Marktwert seiner Werke in den vergangenen zwei Jahrzehnten nur in sehr, sehr bescheidenem Ausmaß. (kron, Album, DER STANDARD, 1./2.9.2012)
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