"Hasta La Vesta": Abschied von einem Protoplaneten

31. August 2012, 13:49

NASA-Sonde umkreiste den einzigartigen Himmelskörper Vesta für gut ein Jahr und macht sich nächste Woche zu Ceres auf

Katlenburg-Lindau - "Hasta La Vesta" grüßt die NASA auf der Website ihrer "Dawn"-Mission, denn nächsten Mittwoch wird die gleichnamige Raumsonde Vesta nach gut einem Jahr, das sie in einer Umlaufbahn um den Asteroiden verbracht hat, Richtung Ceres verlassen. 2015 soll die vor knapp fünf Jahren von der Erde losgeschickte "Dawn"-Sonde den Zwergplaneten erreichen.

Forscher haben indessen eine dreidimensionale Farbkarte von Vesta erstellt. Auf der Nordhalbkugel ist der Himmelskörper übersät mit Kratern, der größte befindet sich jedoch in der Südpol-Region, wo sich die gigantischen Wälle des Einschlagkraters Rheasilvia erheben. Dieser erstreckt sich über 90 Prozent des Umfangs von Vesta, in seiner Mitte erhebt sich ein Zentralberg, der entstand, als der Kraterboden nach dem Einschlag zurückfederte. Die tiefsten Stellen des Kraters liegen 23 Kilometer unterhalb des Berggipfels.

"Bereits jetzt hat 'Dawn' unser Verständnis des Sonnensystems verändert", erklärte Holger Sierks vom deutschen Max-Planck-Institut (MPI) für Sonnensystemforschung, dessen Forscher die Kameratechnik an Bord der Sonde maßgeblich entwickelt hatten. "Die Daten, die wir bereits ausgewertet haben, zeigen, dass Vesta der einzige bekannte Vertreter einer neuen Klasse von Himmelskörpern ist." Eigentlich sei Vesta mit einem Durchmesser von 525 Kilometern und seiner unregelmäßigen Form ein Asteroid. Die "Dawn"-Sonde habe jedoch gezeigt, dass Vesta wie die Erde aus Kruste, Mantel und Kern aufgebaut ist. Vesta sei der kleinste bekannte Himmelskörper mit diesem Schichtaufbau. Daher sehen die Forscher ihn nun auch als Protoplaneten, der vor 4,5 Milliarden Jahren in seiner Entwicklung stecken geblieben sei. (APA/red, derStandard.at, 31. 8. 2012)

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8 Postings
525km Durchmesser reichen aus, dass ein Himmelskörper ...

... kugelförmig wird? Hätt' ich mir nicht gedacht.

Manche Menschen die man auf der Strasse sind haben einen Radius von 50cm und sind quasi kugelförmig!

also ich find ..

die ansage cool ; )

green.

mfg Fritz

Das ist schon bei einem Durchmesser von 400 km der Fall. Hydrostatisches Gleichgewicht ergibt sich aus dem Gleichgewicht der radial nach außen wirkenden Druckkräften und der ins Zentrum gerichteten Gravitationskraft.

Daraus ergeben sich Maximalwerte und Minimalwerte (diese sind allerdings für eine homogene Kugel mit konstanter Dichte ausgelegt, in der Realität ists etwas komplizierter).

Der Maximalwert liegt ca. 200000 km gerechnet auf 15 Jupitermassen. Und ca. bei dieser Grenze sehen wir den Beginn einer neuen astronomischen Klasse, die der Braunen Zwerge. Hier üben die Elektronen einen zusätzlichen Druck entgegen der Gravitation aus, aufgrund der teilweisen Entartung der Elektronen, wegen des Pauli-Prinzip.

Bei Sternen sind die nach außen gerichteten Druckkärfte und der Gegendruck der Elektronen zu schwach und unterliegen der Gravitationskraft, hier gibt es den Gegendruck durch die Strahlung.

Der Minimalwert liegt bei ca. einen Radius von 200 km.

Danke für diese sehr gute Erklärung!

So mehr oder weniger. Wenn der Gipfel 23km über der Kratermulde liegt dann ist das bezogen auf die 525km Durchmesser schon eine ordentliche Beule.
Hier ein Foto:
http://www.nasa.gov/mission_p... image.html
Ist schon kugelig, aber im Gegensatz zu z.B. Mars oder Merkur deutlich verbeulter.

Erinnert mich irgendwie an den Himmelskörper des Kleinen Prinzen (ok, ist aber nicht "l'astéroïde B 612")

Ja klar ist das noch ein wenig ausgebeult, aber schaun Sie sich das mal ...

.. in ein paar Millionen Jahren an!

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