Zwei Igelbabys in Niederösterreich gerettet

  • Die Babys werden mit der Flasche aufgezogen.
    foto: egs/sigrid frey

    Die Babys werden mit der Flasche aufgezogen.

  • Acht Tage später sehen die Kleinen schon wieder prächtig aus.
    foto: egs/sigrid frey

    Acht Tage später sehen die Kleinen schon wieder prächtig aus.

  • Und schon bald dürften sie ihre Augen öffnen.
    foto: egs/sigrid frey

    Und schon bald dürften sie ihre Augen öffnen.

Unterschlupf dürfte durch Bauarbeiten zerstört worden sein, die Kleinen entwickeln sich gut

In der Eulen- und Greifvogelstation im niederösterreichischen Haringsee werden neben Vögeln auch immer wieder kleine Säugetiere versorgt. So wurden vor wenigen Tagen zwei Igelbabys in der Station aufgenommen. Die nur wenige Tage alten Tiere wurden während eines Hausbaus von Baggerarbeitern in Straßhof entdeckt. Anscheinend wurde durch die Bauarbeiten der Unterschlupf der Igelfamilie zerstört. Da nicht anzunehmen war, dass die Igelmutter bei all dem Lärm und der Hektik auf der Baustelle zurückzukommen würde, um ihren Nachwuchs zu versorgen, wurden sie in die Station gebracht.

Die Jungtiere werden nun bereits seit etwa einer Woche von einer Tierpflegerin nahezu rund um die Uhr versorgt und mit dem Fläschchen gefüttert. Da sich die Tiere gut entwickeln, könnten sie schon bald ihre Augen öffnen.

Igel nur im Ausnahmefall in menschliche Obhut

In Kürze wird mit dem Beginn des Herbstes die Igel-aktive Zeit beginnen: Die Tiere bereiten sich in dieser Jahreszeit auf den Winterschlaf vor. Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten warnt in diesem Zusammenhang vor falsch verstandener Fürsorge: Denn der Igel ist ein streng geschütztes Wildtier und gehört nur im Ausnahmefall in menschliche Obhut.

"Schwache, verletzte, kranke oder elternlose Igel, die zum Überleben Unterstützung brauchen, sind häufig daran zu erkennen, dass sie sich am Tage zeigen", erklärt Nikola Furtenbach, Kampagnenleiterin von Vier Pfoten. Es gilt jedoch: Schwache Tiere müssen nicht aus ihrem natürlichen Umfeld gerissen werden, Erste Hilfe ist auch vor Ort möglich. So kann etwa eine  Futterstelle in geschützter Lage helfen. Außerdem sollten Laub-, Reisig- oder Komposthaufen im Garten belassen werden. Sie bieten den Igeln Schutz vor Wind und Wetter.

Die wenigsten Jung-Igel werden wirklich verlassen, so Furtenbach: "Muttertiere lassen den Wurf auf der Suche nach Nahrung immer wieder für mehrere Stunden allein. Ein vermeintlich verlassenes Jungtier sollte man daher zunächst genau beobachten, ehe man den Kleinen in Obhut nimmt." (red, derStandard.at, 31.8.2012)

Ein Igel-Ratgeber mit ausführlichen Tipps kann online abgerufen werden.

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