Der Hohe Stein zeigt sich nur vom Westen

  • Infos: Otto-Kandler-Haus
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    foto: otto-kandler-haus
  • Gesamtgehzeit 5½ Stunden,  Höhendifferenz 800 m. Otto-Kandler-Haus bis 
28. Oktober an Samstagen, Sonn- und Feiertagen bis 16 Uhr 
bewirtschaftet. ÖK25V Blatt 4205-West (Türnitz),  Maßstab 1:25.000; 
Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000.
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    grafik: der standard

    Gesamtgehzeit 5½ Stunden, Höhendifferenz 800 m. Otto-Kandler-Haus bis 28. Oktober an Samstagen, Sonn- und Feiertagen bis 16 Uhr bewirtschaftet. ÖK25V Blatt 4205-West (Türnitz), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000.

Der Hohenstein ist ein Klassiker in den niederösterreichischen Voralpen, den man nur aus dem Pielachtal wirklich zu sehen bekommt

Seinem Namen wird der fast 1200 Meter aufragende Hohenstein nur beim Anblick aus dem Pielachtal gerecht, obgleich er wesentlich häufiger vom Traisental her bestiegen wird. Vom Osten nimmt sich die bewaldete Erhebung eher unscheinbar aus, nach Westen aber bricht vom Gipfel eine steile Felswand ab, welche die Bezeichnung Hoher Stein sehr wohl verdient. Vom oberen Rand der Felsen bietet sich eine Aussicht, die beeindruckender nicht sein kann. Vom Donautal bis zu den Hochalpen reicht der Blick, an klaren Tagen zeigen sich sogar das Tote Gebirge und der Dachstein.

Auf der Süd- und der Nordseite des Hohensteins wurde früher Steinkohle abgebaut, von der ehemaligen Tätigkeit der Bergknappen sind allerdings kaum mehr Spuren vorhanden, der einstigen Betriebsamkeit ist eine Abgeschiedenheit und Ruhe gefolgt, die man sonst in den niederösterreichischen Voralpen kaum irgendwo findet.

Der Hohenstein, einst ein Klassiker unter den Wanderzielen der Erhebungen zwischen dem Traisen- und dem Pielachtal, hat schon deswegen nichts von seiner Attraktivität verloren, weil man durch die Seitentäler bis an seinen Fuß fahren und damit die langweiligen Straßenhatscher vermeiden kann.

Zu den Vorzügen des Berges gehört eine einmalige Pflanzenwelt, Blüten findet man bis in den Spätherbst - und dann trauen sich schon die ersten Knospen der Schneerosen aus dem mit Blättern bedeckten Boden hervor.

Die Route: Von der Abzweigung des Prinzenbachtales vom Soistal (Tafel mit Wanderrouten) geht es nach Prinzenbach, dann hält man sich vom Güterweg links und muss durch ein Wildgehege, wobei einem die Markierung im Stich lässt. Rechts von einem nach oben ziehenden Zaun geht es weiter, man erreicht wieder die rote Markierung und gelangt zum Anwesen Sumertsberg. Weiter aufwärts bis zum Kamm, dann hält man sich rechts und gelangt auf dem rot markierten Weitwanderweg auf die Schöngrabenspitze. Gehzeit zwei Stunden. Nach dem Abstieg zur Ebenwiesen folgt ein teilweise recht steiler Anstieg bis zum Gipfel des Hohensteins und zum Otto-Kandler-Haus. Gehzeit ab Schöngrabenspitze eine Stunde.

Der Abstieg erfolgt auf der roten Markierung in Richtung Engleitensattel, bei der nächsten Weg gabel hält man sich rechts, bald wieder rechts. Man passiert das Forsthaus Löbelgraben und steigt auf der östlichen Flanke des Soisbachgrabens tiefer. Nach Erreichen der Talsohle geht es auf einem kurzen Stück Asphalt zurück zum Ausgangspunkt. Gehzeit ab Kandler-Haus 2½ Stunden.

Das Otto-Kandler Haus wurde 1905 erbaut und seither mehrmals renoviert, es wird von Mitgliedern der AV-Sektion St. Pölten ehrenamtlich bewirtschaftet.

Die Tour ist relativ lang und etwas mühsam, weist aber keine Probleme auf. Nur ein paar Wildzäune muss man übersteigen. (Bernd Orfer, Album, DER STANDARD, 1.9.2012)

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3 Postings
Warum nie Anreise mit Öffis?

Der Hohenstein ist ideal für eine Überquerung vom Traisen - ins Pielachtal (oder umgekehrt).
Lehenrotte-Am Himmel-Engleitensattel-Hohenstein-Schöngraben rechts um den Eibenberg herum-Dörfl auf der Eben-Karlswarte-Sois-Kirchberg.
Des warat a Tour!

Ganz recht! Da ist mir das, was hier als "Straßenhatscher" verunglimpft wird (und nichts weniger als Wanderung durch schöne Täler und Abstieg über weite Wiesen bedeutet) von einem Tal ins andere um Eckhäuser lieber als die hier notorisch beschriebenen beschäftigungstherapeutischen Runden um die Blechschüssel herum. Geht in diesem Fall sogar noch immer, trotz des ÖBB/NÖ-Ausrottungsfeldzuges gegen Regionalbahnen: vom derzeitigen Endpunkt des Bahn-Personenverkehrs in Schrambach durch Engleitengraben oder Finstertal hinauf und runter nach Kirchberg a.d. Pielach, nach dortiger Einkehr zurück mit der Mariazellerbahn. Vorigen Herbst gemacht, sehr lohnend.

Sie schreiben mir aus der Seele!

Eine meiner schönsten Touren ist öffentlich (ohne Übernachtung) nicht mehr möglich:
Bf Weißenbach-St Gallen - Voralm - Stumpfmauer - Bf Großhollenstein.
Danke, du glatzertes ....-Loch!

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