Drohnen-App: Apple wegen Store-Richtlinien unter Kriti

11. März 2013, 12:40
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Junger Entwickler scheitert mit Inhalten, die für Andere genehmigt wurden

Der New Yorker Student Josh Begley hat eine App für iOS geschrieben, die amerikanische Drohnenangriffe in Pakistan auflistet und Informationen dazu liefert. Der Versuch, diese in Apples App Store einzustellen, scheiterte jedoch drei Mal.

Dreifache Abfuhr

Beim ersten Versuch wies Apple das Programm mit der Begründung ab, es sei "nicht nützlich oder unterhaltsam genug" ist. Nach dem Begley einige Features - etwa Push Notifications - nachreichte, bemängelte Apple das Google Logo, das auf den Google Maps-gestützten Karten des Programms sichtbar war.

Diese Woche holte sich der Entwickler eine weitere Abfuhr, diesmal wegen der Abbildung von "exzessiv fragwürdigen oder grausamen Inhalten", obwohl Drone+ keinerlei Fotos der Schauplätze nach einer Dronenattacke beinhaltet. Es markiert lediglich die betroffenen Orte auf einer Karte.

Guardian-App wurde genehmigt

Apple-Sprecher Tom Neumayr bestätigte besagte Ablehnung auf Anfrage der New York Times, gab dazu aber keine weitere Stellungnahme ab. Dass die App es nicht in das App Store-Angebot geschafft hat, ist hinterfragenswert, denn die mobile Version des englischen Guardian kann sehr wohl heruntergeladen werden.

Dieses zeigt die Drohnenangriffe ebenfalls auf einer Karte und bedient sich dabei der gleichen Quelle wie Drone+, nämlich den Aufzeichnungen des Bureau of Investigative Journalism. Hauptsächlich jedoch dient die Software des Guardian dazu, die Inhalte der Zeitung auf mobilen Endgeräten anzuzeigen. Der Fall ruft nun Kritiker auf den Plan, die Apple beschuldigen, die Richtlinien für Unternehmen und bekannten Persönlichkeiten zuweilen anders auszulegen als für "Otto Normalentwickler".

Playboy nicht "übertrieben sexuell"

Die Policy des Unternehmens steht damit einmal mehr in der Kritik, denn es ist längst nicht die erste App, die aus nicht nachvollziehbaren Gründen abgewiesen wurde. 2010 begann Apple nach Beschwerden von Eltern und Kunden mit der Entfernung tausender Programme wegen "übertrieben sexuellem Inhalt", beließ die mobilen Ausgaben des Playboy und von Sports Illustrated trotz der Abbildung halbnackter Frauen aber im Programm.

Cartoon-App nach Aufschrei durchgewunken

Im Dezember 2009 lehnte das Unternehmen auch die Cartoon-App des Pulitzer-Gewinners Mark Fiore wegen der "Lächerlichmachung öffentlicher Figuren" ab. Nach dem folgenden öffentlichen Aufschrei und der negativen Berichterstattung, wurde das Programm jedoch binnen weniger Tage akzeptiert, nachdem Steve Jobs die Abweisung öffentlich einen "Fehler" genannt hatte.


 

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    Unklare Richtlinien im App Store: Apple wieder in der Kritik

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