Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Der hagere Mann lächelt verlegen, als wäre es ihm peinlich, zur Attacke blasen zu müssen, als tue er nur seine polemische Pflicht. "Präsident Obama hat versprochen, den Anstieg der Ozeane zu bremsen und den Planeten zu heilen", erinnert er an die überschäumende Rhetorik des Jahres 2008. "Mein Versprechen ist, Ihnen und Ihrer Familie zu helfen."
Damit hat Mitt Romney den Kern seiner Botschaft in zwei kurze Sätze gepackt. Sitzt er erst im Weißen Haus, wird alles um eine Nummer bescheidener ausfallen. Dann regiert ein Mann der Tat, nicht großer Worte. Einer, der weiß, wie Amerika tickt, anders als Barack Obama, der nach Romneys Skizze das Land nicht versteht, weil er über den Wolken schwebt. Bei alledem klingt der Republikaner wie ein neutraler Beobachter, der es angeblich selber bedauert, dass der Hoffnungsträger erfolglos blieb.
Frontalangriffe, weiß Romney, kommen bei schwankenden Wählern nicht an, dazu ist Obama als Person zu beliebt. Also umschmeichelt er die Ernüchterten. Es sei doch typisch für Amerikaner, optimistisch an eine bessere Zukunft zu glauben; deshalb hätten sie ja so verführerisch geklungen, die Versprechen von Hoffnung und Wandel. Doch die Euphorie sei umgeschlagen in Enttäuschung und Spaltung. "Sie wissen, etwas stimmt nicht mit dem Job, den er macht, wenn Sie sich nie mehr besser fühlten als an dem Tag, an dem Sie für ihn stimmten." Seit Hope und Change gehe es nur noch bergab.
Seit der Großen Depression der 1930er-Jahre, sagt er, habe noch jeder US-Staatschef nach seinen ersten vier Amtsjahren zufrieden zurückblicken und seinen Landsleuten sagen können, es gehe ihnen heute besser als vier Jahre zuvor. "Mit Ausnahme von Jimmy Carter. Und mit Ausnahme dieses Präsidenten." Kein Zufall, dass der Name Carter fällt. Denn auf ihn folgte Ronald Reagan, ein Konservativer, der von einem neuen Morgen in Amerika sprach und die Selbstzweifel besiegte. Romney sieht sich in der Reagan-Rolle, ohne dass er es so direkt sagt.
Überhaupt, er hält eine Rede in Moll, weniger kämpferisch, als es der konservativen Basis lieb wäre. Vorausgegangen ist der dreistündige Versuch, hinter der glatten Fassade des millionenschweren Geschäftsmannes den Menschen Mitt zu zeigen. Ted und Pat Oparowski, Mormonen aus Boston, erzählen von ihrem 14 Jahre alten Sohn David, um den sich Romney anrührend kümmerte, bevor der Bub an Krebs starb. Mitt selber erinnert an seinen Vater George, der aus Mexiko fliehen musste, kein College besuchen konnte, es dennoch bis zum Gouverneur Michigans brachte und nebenbei seiner Gattin Lenore jeden Morgen eine Rose auf den Nachttisch stellte. Mit seiner eigenen Familiengeschichte buhlt Romney um zwei Wählergruppen, die bislang nicht warm werden mit ihm. Um Frauen, die in der Grand Old Party eine altmodische Männerpartei sehen. Und um die Hispanics, die er in den Vorwahldebatten mit der gefühllosen Bemerkung brüskierte, illegale Einwanderer sollten sich am besten selbst deportieren.
Überschattet wird das alles von Clint Eastwood, dessen bizarre Einlage die Miene Ann Romneys auf der Tribüne versteinern lässt. Auf der Bühne führt Eastwood einen eigenwilligen Dialog mit einem leeren Stuhl, dem abwesenden Präsidenten. "Was soll ich Herrn Romney sagen?" "Ach, das kann ich nicht. Das kann er sich doch nicht antun." Irgendwann lässt der gealterte Westernheld einen Finger über die Kehle fahren, womit er sein Fazit untermalt: "Wenn jemand seine Arbeit nicht tut, dann muss man ihn gehen lassen." Obamas Team reagierte mit einem Foto. Die Lehne des Amtssessels im Oval Office, dazu eine Zeile: "Dieser Stuhl ist besetzt."
Die Substanz dagegen kommt eindeutig zu kurz, ein außenpolitisches Programm wird nicht einmal in groben Zügen umrissen, der kostspielige Militäreinsatz in Afghanistan spielt überhaupt keine Rolle. Dafür schwenkt Romney von seiner Schmuserhetorik zu scharfer Polemik, indem er Obama etwa vorwirft, mit Israel einen Verbündeten "vor den Bus zu stoßen". In überraschend kurzen Passagen zur Wirtschaftspolitik - überraschend, weil der Geschäftsmann gern den detailkundigen Problemlöser gibt - formuliert er ein ehrgeiziges Ziel. Bis 2016 gedenkt er zwölf Millionen Arbeitsplätze zu schaffen, falls ihn die Wähler ins Weiße Haus delegieren. Wie er das anstellen will, lässt er offen. (Frank Herrmann, DER STANDARD, 1.9.2012)
Die Grand Old Party identifiziert in einem Bericht die Gründe für ihre Niederlage - Nicht alle in der Partei sind mit dem Ergebnis zufrieden
Insgesamt 332 Wahlmänner für Amtsinhaber, 206 für Romney
US-Republikaner: "Ich bin sehr traurig, dass ich verloren habe"
"Das Beste kommt noch für die Vereinigten Staaten von Amerika"
Colorado und Washington steht Konfrontation mit Bundesgesetz bevor, das Marihuana weiter als illegale Droge einstuft
Begeisterung in Kenia, Erleichterung in Peking, Lob aus Moskau: Obamas Wiederwahl wurde positiv aufgenommen
In seiner ersten wichtigen Rede nach der Wiederwahl forderte Obama die Republikaner zur Zusammenarbeit auf
Wie US-Meinungsmacher den Wahlsieg Obamas und die Niederlage der Republikaner bei der Präsidentschaftswahl sehen
US-Präsident will Impulse für Wirtschaftswachstum
Klamme Bundesstaaten wie Kalifornien dürfen nach Referenden auf höhere Steuereinnahmen hoffen
Experten erwarten, dass Obama nach seiner Wiederwahl mutiger agieren wird
Nach langem (Vor-)Wahlkampf gestand der Republikaner am Dienstag seine Niederlage ein und forderte alle Parteigänger zur Zusammenarbeit im Namen der Vereinigten Staaten von Amerika auf. Für den neuen, alten Führer Obama wollte er beten.
Barack Obama ist der erste schwarze Präsident im Weißen Haus. In den ersten vier Jahren seiner Amtszeit hat sich für die benachteiligten Afroamerikaner aber kaum etwas geändert. Trotzdem haben sie ihn wieder mit großer Mehrheit gewählt
Abstimmungen über einzelne Gesetzesvorschläge - Themen: Marihuana, Todesstrafe und Homoehe
Der wiedergewählte US-Präsident hat zwar das Momentum auf seiner Seite, die Situation ist aber dieselbe wie vor der Wahl
Amtsinhaber gelingen entscheidende Siege in den Swing States - Romney gesteht Niederlage ein
Im Senat kann sich Präsident Obama nun zwar auf eine etwas breitere demokratische Mehrheit stützen, das Repräsentantenhaus verteidigten die Republikaner allerdings recht deutlich. Enttäuschungen gab es für einige Kandidaten der konservativen Tea Party.
Die interaktive Zeitleiste von derStandard.at zeigt die markantesten Punkte in Barack Obamas Biografie
Drei von vier Wählern sind weiße Amerikaner - Früher waren es mehr als 90 Prozent - Die Republikaner brauchen eine neue Strategie
Von Anfang an war Mitt Romney nur eine Verlegenheitslösung, die Niederlage war absehbar
Liveticker-Nachlese: Mit Obamas Sieg in Ohio war die Niederlage Romneys besiegelt - Das Rennen in Florida ist zwar noch nicht entscheiden, tut aber nichts mehr zur Sache - Romney gestand Niederlage ein
Obamas Sieg könnte richtungsweisend für die Zukunft der Republikaner sein
Nach dem Sieg Barack Obamas bei der Präsidentenwahl herrschte in den USA vielerorts ausgelassene Partystimmung - Eindrücke eines langen Wahlabends
Wer hat wen gewählt? Welche Macht hat der Präsident? Wie funktioniert das politische System der USA?
bei seinem Aufenthalt in Ohio Gelegenheit, die Entscheidung von Bundesrichter Peter Economus zu studieren, der gestern den gezielten, republikanischen Angriffen auf die Wahlordnung einen klaren Riegel vorgeschoben hat.
www.dispatch.com/content/d... ruling.pdf
Also sprach Mitt Romney am Parteitag in Florida, just zu dem Zeitpunkt, als Hurrican Isaac Florida streifte und über New Orleans hinwegfegte. Populistischer gehts nicht mehr. "Gehts meiner Familie gut, gehts uns allen gut".
Mit(t) Romney als Präsident gehen die USA baden.
und wenig gehalten, kein wunder, wurde er doch dauernd blockiert von den traurigen verlierern die die wahren interessen des einfachen mannes nicht im sinn haben. in zeiten wie diesen müssen die partei-interessen hintanstehen sonst klappt es nirgendwo
Obama hat viel versprochen und wenig gehalten.
Romney verspricht viel und wird ebenfalls wenig davon umsetzen koennen.
Die USA haben eine riesiges Arbeitslosen-Problem und ein noch gigantischeres Schulden-Problem.
Wahr ist auch, dass viele Leute Obama nie wegen seiner Hautfarbe waehlen wuerden, und dass Romney von vielen Amerikanern alleine wegen seiner Religion unwaehlbar ist. Rassismus und Bigotterie sind auch in den USA daheim.
Egal wer Praesident wird (Obama hat dafuer die besseren Karten): die naechsten 4 Jahre werden fuer die USA brettelhart. Jeder redet heute von der Euro-Krise. Ein Laercherl im Vergleich zu dem was noch bevorsteht. 1200 Milliarden USD Schulden pro Jahr ist der NACKTE WAHNSINN, egal wer Praesident ist.
Wählt mich, dann beende ich den Krieg im Irak!
Leider nicht!
Wählt mich, dann revidiere ich die Bush-Tax-Cuts fuer die Reichen.
Fehlanzeige!
Wählt mich, dann schliesse ich das Guantanamo Bay Gefängnis, wo Leute ohne Gerichtsverfahren festgehalten werden.
Nix damit!
Wählt mich, dann geht es der Wirtschaft besser und die Arbeitslosigkeit sinkt.
Ha Ha!
Wählt mich, und ich werde in strategische Infrastruktur-Projekte investieren, was ebenfalls Arbeitsplätze schafft.
Kein bisschen!
Wählt mich, und ich werde den Banken auf die Finger schauen.
Im Obama Kabinett haben mehr Banker Einfluss auf die Regierung als jemals zuvor.
Hope and Change!
Klang gut. Die Hoffnung ist verraucht und geändert hat sich wenig.
Das ist die Bilanz aus US-Sicht!
Ihre Naivität ist ja amüsierend. Wenn Sie den Unterschied zwischen Wahlkampf und beinharter Regierungspolitk eingekeilt zwischen Lobbyisten und einer grenzdebilen Oppositionspartei nicht nachvollziehen können, dann sprechen ich Ihnen eindeutig ab seine Amtszeit beurteilen zu können. Anscheinend haben Sie auch keine Ahnung von Obamas Stimulus, der laut Mehrheit der Studien signifikante Effekte auf das BIP hatte. Ich erinnere daran, dass Romney im Wahlkampf 2008 den größten Stimulus aller Kanditaten in seinem Programm hatte. So schlecht kann die Idee also nicht gewesen sein. Was die Bilanz aus konservativer Sicht ist, ist komplett irrelevant wenn man den Fortschritt für die USA betrachten möchte.
fuer Obama ins Zeug schmiss. Wird nicht mehr passieren! Ich brauch keine Propaganda, ich leb in den USA. Obama ist ein Berufspolitiker mit einem ausserordentlichen rethorischen Talent. Und das war's auch schon.
Die Demokraten kontrollierten 2 ganze Jahre den Senat, das Repraesentantenhaus und das Weisse Haus. Das ist aehnlich, als haette die SPOe bei uns die absolute Mehrheit.
Diese Fuelle an Macht wurde durch idiotische Fehlentscheidungen Obamas verschwendet. Ein unverzeihlicher Fehler.
Romney interessiert mich nicht. Mein Punkt: 2013 und 2014 werden ganz schwarze Jahre fuer die US-Economy. Egal wer Praesident ist.
In dem Fall kann ich Ihre Enttäuschung in gewisser Weise nachvollziehen, aber ich würde das nicht der Person Obama sondern den Umständen zuschieben.
Es war klar, dass Obamas idealistische und rhetorisch wunderbar dargebrachte Botschaften nicht umgesetzt werden können. Auch wenn beide Häuser von den Dems kontrolliert werden.
Ich gebe Ihnen Recht, der Wirtschaft und damit verbunden aber vor allem der arbeitenden Mittelschicht wird es sehr schlecht gehen in den nächsten Jahren.
Ich sehe aus ökonomischer Sicht, welches mein ursprüngliches Metier ist, es daher absolut als das sinnbefreit den Mittelstand Steuersenkungen für Wohlhabende zahlen zu lassen wie es Romneys (Ryans-) Plan ist.
Der Steuermultiplikator für die Einkommen, welcher durch Steuersenkungen entsteht ist zu niedrig, trifft zu wenige, die falschen und ist daher ineffizient beim verursachen nennenswerter Effekte auf die Wirtschaft. Insbesondere in einem Niedrigsteuerland wie den USA.
Die GOP bietet außer diesem "Konzept", welches in Wahrheit keines ist, nichts nennenswertes um das Land voran zu bringen. Ganz im Gegenteil.
Ich hoffe ja, dass Sie nicht dem Irrtum unterliegen, dass es egal wäre wer diese Wahlen gewinnt. Vieles ist trotz aller widrigen Umstände möglich.
Verlieren Sie in dieser Hinsicht bitte nicht Ihren Optimismus. Zweifelsfrei muss der einmal groß gewesen sein.
noch besser heute ;)
http://www.colbertnation.com/full-epis... s-carville
Obama hat in seiner Amtszeit sicher viele seiner Wähler von 2008 enttäuscht.
Das sind aber eher Linke, die an jemandem wie Romney "nicht einmal anstreifen" wollen.
Deren Stimmen wird keiner der beiden "Großpartei-Kandidaten" bekommen, vermute ich.
OK ich gebe es zu, ich bin politisch nicht mehr up to date. Mir scheint etwas Entscheidendes entgangen zu sein.
Kann mir jemand sagen, wann Österreich ein Bundesstaat der USA wurde? Wann und wo kann ich meinen Präsidenten wählen?
Ohne Sarkasmus: WEN SCHERT's, verdammt noch mal?
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.