Schock nach Roddicks Rücktritt

31. August 2012, 05:28

Den USA kommen die Tennisstars abhanden - "Ich wollte immer hier aufhören", sagt der eben 30 gewordene Amerikaner

New York - Der US-Sportsender ESPN übertrug die kurzfristig anberaumte Pressekonferenz in den Katakomben des Arthur-Ashe-Stadiums live. Ko-Kommentatorin Mary-Joe Fernandez, einst die Nummer vier der Tenniswelt, hatte vor laufenden Kameras zur Primetime Tränen in den Augen. Die Rücktrittsankündigung des US-Amerikaners Andy Roddick bei den US Open hat die einstige Tennisnation kalt erwischt. "Das hier wird mein letztes Turnier sein. Ich spüre, dass es die richtige Zeit ist", sagte Roddick just an seinem 30. Geburtstag. Wie lange sein letztes Turnier noch andauert, hat der Texaner selbst in der Hand: Roddick traf in seinem Zweitrundenmatch in der Nacht auf Samstag auf den 19-jährigen Australier Bernard Tomic.

"Ich weiß nicht, ob ich körperlich und von der Motivation her noch einmal bereit gewesen wäre, ein Jahr anzuhängen", sagte die von Verletzungen geplagte frühere Nummer eins der Welt. Vor allem die Schulter hatte in den vergangenen Jahren große Probleme verursacht. Der Aufschlag Roddicks, neben der Vorhand seine stärkste Waffe, litt zunehmend darunter.

Die Kollegen würdigten Roddicks Verdienste. "Ich bin geschockt", sagte der Schweizer Weltranglistenerste Roger Federer. Wimbledon-Siegerin Serena Williams "ist traurig, einen weiteren erfolgreichen Mann von uns gehen zu sehen". Die 14-fache Siegerin von Grand-Slam-Turnieren ist für die einstige Tennis großmacht USA noch Garant für Erfolge. Allerdings ist sie wie Roddick ebenfalls bereits 30 Jahre alt, ihre Schwester Venus ist 32. Hinter Serena Williams klafft ein größeres Loch, die 20-jährige Christina McHale ist als zweitbeste US-Amerikanerin auf Rang 24 der Weltrangliste zu finden.

Bei den Herren ist symptomatisch, dass Roddicks einziger Grand-Slam-Triumph 2003 bei den US Open auch der letzte eines US-Amerikaners war. Roddick ist als Nummer 22 der Welt noch immer der zweitbeste US-Spieler hinter John Isner, der Zehnter ist. Um Nachschub im US-Tennis könnte sich "A-Rod", der mit der Schauspielerin Brooklyn Decker verheiratet ist, in seinem Tennis- und Ausbildungscenter kümmern, das bald in Roddicks Wohnort Austin eröffnet wird. Den Kindern könnte er eine Anekdote von seinem ersten Besuch bei den US Open als Achtjähriger erzählen. "Ich hatte zum Geburtstag eine Karte geschenkt bekommen und war mit meinen Eltern hier. Und ich habe es geschafft, mich ohne Akkreditierung in die Players Lounge zu schleichen. Da war Pete Sampras - und er spielte Videospiele." (krud, sid, DER STANDARD, 1./2.9.2012)

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Schock? Das war doch längst überfällig, und wäre er nicht Amerikaner, würde es keinen interessieren.

Da muss ich Ihnen zu einem gewissen Grad Recht geben - bei Roddick war die Außenwirkung (und v.a. der Aufschlag - damit kann man Amerikaner immer ganz besonders beeindrucken) stets wichtiger als die Ergebnisse. Nicht ohne Grund war er selbst in letzter Zeit viel mehr im Gespräch als Fish der zweifelsohne ein deutlich besserer Tennisspieler ist. Isner hat auch wieder den Monsteraufschlag, der hat also immerhin eine reelle Chance Roddick in der amerikanischen Tennisöffentlichkeit zu beerben.

naja, Schock ist es keiner

das war schon absehbar. Er hat keine Resultate mehr gebracht. Sein Tennis funktioniert eben nur wenn 110% Fokus da sind. Bummm

Pech für Roddick.

Roddick hatte mindestes das Niveau eines Jim Courrier. Ohne Federer hätte auch er 4 GS auf seinem Konto.

Andy Roddick war ein grosser Spieler. Er ist leider fast immer an einem noch grössern gescheitert.

auch was die technik betrifft, sind bzw waren sich roddick u courier sehr ähnlich. es sah immer ein bisschen so aus, als hätten sie einen baseballschläger in der hand.

das "ohne federer"-argument ist in diesem vergleich nur bedingt gültig, da courier es immerhin mit sampras, agassi, edberg, becker zu tun hatte.

Na ja das habe ich einfach mal so behauptet. Aber es ist sinnlos darüber zu diskutieren, wie viele Slams dieser oder jener gewonnen hätte, wenn das oder jenes nicht gewesen wäre.

Roddick hat 1 Grand-Slam Titel: Das ist ein Fact. Vielleicht kommt noch ein zweiter hinzu.

Naja, dann hätten Sie mit dem Argument nicht anfangen sollen wenn es eh sinnlos ist.

Sonst könnte ja auch jeder sagen Federer hat Pech genau in die Zeit von Nadal zu fallen - sonst wäre er wohl der erfolgreichste Spieler auf Sand. ;)

Ja Pech für Federer, dass er in der gleichen Zeit wie Nadal spielt, ansonsten er mindestens 4x Paris gewonnen hätte.
Pech auch für Nadal, dass ihn der Djoker 3x hintereinander bei einem GS schlug.
Aber es ist wirklich sinnlos über verpasste Chancen zu diskutieren.

der gerhard berger des tennis

und das meine ich durchaus anerkennend.

nicht ganz! roddick hat wenigstens einen großten titel geholt u war ein paar weitere male knapp dran.

jetzt muss er sich mehr mit seiner freundin abgeben..

http://wickedchopspoker.blogs.com/photos/br... eb-07.html

...mein beileid hat er.

wa hot de a bledes gschau

sind die nicht schon verheiratet?

Die Freundin von Carlos Moya gefällt mir besser.
http://celebslists.com/2322-caro... zuela.html

wtf.....
da würd ich auch lieber daheim bleiben

Man ist geneigt zu behaupten,

dass er Pech hatte, in die Federer Generation hinein zu fallen. Allerdings hatte er schon immer Defizite im Vergleich zu den ganz großen Champs. Dennoch - wenn er zu Zeiten gespielt hätte, als alles noch etwas schneller war, dann hätte er wohl bestimmt noch zumindest den ein oder anderen Wimbledon Titel auf seinem Konto. Denn mehr als ein Ivanisevic oder Krajicek hatte er immer drauf. Immerhin neben dem Aufschlag auch eine sehr starke Vorhand. Aber was soll's - Mitleid ist sicher nicht angesagt in Anbetracht der Kohle die er verdient hat.

Gratulation an Roddick!
Er hat für sich selbst entschieden, dass er seine Zeit im Tennis beenden möchte. Muss so und nicht anders respektiert werden.

Ein cooler Typ,

hat mir immer getaugt. Immer für Traummeldungen gut. Selbst als RF Fan muss ich sagen, dass ich ihm den Wimbledon Sieg 2009 von Herzen gegönnt hätte.

geschockt?

ich will ja dem tennisgott federer nur ungern widersprechen, aber wenn ein tennisspieler wie roddick (30 jahre, gesund) seinen rücktritt erklärt, ist der ausdruck "geschockt"
schon ziemlich dick aufgetragen, daher unangebracht, und das nimmt ihm auch keiner ab

Er sagt halt was die amerikanischen Medien gerne hören wollen. Hätte er "Na und?" gesagt, wäre es ein Skandal für diese gewesen. ;)

in dem zusammenhang fällt mir das lob nadals bei der pressekonferenz vor dem turnier mit dem blauen sand letztes jahr ein, wo er gesagt hat, wie sehr es ihn freut, in madrid zu spielen ;-)

Ja eh. Machen alle. So wie auch die Großen drei bei den GS (selbst auf mehrfache Nachfrage) nie gesagt haben Murray wäre ihnen im Halbfinale der liebste Gegner. ;)

du willst aber doch jetzt nicht ernsthaft behaupten, dass tennisgott federer genauso flunkert wie die anderen.
der steht doch moralisch weit drüber ;-)

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