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Ab September hier erhältlich: www.abaco-trade.at
Die Zisterzienser der strengen Observanz sind ja nicht die lautesten Verkünder des Evangeliums - auch wenn sie längst nicht mehr dem strengen Schweigegelübde unterliegen, leben sie doch recht abgeschieden und gehen still ihrer Arbeit nach. Der populärste Teil dieser Arbeit ist zweifellos das Betreiben von Brauereien - wobei jene im flandrischen Westvleteren den Ruf hat, nicht nur die am häufigsten ausgezeichneten Biere herzustellen, sondern die Versorgung mit diesen Bieren auch noch besonders knapp zu halten. Wer ein Bier aus der kleinen Trappistenbrauerei bei Watou, unweit der belgisch-französischen Grenze haben will, muss sich vorher telefonisch anmelden und darf dann an einem bestimmten Tag eine Kiste mit 24 Flaschen kaufen und in sein Auto laden. Das muss für 60 Tage reichen, erst dann darf man es mit derselben Telefonnummer und demselben Autokennzeichen wieder versuchen.
Geschenkkartons mit acht Flaschen
Dies soll zu einer halbwegs fairen Verteilung des Bieres unter seinen belgischen Freunden führen. Wer aber nicht in der Gegend wohnt, hat es schwer, überhaupt an das rare und teure Bier zu kommen. Momentan aber braucht das Kloster Geld für seine Renovierung - und da verkauft es "Bausteine": Geschenkkartons mit acht Flaschen plus zwei Gläsern des höchstausgezeichneten, schlicht "Westvleteren XII" genannten Bieres sind ab Anfang September auch in Österreich erhältlich - der Lienzer Importeur Abaco macht es möglich.
60 Euro und 80 Cent muss man für so einen Karton bezahlen. Und was bekommt man dafür? Das Westvleteren XII hat eine dunkelrote bis schwarze Farbe. Der Schaum ist kräftig, aber nicht sehr haltbar, was mit dem doch sehr hohen Alkoholgehalt von 10,2 Prozent zusammenhängen dürfte. In der Nase melden sich Muskatnuss und Kirsche, Banane und Kakao. Kakaoartig ist auch die Bittere, die schon den allerersten Schluck begleitet - wärmender Alkohol und eine ganz zarte Süße ergeben ein erstaunlich vielfältiges Mundgefühl, bei dem noch mehr Aromen freiwerden: Karamell und Walderdbeeren, Feigen und Walnüsse. Überraschend ist, wie insgesamt trocken dieses Bier wirkt: All die Fruchtigkeit und Süße verschwinden im Nachtrunk ganz und es bleibt eine lange Erinnerung an die herben Komponenten. (Conrad Seidl, Rondo, DER STANDARD, 31.8.2012)
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Die Aktion gab's hier in Belgien schon vor einigen Monaten, mit 100 m langen Schlangen vor dem Supermarkt. Mein Fazit (das auch von einigen hiesigen Bierconnaisseurs geteilt wird): nicht schlecht, das Anstellen hat sich nur gelohnt, weil man's sonst nicht kriegt (ausser man meldet sich in der Abtei an, kriegt ein Zeitfenster von 30 min und wer nicht da ist, Pech), aber es gibt hier bessere Biere.
Vor der Erfindung des Hopfens, wurde Bier durch "Gruut" (eine wueste Gerwuerzmischung) haltbar gemacht. Da der franzoesische Koenig ein Monopol darauf hatte, war Hopfen in seinem Einflussbereich sehr lange verboten. Daher hat sich in Belgien noch weitgehend die Tradition von Gewuerzzusaetzen (steht teilweise stoz auf dem Etikett: "Wasser, Hopfen, Malz und geheimnisvolle Krauter" (Orval)) gehalten. Nicht zu vergessen die Biere, die auf wilder Gaerung beruhen...
warum denn nicht? das ist ja nur mehrfach vergoren...
die duftstoffe entstehen nicht durch zugabe von schokolade oder nuessen, sondern sind nebenprodukte der alkoholischen gaerung. diese nebenprodukte sind hauptsaechlich phenolgruppen und ester...
Das wurde unten schon angesprochen: in Deutschland mag es das Reinheitsgebot geben, in anderen Staaten nicht, oder eine andere Variation. Wenn man in Deutschland Bier braut, muss man sich vielleicht an das Gebot halten. Wenn ein EU-Bürger ein Getränk nach Deutschland exportiert, das in seiner Heimat Bier gennant werden darf, darf er es in Deutschland Bier nennen, auch wenn es nicht dem deutschen Gebot entspricht. Fazit: das Zeug ist Bier in Belgien und Deutschland.
Wie schon Flash Flash geschrieben hat: das beliebteste bayrische Bier ist auch nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut und nennt sich Bier.
Und beim Westvleteren XII wäre ich mir gar nicht so sicher, dass es nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut wäre.
Bei einem "normalen" belgischen Witbier ist Koriander dabei, aber bei einem Quadrupel braucht es nicht Gewürze, da kann mehr bereits sehr viel mit unterschiedlichen (Gersten-)Malzen und Hopfensorten machen, noch eine alkoholtolerantere Hefe (Alkohol ist Geschmacksträger) und es schmeckt nicht nach dem typisch österreichischen Märzen und ist trotzdem nur mit Hopfen, Gerste und Wasser....
Das "Reinheitsgebot" ist ein Anachronismus aus dem Mittelalter, der in Deutschland vorgegeben wird, immer noch gültig zu sein. Wie man dann allerdings eine Hefeweizen ohne Hefe und ohne Weizen brauen soll, ist eine andere Frage.
Und nicht vergessen, nicht mehr als einen Pfennig Münchner Währung von Michaeli bis Georgi, und nicht mehr als zwei Pfennig von Georgi bis Michaeli für die Maß!
ist Empfehlungen zufolge mit dem Westvleteren 12 praktisch ident, wird auch nicht weit von dort in Watou gebraut, was sagt Hr Seidl dazu?
Hab zwar beide schon probiert, der direkte Vergleich ist aber noch ausständig. Generell hat mich das Westvleteren blond mit seinem reichen und definierten Hopfenaroma mehr überzeugt.
scheinbar hat das kloster diese boxen herausgebracht um die teuren renovierungsarbeiten abzudecken.
jedoch hat das kloster sie ende 2011 um 25€ verkauft.
93.000 stück gab es, innerhalb weniger wochen waren alle weg.
schon irgendwie frech, dass sie hier um mehr als das doppelte verkauft werden - zumal das sicher gegen die klosterrichtlinien des weiterverkaufes geht.
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