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Als in den 1990ern Sampeln zum Breitensport wurde, hatten noch jene das Sagen, die ihre Wohnung mit vielen Laufmetern Vinyl verkleinerten. Ein gutes Sample wird einem schließlich nicht geschenkt, man muss es sich hart erarbeiten. Rainer Trüby galt ab Mitte der Neunziger als eine der ersten Adressen, was profundes Fischen im Teich der Black Music anbelangte, und er blickte fokussiert auf Latin, Jazz und Hip-Hop.
Das Resultat war eine undogmatische Easy-Listening-Deutung, die nicht ganz unverantwortlich für einen weiteren Breitensport war: in der Lounge hängen. Diese aufgemotzte Fahrstuhlmusik, angereichert mit Referenzen, hatte ihre Nachahmer. Aus erfrischenden Zugängen wurde so mitunter die loungeweiligste Musik des Planeten. Sie goss sich in einer Flut an Kompilationen über Boutiquen, Hotel-Lobbys und Designer-Cafés. Dass Rainer Trüby als Auskenner in Sachen Soul, Funk und Co durchaus mehr Gas geben kann, als dies viele seiner Eigenproduktionen signalisieren, ist heute im Dornbirner Conrad Sohm zu hören. Trüby gastiert als DJ. Derweil wird in Wien daran gedacht, dass der Bürgermeister den Jungen vor zwei Jahren die Nacht-U-Bahn schenkte. In knapp drei Dutzend Lokalen herrscht deshalb freier Eintritt und das dünnste DJ-Programm seit langem.
Die Klubs setzen vorwiegend auf ihre Resident-DJs. Wozu große Namen buchen, wenn der Laden durch breitangelegtes Marketing brummt? Empfehlungen: Urbs & Cutex im Café Leopold, Summer of Soul im Club U und das 21er Haus mit dem Schwerpunkt auf Mash-Ups. (lux, DER STANDARD, 31.8.2012)
31. 8. Conrad Sohm, Boden 1, 6850 Dornbirn. 23.00
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