Elsner dürfte wieder nicht vor Gericht erscheinen

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Bawag-Prozess geht am Montag weiter, Elsner kommt nur nach Rücksprache mit behandelnden Ärzten

Wien - Die Neuauflage des BAWAG-Strafprozesses geht nächsten Montag im Großen Schwurgerichtssaal des Wiener Landesgerichts weiter. Nach einer mehrwöchigen Pause im August ist für den 3. September eine Verhandlung angesetzt. Der mitangeklagte Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner ist - wieder einmal - geladen. Ob Elsner diesmal kommt, ist nach Angaben seines Anwalts Jürgen Stephan Mertens allerdings noch offen.

"Sein Gesundheitszustand ist zur Zeit nicht gut", so der Anwalt auf Anfrage. Elsner habe wieder Wasser in der Lunge und müsse vielleicht auch punktiert werden. "Ob er am Montag kommt oder nicht, lässt sich heute noch nicht sagen". Dies werde der frühere Bank-Chef erst am Wochenende nach Rücksprache mit seinen behandelnden Ärzten entscheiden. Elsner befinde sich derzeit im deutschen Kurort Bad Reichenhall zu einem Kuraufenthalt. Auch in der Frage der Vollzugsunfähigkeit gebe es nichts Neues, sagte Anwalt Mertens. Elsner sei derzeit noch vollzugsuntauglich, ein neues Gutachten sei noch nicht erstellt worden.

Seit Monaten nicht erschienen

Ob Elsner überhaupt je zum zweiten BAWAG-Prozess kommt, bleibt also damit offen. Elsner ist ja schon im ersten Prozess rechtskräftig wegen Untreue zur Höchststrafe von zehn Jahren verurteilt, wovon er viereinhalb Jahre abgesessen hat, bis er vergangenen Sommer aus gesundheitlichen Gründen für haftunfähig erklärt worden war und entlassen wurde. Im zweiten BAWAG-Strafprozess ist Elsner nur wegen einer Subsidiaranklage der BAWAG mitangeklagt - die Staatsanwaltschaft hatte auf eine neuerliche Anklage verzichtet. Die Bank will auf Elsners Pensionsabfindung zugreifen und erhofft sich durch die Klage bessere Chancen im Zivilverfahren.

Schon Anfang August war ein Ladungsversuch des Gerichts für Elsner erfolglos geblieben. Ein Vorführungsversuch des Gerichts am 7. August in Elsners Wiener Wohnung war gescheitert, da Elsner dort nicht angetroffen wurde. Er hielt sich auch damals nach Angaben seiner Anwälte und seiner Ehefrau Ruth in einer deutschen Reha-Klinik auf. Während der Gerichtsgutachter Elsner für verhandlungsfähig erklärt hatte, verwies seine Verteidigung auf drei Privatgutachter, wonach Elsner zu krank für die Prozessteilnahme sei. Richter Christian Böhm entschied daraufhin, das Verfahren gegen Elsner am 3. September zu führen. Gegen die anderen Angeklagten, darunter der Spekulant Wolfgang Flöttl und die früheren Bankvorstände, geht es dann am 4. September weiter. (APA, 30.8.2012)

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