Luftwaffenchef fordert bewaffnete Drohnen für deutsche Bundeswehr

30. August 2012, 15:50
  • Objekt der Begierde der deutschen Militärs: die MQ-9 Reaper.
    foto: ap

    Objekt der Begierde der deutschen Militärs: die MQ-9 Reaper.

Müllner: Strikte Einsatzregeln gegen Bedenken - de Maiziere: "Ethisch ist eine Waffe stets als neutral zu betrachten"

Berlin - Der neue Luftwaffeninspekteur Karl Müllner hat die Beschaffung bewaffneter Drohnen für die deutsche Bundeswehr gefordert. Den Bedenken gegen einen Einsatz der unbemannten Flugzeuge könne man mit strikten Einsatzregeln entgegentreten, sagte der Generalleutnant am Donnerstag in Berlin. "Es gibt keinen Fall, wo wir uns nicht an die Regeln gehalten haben, die uns vorgegeben wurden."

In Afghanistan verfügt die deutsche Bundeswehr über drei bis Oktober 2014 gemietete israelische Aufklärungsdrohnen vom Typ "Heron 1". Zur Zeit wird nach einer Anschlusslösung gesucht.

Müllner befürwortete den Kauf der von den US-Streitkräften seit 1995 eingesetzten "Predator"-Drohne. Die Einsätze der ferngesteuerten Kampfjets der USA gegen Aufständische in Pakistan sind völkerrechtlich umstritten. Medienberichten zufolge sollen dabei in den vergangenen Jahren hunderte unbeteiligte Zivilisten ums Leben gekommen sein.

Minister sieht kein Problem

Deutschlands Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU) sieht trotzdem kein Problem im Einsatz von bewaffneten Drohnen. Die ferngesteuerten Flieger seien zielgenauer als herkömmliche Waffensysteme und richteten deshalb weniger Schäden an, sagte er vor wenigen Wochen in einem Interview. "Ethisch ist eine Waffe stets als neutral zu betrachten."

Müllner geht davon aus, dass der Luftwaffe bei künftigen Auslandseinsätzen der Bundeswehr grundsätzlich größere Bedeutung zukommen wird. Einsätze mit Bodentruppen wie in Afghanistan oder auf dem Balkan hätten sich als "nicht sehr effizient" erwiesen, sagte er. "Der Aufwand, den wir betreiben müssen, und das Ergebnis, das wir sehen, stehen in keinem Verhältnis", sagte er.

Einsatzszenarien wie in Libyen seien deshalb in Zukunft wahrscheinlicher. "Vom Muster her wird man, wenn man die Möglichkeit hat, eher dazu tendieren", sagte Müllner. Die NATO hatte mit Luftschlägen gegen das Regime von Muammar al-Gaddafi maßgeblich zu einem Umsturz in dem nordafrikanischen Land beigetragen. Deutschland beteiligte sich allerdings nicht an dem Einsatz. (APA, 30.8.2012)

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Oberstleutnant Sanftleben hätte gesagt

"ich bin mir sicher Deutschland braucht diesen Mist nicht", denn er hätte Angst, dass ihm die Heimatfront in den Rücken fällt.

ein kleiner Ausblick...

Einsatzszenarien wie in Libyen seien deshalb in Zukunft wahrscheinlicher. "Vom Muster her wird man, wenn man die Möglichkeit hat, eher dazu tendieren", sagte Müllner. Die NATO hatte mit Luftschlägen gegen das Regime von Muammar al-Gaddafi maßgeblich zu einem Umsturz in dem nordafrikanischen Land beigetragen. Deutschland beteiligte sich allerdings nicht an dem Einsatz.

scheiss kriegstreiber! sie machen es schon offiziell und die lemminge applaudieren und zahlen in den Rettungsschrim ein. man lässt es mit sich machen und ist somit mitschuld.

Na ja, wenn das Bombardement des Tankwagens in Afghanistan kein Beispiel für sinnloses und kriminelles Töten war, dann frag ich mich, welche Einsätze alle genehmigt werden können, denn fürs Inland wird der Herr die Drohnen ja nicht brauchen.

Passend zum Inlandseinsatz?

na logisch brauchns das.

schließlich müssen die großkopferten auf augenhöhe mit den 80 millionen potentiellen terroristen sein.

was ist nur..

..aus meinem schönen alten Hobby Modellflug geworden?

*seufz*

Das deutsche Heer hält sich, wie leider

jedes Heer der Welt, nicht an Einsatzregel.
Entgegen den Regeln wird fleißig unnötig drauflosgemordet.
War im Irak unter den Amis so und wurde auch von der Bundeswehr - der Tod ist ein Meister aus Deutschland - umgesetzt.
Beim Raketenangriff auf den Tanklaster in Kundus, der keine Gefahr war, wurden unnötig Dutzende Zivilisten ermordet. Natürlich wurde der Mörderoberst vor einem deutschen Gericht freigesprochen und nun für seinen Mördereinsatz zum General befördert.
Sind leider schon wie die Amis, die Deutschen mit ihrer Bundeswehr, nur könnens bis jetzt noch nicht, wie die Amis, mittels Drohnen unschuldige Menschen zu Tode bringen.

Klug

Wenn ich mir Ihren Beitrag so durchlese, stellt sich die Frage: Soll ich nur mit dem Kopf schütteln - oder es bedauern, dass es keine Ostfront mehr gibt - an die man sie schicken könnte!

Oberst Klein musste nicht freigesprochen werden!

Da es überhaupt keine Ankalgeerhebung gab, fand auch kein Verfahren statt. Also kein Urteil. Auch kein Freispruch.

"Mörderoberst" würde ich an Deiner Stelle nicht schreiben. Es könnte den Tatbestand der Beleidigung erfüllen.

Nur am Rande: wer mitten in der Nacht in einem Kriegsgebiet einen Militärlastwagen plündert, kann schwerlich den Status des "Zivilisten" für sich beanspruchen.

Das Wort "Mörderoberst" erfüllt aber auch den Tatbestand der Realität. Ich hätte für den Herrn noch ganz andere Schimpfworte parat... das war eine derart unfassbare Schweinerei, gepaart mit schweren Fehlern und diese Art Wichtigtuerei, die man bei den Armeen findet.

"Soldaten sind Mörder" c Kurt Tucholsky

Mord ist klar definiert als "gewaltsames umbringen eines Menschen". Es gibt unterschiedliche Arten und Gründe für Morde, aber der Staat, also die Soldaten, sollten sich nicht hinter der Tötungsfloskel verstecken, wenn gemordet wird. In Afghanistan werden laufend Menschen von Taliban/Soldaten ermordet.
Im Sinne der obigen Definition ist natürlich Oberst Klein ein Mörder und er hat unnötig gemordet.
Von dem Tanklastzug ging keine Gefahr aus, und Mörderoberst Klein ließ unnötig Menschen 100?, aber die genaue Zahl wissen Sie als Oberlehrer sicher besser, umbringen.

Und bitte kein Duzen. Ich war mit Ihnen weder im Caf Central, noch auf der UNI, noch auf irgendeiner Demo gegen Kriegs/Mörderaktionen z.B. Irakkrieg.

'Mord ist klar definiert als "gewaltsames umbringen eines Menschen".'

Ist es natürlich nicht. Mord ist durch explizite Merkmale definiert:

"Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, einen Menschen tötet."

Ob von dem Taklastzug eine Gefahr ausging, ist egal. Keine Armee der Welt lässt sich gerne ihre Ausrüstung wegnehmen. Schon gar nicht von irregulären Kombattanten.

Ein Großteil der Definition wurde bei dem Tankwagenbeschuss sowieso erfüllt - also klar Mord.

es war eine militärische Kampfhandlung, die sich

gegen die Wegnahme der Tankwagen richtete.

Militärische Kampfhandlung gegen Zivilisten?

Eine Militärische Kampfhandlung gegen Zivilisten die versuchen ihre Behälter illegal mit Benzin zu füllen.
Eigentlich ein Fall für die Polizei unter zivilisierten Menschen.
Dann versucht man nicht den Benzinraub mit eine dem Einsatz einer Kampftruppe zu verhindern. Nein es braucht einen Flugzeugangriff mit Raketen auf die feindlichen Zivilisten. Ergebnis: Zahlreiche Zivilisten tot und der Tankwagen zerstört. Vielleicht doch eine falsche militärische Kampfhandlung? Aber nein, ein deutscher Oberst macht keine falschen Handlungen!

Sie verschweigen auch immer noch, warum es Westerwelle nicht gelingt die amerikanischen Atomwaffen vom deutschen Staatsgebiet wegzubekommen?

"Eigentlich ein Fall für die Polizei unter zivilisierten Menschen. "

Das nächste Drehbuch für SoKo Kabul!

Lach Dich weg!

wieviele "zivilisten" dann wirklich unter den toten waren werden wir nie erfahren. da es nach dem angriff aber erstaunlich ruhig blieb in und um kunduz (und wenn gewisse kräfte es wollen regt man sich dort über wirklich jeden sche** auf) kann man das schon als indikator hernehmen.
und es ging überhaupt nicht um den benzinraub, sondern oberst klein sah die möglichkeit zum einen die tanlaster zu vernichten (und damit die gefahr die von ihnen ausgehen KÖNNTE zu bannen) und gleichzeitig dem feind einen schlag zu versetzen. aus militärischer sicht ist ihm beides zweifellos gelungen.

und sie haben ihrerseits noch nicht erklärt warum deutschland überhaupt auf die nukleare teilhabe verzichten wollen sollte?

Müllner: Strikte Einsatzregeln

So wie in Kunduz. Für genaue Beachtung der Regeln gibt es Beförderungen. Wie für die Helden in Kunduz.

ein militärverantwortlicher macht seinen job...

...und hier geht schon das gejammer von "moral und ethik" los.

entweder ein land entschließt sich kein militär zu haben-ok, oder man entschließt sich eines zu haben aber dann muss man es auch optimal ausrüsten.

heuchelei...

Goldschmied bleib bei deinem Hammer

Das ist ja das Schlimme, dass er seinen Job macht - und wie!

"Es gibt keinen Fall, wo wir uns nicht an die Regeln gehalten haben, die uns vorgegeben wurden."

Ja genau! So was in der Art fällt mir auch ein wenn ich an Deutsches Soldatentum und deren glorreiche Geschichte denke *LOL*

@VwV

Man kann die Software einer Militärdrohne hacken und die aufgezeichneten Bilder mitschneiden - jedoch kann man sie nicht steuern, laut Quellen wo ich ein wenig recherchiert habe.

http://www.krone.at/Videos/Na... deo-176553

Doch wer soll solchen Aussagen wie in der obigen Quelle glauben schenken? "Wall Street Journal" hat dieses nämlich berichtet. Wer ist so blöd und verkauft Kriegs-Ware an Deutschland, die zu 100 % nicht den Sicherheitsstandards des Militärs entspricht ?

Vielleicht Kasperl und Pezi aber sicherlich nicht das Militär, Achtung beim Kauf dieser 20 Euro Software, wer weiß wen sie damit finanzieren. ;-)

Nachdem

Bankomaten auf WinXP laufen und das amerikanische Militär eine Stellungnahme abgab, in der sie meinten auf Linux um zu stellen da Win zu anfällig sei glaub ich bei denen alles......

Denken sie Nach !

Militärdrohnen und Bankomaten ?

Militär und Banksystem ?

"das amerikanische Militär eine Stellungnahme abgab"

??

Denken sie nach !

Das Militär gibt nie Fehler zu, es muss alles perfekt sein auch ihre LÜGEN !

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