Reis droht Preisrally

Entwicklungsbank warnt vor extremer Teuerung. Südostasiatische Staaten müssten Sprünge wie 2007 und 2008 verhindern

Manila - Im Zuge der Nahrungsmittelkrise durch die Dürre in den USA droht auch bei Reis ein Preisschock. Davor warnt die Asiatische Entwicklungsbank (ADB). Die südostasiatischen Staaten müssten verhindern, dass die Preise wie 2007 und 2008 wieder um bis zu 149 Prozent steigen, schrieb die ADB in einer Serie von Arbeitspapieren, die sie am Donnerstag veröffentlichte.

Exportschranken mit Folgen

Das passierte damals nach Angaben der Entwicklungsbank, weil die Exportschranken hochgingen und Panikkäufe einsetzten. Eine Milliarde Menschen sei dadurch nach Schätzungen in die Armut getrieben worden. Stattdessen sollten die Importländer weniger Reis horten, die Exportländer bestimmte Mengen an Reislieferungen garantieren.

"Die Länder der südostasiatischen Staatengemeinschaft - ASEAN - können helfen, Reispreisschocks zu verhindern, in dem sie Exportbeschränkungen verringern, weniger Augenmerk auf die Selbstversorgung legen, die Preisgarantien in Thailand ändern und ihre Reispolitik mit Indien und Pakistan abstimmen", forderte die ADB.

Länderübergreifendes Denken

Lourdes Adriano, Agrarspezialist von der ADB, forderte: "Die Politiker müssen länderübergreifend denken und handeln, damit der Preis nicht so hoch steigt, dass sich die Armen in der Region das nicht mehr leisten können."

Die Bank kritisierte Thailands Preisgarantien für heimische Bauern, die über den Weltmarktpreisen liegen. Deshalb seien die Exporte innerhalb von fünf Monaten um 43 Prozent zurückgegangen. Die Reisernte in den zehn ASEAN-Ländern werde von heute bis 2020/21 um rund 1,4 Prozent im Jahr wachsen, auf dann 128,3 Millionen Tonnen, schätzte die Bank. (APA, 30.8.2012)

Share if you care