Stevia-Produkte: VKI spricht von Etikettenschwindel

30. August 2012, 16:40
  • Aus den Blättern der Steviapflanze wird das Süßungsmittel Steviolglykosid gewonnen. Industriell verarbeitet, verliert es jedoch das Attribut "natürlich".
    foto: pixelio.de/sigrid rossmann

    Aus den Blättern der Steviapflanze wird das Süßungsmittel Steviolglykosid gewonnen. Industriell verarbeitet, verliert es jedoch das Attribut "natürlich".

Der VKI testete mit Stevia gesüßte Produkte und war überrascht über die weiteren Zusätze

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 36 Produkte getestet, die das seit Dezember 2011 zugelassene Süßungsmittel Steviolglykosid enthalten. Über ein aufwändiges industrielles Verfahren wird der Stoff aus den Blättern der Steviapflanze gewonnen, wobei "Stevia" in Pulver- oder Tablettenform auch häufig mit Konservierungsmitteln (Kalimsorbat oder Sorbinsäure), Stabilisatoren (beispielsweise Alkohol) oder Trennmitteln (Siliciumdioxid) versetzt ist. Von Natürlichkeit also keine Spur, auch wenn das Werbeargument "natürlicher Zuckerersatz" den Konsumenten einen anderen Eindruck vermitteln möchte.

Häufig Zucker enthalten

Neben der viel zitierten "Natürlichkeit", wird auch das Merkmal "ohne Kalorien" vielfach angepriesen. In zehn der 36 geprüften Proben wurde allerdings Zucker gefunden, meistens in Form von Fruktose, Laktose, Apfelsaft oder Apfelsüße. Zudem waren in zwölf Fällen weitere Süßungsmittel - am häufigsten der Zuckeralkohol Erythrit - enthalten. "Es ist schon erstaunlich, dass hier sehr oft andere Stoffe - darunter auch Zucker - für Süße sorgen", meint Franz Floss, Geschäftsführer des VKI. Die Tester empfehlen daher vor dem Kauf von "Stevia-Produkten" einen "kritischen Blick auf die Zutatenliste" zu werfen - nicht zuletzt auch deshalb, weil sie für Diabetiker nur bedingt geeignet sind.

Generell weisen viele der untersuchten Produkte diverse Ballaststoffe wie Inulin, Oligofruktose oder Maltodextrin auf, um das fehlende Volumen auszugleichen. "Steviolglykoside haben keine konservierenden Eigenschaften und es fehlt ihnen an Volumen. Der reine Süßstoff ist daher zum Einkochen beziehungsweise Backen nur bedingt geeignet", erklärt die Ernährungswissenschaftlerin Katrin Mittl vom VKI.

Im Geschmackstest durchgefallen

Was die geschmackliche Qualität betrifft, so konnten sich die Steviolglykoside-Produkte gegenüber den mit Zucker oder anderen Süßungsmitteln versetzten Kostproben nur schwer behaupten. Geprüft wurde Ketchup, Fruchtjoghurt, Vanilleeis und Milchschokolade. Lediglich ein Joghurt erhielt von den Testern eine bessere Note als die gezuckerte Konkurrenz. Schokolade mit Steviolglykosiden erzielte im Vergleich das schlechteste Ergebnis.

Fazit des VKI: "Stevia ist bei weitem nicht so natürlich wie in der Werbung angepriesen. Es ist kein natürlicher Zusatzstoff, allerdings sind Steviolglykoside nicht besser oder schlechter als andere Süßstoffe. Sie sollten in Maßen genossen werden, denn zu den Auswirkungen einer chronischen Überdosierung des Süßstoffes gibt es noch keine Studien".

Irreführende Kennzeichnung

Seit Juni 2012 gibt es eine Leitlinie des Bundesministeriums für Gesundheit wie "Stevia-Produkte" beworben werden sollten. Demnach wären Bezeichnungen "mit Steviolglykosiden", "mit Steviolglykosiden aus pflanzlicher Quelle" oder auch "mit Süßstoff Steviolglykoside aus Stevia" korrekt. Das tatsächlich verwendete Vokabular der meisten Produzenten, spricht aber eine andere Sprache und enthält "blumige" oder irreführende Formulierungen wie "mit Stevia" oder "natürlich gesüßt". "Jene Hersteller, die mit ihren Produkten noch nicht den Vorgaben entsprechen, haben uns zu verstehen gegeben, dass sie mit Hochdruck an der Umsetzung der Leitlinie arbeiten. Wir sind gespannt und werden im kommenden Jahr genauer unter die Lupe nehmen, inwieweit dies auch erfüllt wurde", so Floss. (red, derStandard.at, 30.8.2012)

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"mit Hochdruck an der Umsetzung der Leitlinie arbeiten" ... ma gehn mir diese dummen Floskeln am Popo. Wie viel Hochdruck genau brauchts eigentlich, drei Worte zu ersetzen? Ah nein, es geht ja darum, 1. Zeit zu schinden und dann 2. einen noch frecheren Euphemismus zu erfinden.

Kommt naoch dazu, dass das meiste an "Stevia" gar nicht von der Steviapflanze aus Lateinamerika kommt, sondern in China künstlich-chemisch nachgebaut und exportiert wird - als eine Art "Süßstoff"!

stevia = pflanze
aspatam = pharmaprodukt mit milliardenumsatz und krebsverursachenden wirkungen

Stevia = nix Pflanze, sondern in China chemisch erzeugt! Die sind der Meinung, auf die Stevia-Pflanze nicht angewiesen zu sein.

Stevia = nix Pflanze

http://bit.ly/P0i2fe

G'scheiderl!

Tollkirsche - Pflanze
noch so ein fabelhaftes Argument?

Ich glaube nicht, dass das Stevia in den Produkten noch etwas mit der Pflanze gemeinsam hat. Außerdem entwickeln gerade Pflanzen oft sehr giftige Stoffe.

Nordthailand

20g Cellophansackerl Stevia bei den hilltribes 20 thb = 0.5 €

In der Stadt, um 12cent teurer!

Die Natur IST Chemie!

Bitte nachschauen - Aspartam - Süssstoff mit Nebenwirkungen

Ich glaube, Ihre aufgewärmten alten Geschichten wirken nicht wirklich.

ist ja nicht auf meinem Mist gewachsen und Biolebensmittel sind nicht gesünder, gell

Da war doch gestern im Fernsehen ein Film, bei dem gezeigt wurde, wie Bioschweine in Massentierhaltung heranwachsen. Wer das gesehen hat weiß, dass Biolebensmittel nicht gesünder oder besser, sondern nur teurer sind.

Und die Leute sind noch immer so blöd und haben es noch immer nicht geschnallt!

Vielleicht auch deswegen, weil die Süßstoffe und deren Veerteilung in den USA eine Domain der Mafia sind. (Kein Witz.) So ähnlich wie bei den Chinarestaurants die Choi...

Ihr religiöser Eifer im Verbreiten von Unsinn macht mir Angst.

Das will ich aber nicht, sie so zu erschrecken - ich hoffe, sie erschrecken einmal nicht, wenn etwas anderes herauskommt

Nein, auch heuer wird's nicht wahrer!

Sie sind schon sauber verzweifelt, Ihre Meinung wo anzubringen, was?

wieso verzweifelt, mir ist es wurscht - sie können Aspartam lutschen, was das Zeug hält - ich nicht mehr

Ich verwende Stevia Pillen von der bekannten Firma K. und bin sehr zufrieden.

Täglich gut 20 Stück, schaun ma mal, wenn ich in 10 Jahren deswegen die Potschn streck, werds zum Begräbnis geladen...
Versprochen.

Und wie und wo kriegt man jetzt echt natürliches Stevia? Nicht als Blätter, sondern irgendwie anders. Gibts das?

es gibt eine auflistung von mehreren hundert produkten mit den links zu den herstellern unter http://www.steviaguide.at/produkte/

ist ein stevia-fachmagazin und kein shop!

Was meinen Sie mit natürlich, wenn Sie die Blätter nicht wollen? Was ist für Sie "irgendwie anders"?

Natürlich,

seit es von der EU zugelassen ist (das Verbot war ohnehin eine Farce) bekommt man die Pflanze in vielen Gärtnereien und dgl. (sogar schon bei baumax gesehen).
Bisher war diese Pflanze ja eher schwierig zu erhalten (als "Zierpflanze")

Zusatz: die Pflanze ist nicht winterfest, lässt sich mittels abpelzen vermehren.

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