Lufthansa-Crew bestreikt Frankfurt: Zahlreiche Flüge gestrichen

  • Ab Freitag werden Lufthansa-Flugzeuge am Boden bleiben.
    foto: dapd/daniel roland

    Ab Freitag werden Lufthansa-Flugzeuge am Boden bleiben.

Wichtigster Flughafen Deutschlands von 5 bis 13 Uhr lahmgelegt - Kurz- und Langstrecke betroffen

Berlin - Die Stewardessen und Stewards der Lufthansa haben am Freitagmorgen am Frankfurter Flughafen die Arbeit niedergelegt und für zahlreiche Flugausfälle gesorgt. Der Streik ist von 05.00 bis 13.00 Uhr angesetzt. Er dürfte den Verkehr an Deutschlands größtem Flughafen wegen des dicht gestaffelten Flugplans jedoch noch länger aus dem Takt bringen. Die Lufthansa reduzierte den Flugplan für den Streikzeitraum um 25 Prozent, indem sie 64 Flüge strich - davon viele innerdeutsche Verbindungen, bei denen die Passagiere auf die Bahn ausweichen können. Rund drei Viertel der Lufthansa-Maschinen sollten aber planmäßig abheben.

Schlangen vor Umbuchungsschalter

Trotz des Streiks herrschte in den Terminals am größten deutschen Flughafen kein Chaos. Vom Streik überrascht waren die meisten Reisenden nicht. Mit langen Schlangen vor den Umbuchungsschaltern hat der erste Streiktag begonnen. Die Anzeigetafeln im Terminal 1 gaben den Ausfall von Lufthansa-Flügen mit Zielen in Deutschland und Europa bekannt. Gestrichen waren zum Beispiel Verbindungen nach Hamburg, Berlin, Zürich, London und Rom - aber auch einer nach Wien.

Demnach wurde der Flug, der um 08.45 Uhr von Frankfurt starten sollte, gestrichen. Alle anderen Flüge nach Österreich, etwa jener nach Salzburg um 08.35 Uhr oder jener nach Graz um 12.10 Uhr sowie alle übrigen Wien-Flüge scheinen dagegen bisher nicht vom Streik betroffen.

Verhandlungen gescheitert

Der Ausstand ist für die Lufthansa besonders schmerzhaft, weil er ihre Heimatbasis trifft. Die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag für die rund 19.000 Stewardessen und Stewards der Lufthansa waren am Dienstag nach gut einem Jahr gescheitert. Die Kabinengewerkschaft Ufo kämpft für höhere Löhne und gegen die Auslagerung von Stellen. Nach Ansicht des Managements hingegen sind wegen der harten Konkurrenz Einschnitte nötig.

Ufo hat in den seit 13 Monaten andauernden Verhandlungen nach drei Jahren Nullrunden neben fünf Prozent höheren Entgelten unter anderem das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs verlangt. Lufthansa plant hingegen mittelfristige Einsparungen bei den Personalkosten und will dafür unter anderem die Beförderungsstufen strecken.

Die Gewerkschaft gibt sich kampfbereit und will sich notfalls nicht nur auf Streiks von wenigen Stunden beschränken. Falls die Lufthansa nicht einlenke, werde es zu bundesweiten und unbefristeten Arbeitsniederlegungen kommen, hatte sie bereits gedroht.

Kurz- und Langstrecke betroffen

Nach Angaben von Ufo-Sprecher Alexander Behrens sollen sowohl Kurz- als auch Langstreckenflüge betroffen sein. Gestreikt würde am Freitag ausschließlich auf dem Airport in Frankfurt, dem wichtigsten Drehkreuz der größten europäischen Luftfahrtgesellschaft, zu der auch die österreichische Austrian gehört. In Frankfurt landen und starten täglich 840 Maschinen der Lufthansa.

Lufthansa hat ihre Gäste gebeten, sich über die Website www.lufthansa.com über den Status der eigenen Verbindung zu informieren. Die Fluggesellschaft wollte nach Angaben von Donnerstag einen möglichst großen Teil ihres Flugplans fliegen, Vorrang haben dabei die Interkontinentalverbindungen.

Weitere Streiktage möglich

Die Flugbegleiter könnten nach dem achtstündigen Streik bereits am Wochenende erneut in den Ausstand gehen. "Da kann ich tatsächlich keine Entwarnung geben", sagte der Chef der Kabinengewerkschaft Ufo (Unabhängige Flugbegleiter Organisation), Nicoley Baublies, der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstagabend. "Unsere zentrale Streikleitung ist da ganz autark. Die planen im Hintergrund, wie es weitergeht."

Es handelt sich um den ersten Streik des Kabinenpersonals in der Geschichte der Lufthansa. "Wenn ich die Zeichen der Lufthansa richtig deute, wird es wohl nicht der letzte gewesen sein", so Baublies. (APA/Reuters, 30.8.2012)

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3 jahre nulllohnrunde sollten reichen, keiner von uns, liebe posting gemeinde, braucht sowas und will sowas. schauen sie sich alleine die inflation an.... ist ja wohl schon eine gewaltige gehaltskuerzung.

bei der aua haben alle insgeheim gejubelt

dass es dem personal mit den hohen gehältern ans leder geht. leider lassen sich die menschen zu leicht auseinanderdividieren. jetzt sieht man die "qualität" des lufthansa(und aua) managements.
die arbeitgeber der metaller haben schon blut geleckt und versuchen die fronten aufzuweichen.
"wenn vom brotlaib die erste scheibe fehlt arbeiter merk das signal..."

es schweißt die Menschen keineswegs "zusammen", wenn weiter hohe Löhne bezogen werden, die die airline auseinanderbrechen lassen

es schweißt die Menschen keineswegs "zusammen", wenn weiter hohe Löhne bezogen werden, die die airline auseinanderbrechen lassen

Noch sind es Vorstands- und Managementfehler die Firmen straucheln lassen.
Ganz besonders blöd ist es aber, wenn das Management um seiner Prämien Willen auf das Personal losgeht, vor Allem das Produktive. Verhandlungsgeschick ist heute keine Eigenschaft die ein Manager haben muß?!?

mag alles sein,
aber hohe Löhne für Angestellte sind kein tauglicher Ersatz zur Behübschung der Statistik
Wenn das management "um seiner Löhne willen" auf das Personal losgeht, ist das ein unbewiesenes Wortspiel denn ein beweisbares fact.
Wollen Sie verhandeln, so tun sie es. Manchmal scheint es aber, daß die Hierarchie verwechselt wird. Mitarbeiter werden zu Cheafs und konstatieren Managementfehler, ohne die Kompetenz zu haben adäquat zu agieren

Mitarbeiter werden zu Cheafs und konstatieren Managementfehler, ohne die Kompetenz zu haben adäquat zu agieren

Welch ein Unsinn! Manager sprechen Mitarbeitern gerne jegliche Kompetenz zur Beurteilung ihrer "Leistung" ab. Bringen dann aber so gewaltige Fehlleistung, dass es nicht zu übersehen ist. So wie bei der AUA aktuellerweise, für diejenigen die sich ernsthaft damit auseinandersetzen.
Lohn und Prämie sind übrigens zwei sehr verschiedene Sachen und wenn Ersteres nicht reicht, sollte Letzteres kein Thema mehr sein!

Ganz genau so!

Sozialkombative Auseinandersetzungen unter Unternehmesmitgliedern sind deren Eigenrevier, argumentative Streitereien wer der bessere Mitarbeiter ist oder ungerechte Vorwürfe kommen vor den Ombudsmann.
Wer klagt Manager an? Mitarbeiter?
Wo läuft die Klage?
Wie lautet sie?

Haben sie schon einmal ihren Manager geklagt?
Ich gratuliere ihnen!

Mutig in die neuen Zeiten,

Frei und gläubig sieh uns streiken.

und warum spielt die AUA den streikbrecher!??

AUA als Streikbrecher?

Wo haben sie einen LH Flug gefunden, der von OS betrieben wird?

mutig..

es gibt halt noch leute die sich für ihre rechte einsetzen und nicht kuschn wie ein sklave ;)

... leute die sich für ihre rechte einsetzen ...

Das ist doch strengstens verboten! Da könnte Jeder kommen und seine Rechte einfordern, der Briefträger im Hochgebirge, der Taxler in der Sahara, der regierungstreue Politiker in Aleppo, ja sogar der Vorstand der Lufthansa, wenn es um seine Prämien geht. Korrigiere Letzteres, das tut er ja gerade indem er dem Personal die Garotte anbietet!
Für die Blitzgneisser, LH beschäftigt wirklich keine OsterHASEN!

Beim derzeitigen Arbeitslosenheer...

...sollte sich schnell Ersatz für Kellnerinnen mit Zusatzausbildung (Erste-Hilfe-Kurs) finden lassen.

Das bisherige Servierpersonal möchte ja anscheinend nicht mehr dort arbeiten - Kündigungen wären ein gangbarer Weg für beide Seiten.

Der Herr wünschen, für EUR 1533,-- brutto zu arbeiten?

ihr vorteil:

für ein posting muß man nur tippen können, aber nicht denken.

ist die Frage, ob diese neue Kellnerinnen dann besser mit der zunehmenden Unverschämtheit der Passagiere zurecht kommt.
Die heutige Situation ist ganz klar dem Umgangston der Passagiere zu verdanken. Wie man in den Wald hineinruft, so schallts heraus.

Kellner verdient normalerweise mehr (inkl. Trinkgeld)

die Zeiten wo man im Schweizerhaus 60.000,- ATS im Monat kassiert hat sind zwar schon lange vorbei, aber so knapp die Hälfte davon ist immer noch drin wenn man auf Zack ist... - an Bord kann man von solchen Zahlen nur träumen...

Klar doch!

Nur werden die meisten Aushilfen nicht in der Lage sein, das zu ertragen, was die regulären Crews tagtäglich ertragen müssen. Flugbegleitung ist eine Show. Immer schön aussehen müssen. Lächeln, lächeln, lächeln. Auch wenn König Kunde gerade sein hässliches Gesicht zeigt.

Lesetipp: Arlie Russell Hochschild, "The Managed Heart: Commercialization of Human Feeling".

jo, wenn man sich beeilt dann sind Kellner aller Art bis morgen Früh auf die Flieger eingeschult.
Kein Problem der Ersatz.

genau...

... und sie sind dann der erste, der sich über die miese Qualtiät aufregt!
Ich finde es wirklich erschütternd, für wie blöd, ungebildet und ersetzbar das Flugpersonal hingestellt wird!!!
Ich wünsche ihnen mit ihrer Präpotenz viel Erfolg im Leben!

Als Vielflieger kann ich nur eines bestätigen: die Qualität der LH in der Business Class (Langstrecke) ist tatsächlich mies. Daher meide ich auch die LH, wo immer es geht.

... Sind Sie seit Juli schon mal mit AirBerlin geflogen!? Sie kehren reumütig und froh zur Lufthansa zurück.
Z.B. kostet es 15.-€ pro Flug, wenn Ihr Gepäck mehr als 6kg wiegt. Sollten Sie einen Platz am Exit haben wollen, müssen Sie 20.-€ berappen. Sollten Sie am Schalter einchecken, zahlen Sie 15.-€. D.h. ein Flug, der 87.-€ nach Hamburg kostet, kann Sie teuer zu stehen bekommen = 177.-€ im schlimmsten Fall.

Ich lächle immer wieder über Kunden, die sich über mangelnde Qualität bei Preisen von 15, 20 oder 30 € wundern .

Und dies auch noc laut kundtun..

Dies sind die wahren Säulen der Konsumkriterien!

ja um den genannten endbetrag

kann man sich schon ein ticket bei einer airline kaufen, fallweise kommen die kunden schön langsam drauf, wie und wo sie geneppt werden.

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