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"Sie Trottel" klingt allemal eleganter als "Du Trottel".
Pro: Keine Frau Fessor mehr
Von David Krutzler
Worauf sollen die Schüler warten? Auf die obligatorische Abschlussfeier der Maturaklasse? Dort, wo die Lehrer mehr förmlich als nüchtern von ihrem Podest herabsteigen und gnadenhalber befinden: "Du, ich bin jetzt die Helga. Prost!" Der Satz des Pythagoras lernt sich doch leichter, wenn ihn der Werner erklärt und nicht der Herr Fessor.
Der Erfolg des Lehrers hängt auch vom Schüler ab, das ist für beide Parteien eine Win-win-Situation. Die Gefahr, dass durch das "Du" der Respekt vor der höheren Instanz verlorengeht, ist nicht gegeben: Ein Fünfer tut freundschaftlich und vertraut ausgesprochen genauso weh. Aber wir sind in der Schule, da dauern Reformen ja Jahrzehnte.
Ein Vorschlag zur Güte: Schulversuch! Probieren wir es mit dem Tages-Du. Das wird schon auf einigen elitären Golfplätzen höchst erfolgreich selbst vom Big Boss des Superkonzerns angeboten. Kündbar ist das Tages-Du beiderseits: Zum Chemielehrer, der sich an den Vorfall mit der Buttersäure noch genau erinnern kann, sag ich noch heute freiwillig Sie.
Kontra: Ewige Vendetta
Von András Szigetvari
Streng, ungerecht, angsteinflößend: Nein, die Rede ist nicht von Angela Merkel, sondern von Lehrern. Jeder, der schon mal eine Schulbank gedrückt hat, dabei nicht in der ersten Reihe saß, eine Brille trug und permanent mit Aufzeigen beschäftigt war, weiß: Lehrer sind und bleiben der Feind. Wie käme man da nur auf die Idee, sie zu duzen? Das "Sie" in der Klasse bietet Schutz. Für Kinder. Denn "Du" schafft Nähe. Aber wie verwirrt müssen Heranwachsende werden, wenn sie Menschen duzen müssen, zu deren Hauptbeschäftigung es zählt, Kindern alles zu verbieten, was Spaß macht. Klar ist nicht jeder Professor ein Abbild "Gott Kupfers" aus Der Schüler Gerber. Aber wozu die wenigen coolen Lehrer duzen und sie damit der Gefahr aussetzen, von ihren Kollegen wegen des jovialen Tonfalls in der Klasse weggemobbt zu werden?
Und an all jene, die im kommenden Jahr maturieren und sich bereits auf den Tag freuen, an dem sie ihren Ex-Lehrern auf Augenhöhe begegnen können: "Sie Trottel" klingt allemal eleganter als "Du Trottel". (Rondo, DER STANDARD, 31.8.2012)
Die Suche in Taschentiefen oder Zimmerfluchten ersparen oder Understatement mit einem einzigen Klingelton
So ein charakterstarker Sattelschutz gibt uns den allerschönsten Schliff im Meer des seriösen Gleichklangs - Oder: der Schoner steht dem Wesen des Radfahrens entgegen
Die dumme Augustine trug sie und wurde umjubelt, aber der Modetrend gilt als Gegenteil von Freiheit
Maunchmoi is scho vü gscheida, ma bleibt bei dem wos ma dalernt hot oder Hochsprache ist Facebook-Sprache
Die gedruckte Zeitung darf nicht sterben - oder: Wenn gedruckte Gedanken zu Wischdiensten abkommandiert werden, sterben sie einen feuchten Tod
Einen Goldfisch damit nach Hause transportieren oder Liebe geht durch den Magen
Ein Zeichen einer erwarteten Gemütlichkeit oder so graziös wie Bambi auf dem zugefrorenen Teich
Ein gerade unübertreffliches Glücksrezept oder logistischer Stress durch neumodisches Brauchtum?
Weshalb das viel gepriesene "Runner's High" in der Stadt mitunter auf sich warten lässt und das duch-die-Stadt-joggen eine Sightseeing-Tour ersparen kann
"Damit sich nicht wieder irgendein Armleuchter in den Luster hängt" oder "Fröhlichkeit ganz ohne Alkohol ist immer etwas gezwungen"
Seine Entscheidung - "eine oda auße?" - jederzeit staufrei revidieren oder es ist nicht der Mensch, der den Rhythmus vorgibt
Her mit der heißen Ware, oder sind erotische Geschenke einfach nur peinlich?
"Welcher Superstar wird dich heiraten?" oder Danke, wir wollten es echt nicht so genau wissen
Wer die Lure aus dem Stockwerksautomaten am Platz genießt, versäumt nichts Spannendes - oder die Sitten im Büro sind immer nur so rau wie das Leben auf der Straße
"Das WC ist nicht Rückzugsraum, sondern reine Bedürfnisanstalt" oder: "Undenkbar, dieses Elend den Blicken einer weiblichen Laufkundschaft preiszugeben"
Heißer Tee, Suppe oder auch Punsch oder die Eismischerzunft soll endlich auf den Klimawandel reagieren
Rockgott versus Gott der Allmächtige - zumindest wenn es um die Frage nach hell oder dunkel geht
"Mindestens haltbar bis ..." - "Best before" ist schlicht irreführend übersetzt oder ein farbenprächtiger Abdruck einer Fontäne an der Toilettenwand
Weshalb der Alltag der KollegInnen schon interessant ist und portionierte Grußbekanntschaften einem weißen Wal das Leben schwer machen
In der Leichtigkeit muss man das Üppige wählen oder der Schaum, ein Traum
Gluck, gluck, und runter damit oder rot steht für Wärme, Leidenschaft und große Gefühle
Wer nicht mit Kanonen auf Brösel schießt, greift zum Bartwisch und dessen Zwilling, dem Schauferl oder ihr Traditionsritter von der traurigen Gestalt
"Du, in meinem Zelt ist eh Platz für zwei!" oder eine Mischung aus Schweiß und Uringeruch
Man kann sich, muss sich aber nicht festlich kleiden oder das Wohnzimmer ist und bleibt eine pinguinfreie Zone!
Es wird davon ausgegangen, dass die Lehrer der natürliche Feind des Schülers wären. Also ich frage mich, ob man die Schule nicht abschaffen sollte. Lernt man doch alles im Internet. Und im Prinzip braucht man doch eh nichts mehr zu lernen. Jobs gibt es keine und was da in der Schule unterrichtet wird, ist doch lebensfremder Kram. Vielleicht gibt es die Schule überhaupt nur deswegen, weil der Mensch ein Feindbild braucht. Und dafür gibt es dann die LehrerInnen.
*Ironiemodus off*
der untertitel des bildes kommt mir irgendwie bekannt vor:
http://derstandard.at/plink/134... id27604809
beim 20-jährigen maturatreffen hat mir mein ehemaliger dt.-professor, der mittlerweile direktor eines angesehenen gymnasiums war, eine führung durch seine schule angeboten. sehr nett von ihm, aber irgendwie unheimliche vorstellung, ich habe abgelehnt.
was bedeutet ihr smiley?
ist nicht immer leicht mit der kommunikation, deswegen hier eine kleine geschichte:
http://www.wienerzeitung.at/meinungen... uette.html
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