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Manila - Die neuen Kunstwerke entlang der Stadtautobahn EDSA in Manila sollen die Luftqualität verbessern? Der Straßenhändler Mon Garido schüttelt den Kopf. "Das glaube ich nicht. Warum ist die Luft dann immer noch so schlecht?" Er lacht und gibt einem Kunden das Wechselgeld zurück.
Millionen von Filipinos leiden wie Garido an Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Beschwerden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sterben daran pro Tag beinahe 500 Menschen. Ein Grund ist die verpestete Luft. In der Hauptstadt Manila gilt sie als besonders verschmutzt. Der philippinische Farbenhersteller Pacific Paint Boysen Philippines will die Schadstoffe nun bekämpfen - mit speziellen Farbanstrichen.
Die Firma entwickelte "Knoxout", eine Farbe mit ultrakleinen Titaniumdioxid-Kristallen. Diese reagieren mit Sonnenlicht und Wasserdampf und spalten dadurch Stickstoffoxide (NOx) auf. NOx ist ein Luftschadstoff und für die Smogglocke über der Stadt mitverantwortlich. "Angeregt durch die Lichtenergie gibt das Titaniumoxid ein Elektron an die Wasserdampfmoleküle ab", erklärt Boysen-Vizepräsident Johnson Ongking. "Diese werden dann zu freien Radikalen, die Schadstoffe angreifen und in harmlose Substanzen umwandeln."
Die EDSA-Autobahn windet sich in einer 24 Kilometer langen Schleife um Manila. Boysen habe mehrere Künstler beauftragt, Wände entlang der Autobahn mit der Knoxout-Farbe zu bemalen, erzählt Ongking. Damit wolle man die Luftqualität verbessern. Jedes der acht geplanten Gemälde soll 1000 m2 groß werden. Mehr als zwei Millionen Fahrzeuge sind jeden Tag auf der EDSA unterwegs. Ihre Abgase sind nach Informationen der Umweltbehörde für 70 Prozent der Luftverschmutzung in Manila verantwortlich.
Die Knoxout-Farbe filtert etwa 20 Prozent Stickstoffoxid aus ihrer Umgebungsluft, sagt James Simpas von dem privaten Forschungsinstitut The Manila Observatory. Zu diesem Ergebnis kam ein zwölf Monate dauernder Test. Am effektivsten sei die Farbe nach sieben Monaten gewesen, sagt Simpas. Etwa fünf Jahre soll der Effekt von Knoxout andauern, schätzen die Forscher.
Ein Quadratmeter Knoxout filtere die gleiche Menge an Stickstoffoxid wie ein großer Baum. Das fand ein US-Labor heraus, erzählt Ongking. "Wenn man mit Knoxout malt, malt man Bäume."
Auch die Boysen-Fabrik in Manila hat schon einen neuen Anstrich erhalten. Die Firma hofft, dass alle Filipinos ihr Produkt verwenden werden. "Man reinigt nicht nur seine eigene Luft, sondern auch die von allen anderen", sagt Ongking.
Knoxout ist auf den Philippinen seit 2010 auf dem Markt und wurde auch in anderen asiatischen Staaten sowie in Deutschland und Frankreich bereits verwendet. Trotz des etwa viermal so hohen Preises gegenüber normalen Farben steigen die Verkaufszahlen. Ongking: "Man kauft eigentlich einen Luftfilter." (Girlie Linao, DER STANDARD, 30.8.2012)
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Ich bezweifle dass da reine Abzocke dabei ist. Irgendwas wird da schon wahr sein, obwohl der wahre Wert wohl erst herausgefunden werden muss.
einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.
"farbe" ist ja meistens kein "öko-produkt" (vor allem in ihrer herstellung und sogar wenn der hersteller pacific poison heißt). die geschichte mit den freien radikalen klingt auch sehr geschönt. also malt man ein paar m² an, darf man mehr autofahren, weil dreck + dreck = umweltschutz. gehts der wirtschaft gut, gehts uns allen gut; eine win-win situation
hat 2 kristalltypen. Anatase und Rutil. Anatase hat die Eigenschaft bei UV bestrahlung mit einer wellenlänge < 390 nm mit wasser zu reagieren. TiO2 + hv -> TiO2(e- + h+) an der oberfläche des TiO2 reagiert das "loch" mit einem HO- ion, das dadurch zum OH radikal wird. dieses radikal hat eine sehr hohes oxidationspotental. kann dadurch organische als auch anorganische stoffe oxidieren.
also ist da nix geschönt mit dem radikal, diese anwendungen gibt es schon länger in der wasseraufbereitund und in der luftklärung.
Eine Frage, die Sie mir vielleicht beantworten können: Ist die Wirkung dieser Farbe Ihrer Meinung nach regenerierbar bzw. wirkt sie als Katalysator, der die Energie der UV-Strahlung für die Oxidation des der NOx nutzbar macht; oder reagieren die Moleküle der Farbe selbst und sind nach einer gewissen Zeit "verbraucht"?
Danke! "Rosten" war ein laienhaft-provokanter Ausdruck für oxydieren. Mich interessiert
1. um welche "harmlosen Substanzen" es geht und ob auch weniger harmlose Substanzen enstehen (können), wenn das entstandene Radikal mit Schad-, aber auch mit anderen Stoffen reagiert, und ob
2. die Umweltbilanz stimmt, wenn die "Knoxout"-Farbe (reißerische Namensgebung wie "Round-up") 4 mal teuerer ist als herkömmliche Anstriche? (Immerhin will die Firma, "dass alle Filipinos ihr Produkt verwenden werden".)
sind höher oxidierte substanzen wasserlöslicher und dann auch leichter biolog abbaubar.
nehmen wir einmal das benzol. das wird durch radikalische ox zu einem phenol-> und weiter zu einem hydrochinon. relativ schnell geschieht eine ringspaltung, wo am ende organische säuren herauskommen. die können dann ohne prob von bakterien aufgefressen werden.
umweltbilanz: die farbe ist nicht so teuer. natürlich wäre es billiger und besser, weniger mit den autos oder anderen KFZ zu fahren, allem voran den mopeds. aber wenn das ein weg ist die luft zu verbessern, es bezahlbar ist dann ist das nicht so schlecht
ich habe nur meine zweifel ob das schon wirklich durchgeplant wurde und wieviel farbe man braucht um einen messbaren einfluss zu erziehlen
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