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Xxx Xxxxx xx. Na bitte, es geht ja. Hiermit ist der Beweis erbracht, dass man diese Kolumne auch mit einem Satz beginnen kann, in dem zehnmal der Buchstabe U vorkommt.
Wie bitte? Sie sehen kein U im ersten Satz? Stattdessen lauter X? Was für eine infame Unterstellung! Das behaupten Sie nur, weil Sie in Wirklichkeit Angst davor haben, dass ich die stärkste politische Kraft in diesem Land werde. Schauen Sie lieber noch einmal genau. Ein U neben dem anderen, keine Spur von einem X.
Hab ich Sie jetzt überzeugt? Wenn ja, dann gehören Sie zu jener Zielgruppe, die auch Heinz-Christian Strache bei seinem ORF- Sommergespräch überzeugen wollte. Mit einer von ihm zuvor auf Facebook geposteten antisemitischen Karikatur per Schautafel konfrontiert, erklärte er, dass er die drei darauf abgebildeten Davidsterne nicht erkennen könne. Die Szene erinnerte in bizarrer Weise an einen Seh-Test, bei dem der Augenarzt feststellen muss, dass der Patient nicht fehlsichtig ist, sondern einfach nicht lesen kann.
Komische Realitätsverweigerung
Wodurch Strache zu dieser durchaus komischen, aber auch ein wenig unheimlichen Verweigerung der Realität verführt wurde, lässt sich am ehesten durch den Beginn des Interviews erklären, an dem Armin Wolf eine umfragengestützte These vorbrachte, laut der die Ehrlichkeitswerte des FPÖ-Obmanns schlechter wären als jene für seine Intelligenz. An sich ein ungeheuerlicher Insult, von dem sich Strache aber scheinbar geschmeichelt fühlte und in weiterer Folge darauf bedacht war, seinen Inhalt zu bestätigen - vergleichbar mit einem Schüler, der auf den Befund eines Lehrers, er sei mehr faul als dumm, mit heimlichem Stolz und sofortiger Arbeitsverweigerung reagiert.
Und so schlug Strache im Verlauf des Gesprächs möglicherweise absichtlich eine konsequent Fakten boykottierende Linie ein. Egal ob Klappentext seines Lieblingsbuches, Rechtfertigung der FPK-Neuwahlverweigerung oder Reinwaschung von Martin Graf: Bei jedem dieser Themen ließ er sich zu Aussagen hinreißen, die sogleich von Wolf ohne allzu große Anstrengung als glatte Unwahrheiten entlarvt werden konnten. Eine Taktik, die Strache zumindest bei seinen traditionell realitätsresistenten Fans nicht schaden kann, deren Ziel aber, das Bewertungsverhältnis zwischen seiner Ehrlichkeit und Intelligenz zugunsten Letzterer positiv zu verändern, vielleicht doch nur bedingt erreicht wurde.
Es gibt nämlich Schwindeleien, die alles andere als ein gutes Licht auf die Intelligenz ihrer Urheber werfen. Wenn Ernst Strasser seine Agenten-Klamotte zum Besten gibt oder Werner Faymann seine Interventionen für Asfinag- und ÖBB-Inserate abstreitet, kommen der Zuhörerschaft ernste Zweifel. Aber nicht am Wahrheitsgehalt der vorgebrachten Geschichten - darüber herrscht Klarheit, ähnlich wie über die Frage des Milchgehalts in Analogkäse -, sondern an der Zurechnungsfähigkeit jener, die so etwas ernsthaft vortragen.
"Der Ehrliche ist der Dumme" lautete einst der Titel eines Bestsellers. Der möglicherweise daraus resultierende Umkehrschluss, wonach Lügner klüger seien, ist spätestens seit der von Strache vorgeführten, jede Art von Sternen ignorierenden Umnachtung nur mehr schwer argumentierbar. (Florian Scheuba, DER STANDARD, 30.8.2012)
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Vielleicht sollten wir uns alle vor dem Wiener Rathaus versammeln, mit anerkennendem Schmunzeln ausrufen: "Was sich der Michi und die Mary immer alles einfallen lassen!"
Während Gerhard Dörfler in Kärnten jeden Gegner fürchten muss, kommen Erwin Pröll in Niederösterreich die Gegner abhanden
Es ist bemerkenswert, dass wir uns bei Erkenntnissen über die Mutter aller Affären deutlich schwerer tun als bei jenen über ihre Kinder
Ich empfehle zum Thema Harry Frankfurt: On Bullshit.
(Sorry Zensur, der Titel heisst wirklich so und ist bei Princeton University Press und bei Suhrkamp so in Druck gegangen, da könntets Ihr das bitte auch durchlassen? Danke!)
http://de.wikipedia.org/wiki/On_Bullshit
Aber: "An sich ein ungeheuerlicher Insult, von dem sich Strache aber scheinbar geschmeichelt fühlte"?
Nur scheinbar? Ich denke, es hatte tatsächlich den Anschein, dass er sich geschmeichelt fühlte. Es stört ihn anscheinend kein bisschen, wenn seine Unwahrheiten aufgeblattelt werden - weil jene, die er erreichen will, ihm sowieso alles glauben, selbst wenn Armin Wolf das Gegenteil dessen beweist, was Strache behauptet, und die anderen sowieso nichts.
hurra, super artikel.
ich träume schon lange von einer interviewserie, bei der dem politiker bei dreisten lügen oder permanenter nichtbeantwortung und ausweicherei das mikro abgedreht wird (darüber soll von mir aus eine zuschauerjury live mit knopferldruck entscheiden).
die dummen gsichter wären gold wert, wenn die typen merken würden, wie wenig denkende menschen ihnen auf den leim gehen.
beim strache wäre 90% der zeit kein ton zu hören.
die dummen gsichter der politiker, wenn sie plötzlich merken, wie wenig denkende menschen ihren schmonz abkaufen, wären gold wert.
und beim strache wärs überhaupt 90% der zeit ruhig, grad die satzanfänge würden sich noch ausgehen.
Ich bin immer verwundert, dass dieses Video immer wieder auftaucht. Ich finde es zwar auch recht amüsant, aber an Arroganz ist der VdB hier kaum zu überbieten, und damit spielt er der FPÖ voll in die Hände. Auch wenn er natürlich recht hat.
Die Grünen gelten für den gemeinen FPÖ-Wähler ohnehin schon als abgehoben und "zu gebildet". Ich glaube, mit so einer Rede bewirkt man eher einen Jetzt-Erst-Recht-Effekt. Seine Antworten sind viel zu kompliziert für die breite Masse.
Das ist, was den Grünen meiner Meinung nach fehlt: Ein wenig Populismus. Denn man kann hehre Ideale nicht ohne viele Wählerstimmen umsetzen, so traurig es auch ist.
... VdB ist hier tatsächlich sehr arrogant, er hat sich hinreißen lassen Strache eigentlich wie ein armes Würsterl hinzustellen. Es ist aber nicht bei allen so angekommen.
Dennoch glaube ich, dass es für die Grünen sehr schwierig ist nur ein wenig populistisch zu sein. Das wird ihnen von der gebildeteren Schicht sehr wohl wieder vorgeworfen.
Es stellt sich doch die Frage, wieviel Populismus vertragen die Anhänger der Grünen tatsächlich.
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