Zeitungsriese Mediaprint trennt sich von Manager

29. August 2012, 18:01
  • Ablöse: Martin Huttarsch,  Manager der  Mediaprint.
    foto: mediaprint

    Ablöse: Martin Huttarsch, Manager der Mediaprint.

Kaum mehr als eineinhalb Jahre war Martin Huttarsch Geschäftsführer von Österreichs größtem Zeitungsverlag. Nach STANDARD-Informationen muss der oberste Anzeigenverkäufer von "Krone" und "Kurier" seinen Job aufgeben. Nachfolge: ungeklärt

Wien - Nächste Runde im Management des gemeinsamen Verlags von Kronen Zeitung und Kurier: Nach Informationen des STANDARD muss Martin Huttarsch seinen Job im Management des Zeitungsriesen nach rund eineinhalb Jahren abgeben. Bestätigungen standen bei Redaktionsschluss noch aus. Huttarsch selbst war zunächst nicht erreichbar.

Huttarsch, der lange das Rechnungswesen der Mediaprint leitete, trat seinen Geschäftsführerjob mit 1. Jänner 2011 an. Davor leitete er auch die Bezirksjournale; diese Gratiszeitungen stellte die Mediaprint 2010 ein. Mangels wirtschaftlichen Erfolgs. Und um vor der Wettbewerbsbehörde den Einstieg bei den Gratiszeitungen des Konkurrenten Niederösterreichisches Pressehaus zu erleichtern.

Bei der Mediaprint stellt bisher jeder Miteigentümer einen Geschäftsführer:

  • Die deutsche WAZ-Gruppe hält 50 Prozent an der Kronen Zeitung und knapp unter 50 Prozent am Kurier. Diesen beiden Zeitungen gehört auch die Mediaprint. Die WAZ vertritt Bernd Schneider in der Mediaprint-Führung, zuständig für Druck und Finanzen.
  • Raiffeisen gehören knapp mehr als 50 Prozent am Kurier. Dessen Manager Thomas Kralinger ist zugleich Geschäftsführer der Mediaprint, zuständig für Vertrieb, IT und Personal.
  • Familie Dichand, die 50 Prozent an der Kronen Zeitung hält, entsandte Huttarsch in die Mediaprint-Führung, zuständig für allgemeine Verwaltung und das Anzeigengeschäft. In diesem Sektor dürfte Huttarsch - in konjunkturell schwierigen Zeiten - die Erwartungen der Gesellschafter nicht erfüllt haben.

Kandidaten für die Nachfolge sollen nach Standard-Infos intern gewälzt werden, Entscheidungen darüber stünden noch aus, hieß es. Ein Anzeigenverkaufsprofi gibt seinen bisherigen Job gerade auf: Reinhold Gmeinbauer, bisher Geschäftsführer der Presse. Gmeinbauer wird allerdings auch als Verkaufschef und künftiger Geschäftsführer der ORF-Vermarktungstochter Enterprise gehandelt. Deren amtierender Geschäftsführer Franz Prenner hatte zuvor Huttarschs Job als Mediaprintgeschäftsführer für Anzeigen.

Die Eigentümer der Mediaprint brüten allerdings schon seit Jahren an einer neuen Struktur für den Krone-Kurier-Verlag. Immer wieder kursiert die Idee eines starken Alleingeschäftsführers. Andererseits sehen Reformkonzepte der deutschen Managementberatung OC&C eine stärkere Autonomie und klarer getrennte Rechnung der beiden Zeitungstitel vor, was die Mediaprint auf einen Druck- und Vertriebsdienstleister reduzierte.

Die Managementberater von OC&C analysierten zuletzt auch den Kurier und seine Kostenstrukturen. Die Personalkosten dort könnten nach ihrem Befund in einem günstigeren Verhältnis zu Auflage und Umsatz stehen. Mit weiteren Sparmaßnahmen nach jenen Anfang 2011 wird in den nächsten Monaten gerechnet. (Harald Fidler, DER STANDARD, 30.8.2012)

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21 Postings

Ganz ehrlich, aber es gibt in diesem Unternehmen niemanden, der diese Entwicklung kritisiert. Es besteht nun wieder die Chance, dass Dinge schneller voran gehen. Danke.

Top Peformance

Ohne Ihn wären die Umsätze nicht dort, wo sie sind. Mit viel Weitsicht hat er seinen Bereich geleitet und ließ keine Gelegenheit aus den Mitarbeitern unter die Arme zu greifen. Mehr noch, in vielen Einzelgesprächen motivierte er die Mitarbeiter und spornte sie zu Höchstleistungen an. Ein Loyalist der alten Schule - Schade!

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen ;-)

Wohl ein "gekauftes" Kommentar

Wer mit diesem Manager zusammen gearbeitet hat, weiß wie er wirklich war. Erspare mir jedes weitere Kommentar.

Deswegen kann ich Ihn ja beurteilen. In Zeiten wie diesen ist eine starke Hand gefragt. Jemand mit Durchsetzungskraft und Entscheidungsfreudigkeit - Schade.

da kann man nochsoviele manager verheizen. wo nix geht, geht nix. die welt hat sich verändert. printmedien sterben aus. anzeigenkunden orientieren sich anders als in früheren zeiten. da helfen auch keine gratisabos und helicopter-abwürfe über der stadt.

die aenderungen waren nicht schicksalhaft sondern vorhersehbar

aber wenn das gute dutzend dinosaurier an den konzernschaltstellen das jahrelang nicht erkennen koennen oder wollen dann geht das ganze werkl eben den bach runter

schade drum

Qualifikation

Unwillkürlich muss man sich fragen, ob sich die Gesellschafter bei der Bestellung und bei der Ressortverteilung der Geschäftsführer Gedanken über die Qualifikation eines Kandidaten machen. Martin Huttarsch ist weithin als Controller, Treasurer und Bilanzspezialist anerkannt. Ihn für den Anzeigenumsatz verantwortlich zu machen, war wohl eine politische Fehlbesetzung.

Gab es denn je bei der "Krone" eine grundgute Personalentscheidung? Falls ja, wären Österreich dann nicht diverse Kräuterpfarrer, Catos, gleich mehrere reimende rechtsextreme Hinterwäldler, Katzerl- und Horoskoptanten und vieles andere erspart geblieben?

Bitte die redaktionellen von den kfm. Besetzungen zu trennen.

das Geschäft hat sich um 180° geändert

viele verstehen nicht, dass das Unternehmen vor einer riesigen Herausforderung steht und man nicht mit den Erfolgsweisheiten der Vergangenheit wird reüssieren können.

völlig richtig..

Letztens diePresse, heute die mediaprint, morgen...?

Mein Mitleid hält sich in Grenzen, sogar sehr.

eigentlich

.... ein blödes Kommentar.

Nein, nicht "blödes" Kommentar

Nicht, wenn man wegen so einer Figur beim AMS gemeldet ist.

Es heißt der Kommentar.

der Gerät!

Der gerät in Schwierigkeiten.

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