App könnte Van Goghs Farbenblindheit bestätigen

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    screenshot: asada0.tumblr.com

Der Entwickler einer Simulations-App für Defizite beim Farbsehen hat eine interessante Entdeckung gemacht

Wie Mashable am Mittwoch berichtete, könnte ausgerechnet eine einfache App als Hinweis dafür dienen, dass die lange vermutete Farbenblindheit von Vincent van Gogh doch existierte. Die App "Chromatic Vision Simulator" gibt es für iOS und Android und sie simuliert verschiedene Arten der Farbenblindheit, bei dem gewisse Farbspektren rausgefiltert werden. Sie ist das Produkt einer Diplomarbeit.

Van Gogh in neuem Licht

Der Entwickler der App, Kazunori Asada, hat in einem Blogpost seine erstaunliche Entdeckung beschrieben und gemeint, dass er Vincent van Goghs Genie seitdem in einem neuen Licht sehe. Ganz zufällig hat Asada bei einer Vorführung der App ein reproduziertes Van-Gogh-Bild durch die App angeschaut. Die Vermutungen von Experten, die es seit Jahren gibt, dass Van Gogh eventuell ein Defizit beim Farbensehen gehabt haben könnte, haben sich mit dieser Simulation verdichtet.


Van Gogh könnte es gewusst haben

Asada zufolge hat sich die Inkongruenz der Farben und die Rauheit der Linien in ein brilliantes Werk mit delikaten Linien und Schattierungen verwandelt. Für das Ansehen der Bilder hat Asada die Protanomal Simulation auf 60 Prozent gestellt. Man erkennt klar, dass die für Normalsehende grün erscheinenden Linien von Van Gogh hätten gelb sein können. Dies würde zumindest die Grünstiche in einigen seiner Gemälde - inklusive seinem Selbstportrait - erklären. Der Autor nimmt weiters an, dass Van Gogh sein Defizit bewusst war, da er genau wusste, welche Farben er wählen müsste, um den gewünschten Effekt zu erreichen. Zu 100 Prozent ist ihm das allerdings nicht gelungen. (red, derStandard.at, 29.8.2012)

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