Wien will Eltern via SMS über Schulschwänzer informieren

29. August 2012, 12:33
  • SMS aus dem Lehrerzimmer.
    foto: derstandard.at

    SMS aus dem Lehrerzimmer.

SMS-Meldesystem des Stadtschulrats soll ausgebaut werden

Wien - Dem Schulschwänzen sagt die Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) im am Montag (3. September) beginnenden neuen Schuljahr den Kampf an. So soll etwa erstmals erhoben werden, wie viele Kinder unentschuldigt zu spät aus den Ferien zurückkommen, so Brandsteidl bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Ausgebaut werden soll außerdem das bereits an einigen Schulen etablierte SMS-Meldesystem, mit dem Eltern informiert werden, wenn ihre Kinder unentschuldigt nicht in die Schule kommen.

"Alle Kinder sollen am 3. September in der Schule sein", betonte Brandsteidl. Neben einigen Entschuldigten vermute man aber, dass viele unentschuldigt erst im Lauf der ersten Schulwoche in die Klassen zurückkehren. "Wir wissen aber nicht, wie viele es sind. Wenn es 15 in ganz Wien sind, muss man den Einzelfällen nachgehen. Sind es sehr viele, müssen wir breit aufklären." Bereits jetzt gibt es zwei Broschüren zum Thema - eine wendet sich an die Eltern, die andere ist eine rechtliche Handreichung für Lehrer und Direktoren. "Wir setzen auf Informationen, aber auch Information hat irgendwann ein Ende", so Brandsteidl.

SMS-Meldesystem

Geprüft wird derzeit die Möglichkeit der Entwicklung eines SMS-Meldesystems für alle Wiener Schulen, mit dem Eltern über Schulschwänzen informiert werden. Bereits jetzt gibt es vor allem im HTL- und AHS-Bereich einige Schulen, die ein solches System etabliert haben. Brandsteidl hält dies für sehr sinnvoll - "es muss allerdings von den Schulpartnern gewollt werden, wir werden das nicht oktroyieren". Dies scheitere schon daran, dass die Eltern bereit sein müssen, Daten bzw. Telefonnummern herzugeben.

17.000 Erstklassler

Insgesamt beginnt am 3. September für rund 220.000 Kinder und Jugendliche in Wien die Schule, darunter sind etwa 17.000 Taferlklassler. Das entspricht einem leichten Plus gegenüber dem Vorjahr. Außerdem erwartet Brandsteidl wie jedes Jahr während des Schuljahrs wachsende Schülerzahlen: "Wir haben am Ende des Schuljahres rund 2.000 Schüler mehr als am Anfang." Grund dafür sei größtenteils der Binnenzuzug aus anderen Bundesländern. Dementsprechend wurden im Pflichtschulbereich 520 neue Lehrer angestellt, an den AHS gibt es mehr als 200 neue Unterrichtspraktikanten, wobei ein Teil davon schon bisher über Sonderverträge beschäftigt war.

Weiterer Schwerpunkt wird auch heuer die Leseförderung sein, kündigte Brandsteidl an. So gibt es etwa eine "Schultüte für Lehrer" mit einem "Lesecheck-Paket". Darin enthalten sind etwa Diagnoseinstrumente, mit deren Hilfe Leseschwächen der Kinder erhoben werden können.

"Acht-Buchstaben-Test"

Weiters neu: Im Rahmen der Schuleinschreibung wird gesondert die phonetische Entwicklung der Kinder überprüft und im Dezember in der ersten Klasse ein "Acht-Buchstaben-Test" durchgeführt, um zu sehen, wie weit die Kinder bereits sind. In einer "Mai-Überprüfung" werden dann alle Taferlklassler hinsichtlich ihrer Lesekompetenz überprüft. Weitergeführt wird außerdem der Wiener Lesetest in der vierten und achten Schulstufe.

Im neuen Schuljahr gibt es Wien übrigens sieben neue Ganztagsvolksschulen. Die Hauptschule in der Simonsgasse in Wien-Donaustadt wird in eine AHS "umgedreht" und zunächst als Expositur der AHS bzw. WMS (Wiener Mittelschule) Contiweg geführt. (APA, 29.8.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 241
1 2 3 4 5 6
Super ..Ich hab kein Handy....

;=)

SMS-Botschaft wenn die Schule Kinder nicht für Schule motivieren kann

Die Nachricht an die Eltern muss dann allerdings heißen:
"Uns Pädagogikprofis ist nichts eingefallen, was Ihr Kind in unsere Schule ZIEHEN können. Wir sind im Gegenteil mit unseren pädagogischen Versuchen immer mehr gescheitert. Nun ist es so schlimm, dass wir Ihre Hilfe brauchen. Bitte, helfen Sie uns, herauszufinden, was wir verkehrt gemacht haben, und für Ihr Kind attraktiv genug zu werden!"
Als Ich-kann-Schule.Lehrer geht es mir a) um gute Kommunikation und b) konkrete, praktische Lösungen. Da muss man runter vom hohen Amtsross, und das tatsächliche Problem lösen und nicht das verkehrte noch mehr durchdrücken wollen, dann geht das schon. Guten Erfolg!
Franaz Josef Neffe

Mei lustig. Einerseits möchte man Ganztagsschulen, Nachmittags- und Ferienbetreuung, damit die Kinder ja beaufsichtigt sind, aber andererseits ist es dann wurscht, ob die Kinder da, wo sie beaufsichtigt werden sollen, auftauchen und sie werden als Helden gefeiert, weil sich gegen das System wehren. *lol*

So wird das nix.

"Ah, eine Sms. Er ist heute nicht in der Schule. Braver Bub. Heute war im Fach Biologie die Evolutionstheorie an die Reihe, und solches Teufelszeug braucht er gar nicht erst zu hören. Das würde ihn nur unnötig reizen. Und wenn er gemäß den Texten reagiert und zuhaut, sind wieder alle böse auf ihn. Nene, westliche Bildung braucht der Junge nicht"...

Parallel dazu sollte man vielleicht evaluieren, ob das Schwänzen System hat.

Kinder, die schwänzen, weil sie der Meinung sind, dass der Unterricht bei dem Lehrer schlichtweg nichts bringt, zeigen eine Form von eigenständigem Denken, das man beim stupiden Beiwohnen des Unterrichts so garantiert nicht lernen kann.

Aber gut, das ist Zukunftsmusik, Kindern wird ja generell jede Form von Eigenständigkeit aberkannt, das ist ein Problem des Systems.

kevin würde besser passen als martin.

als ob lehrerabsenzen immer begründet wären

Blaumachen kann man überall. Nur halt, dass sich die blaumachenden Lehrer bei ihren Kollegen sehr beliebt machen.

JA,

muss! Jede Minute muss begründet sein. So wie in jedem Unternehmen.

Die Realität sieht oft anders aus und das kann ich aus eigener Erfahrung belegen.

Guter, empathischer Vorschlag.

Gleich mit Peilsendern ausstatten. Ließe sich auch auf Krankenständler ausweiten etc.

mir hatten meine eltern damals gesagt ob ich schule gehe oder nicht ist meine sache. nicht das es ihnen egal war nur sie wussten es ist meine verantwortung und wollten, dass ich früh damit umgehen lerne. geschwänzt habe ich wie ein weltmeister aber meistens erst nachdem ich meinen 4er sicher hatte in dem fach. studium habe ich dann wieder mit ausgezeichnetem erfolg abgeschlossen falls ich das zeugnis mal herzeigen muss.

freiheit

haette ich die freiheit zu schwaenzen nicht gehabt, haette ich vermutlich nie studiert.

leider schlaegt der populismus immer noch den ton an. hier machen wir die gesetze haerter: JAAAAAA!. hier ueberpruefen wir die schueler via sms: JAAAAA! und jetzt ueberpruefen wir auch unsere mitarbeiter, am besten mit GPS. weil jeder muss seine leistung bringen; JAAA! und am besten, ich installiere in jeder wohnung eine webcam, zur verbrechensbekaempfung; wer nichts zu verbergen hat, braucht sich keine sorgen machen. JAAAAAA.

Es gibt auch Eltern, die Dinge sagen wie

"Büldung ist wuscht, lern lieber was g'scheites, werd Maler und Anstreicher wie der Papa"

"Mein Kind wird sicher net auf die Mittelschul - des mocht a Lehr und zahlt mir vom Lehrgeld erst amal die letzten 14 Jahr' gratis Fressen und Unterkunft zurück"

oder "Brauchst net Schul gehn wennst net magst, irgendan Job wirst ja eh aa so finden, zur Not wirst halt Pompfüneberer"

SMS

Ihr Kind ist heute nicht in der Schule erschienen!

Antwort-SMS
eh nicht. das war mit Faymann auf Inseratenkurs und hernache mitn Spinni und dem Fischer beim Terminator.

Also ich hab während des Schwänzens meistens viel mehr fürs spätere Leben gelernt als während des betreffenden Schultages

Wann hat man als Kind/Jugendlicher schon die Zeit unter der Woche vormittags spazieren oder in den Prater zu gehen oder einfach nur bei irgendeinem Wasser zu sitzen und Teil der Umwelt zu sein (Nach dem Schultag hatte man ja dann Besseres - wie Fussball oder Computer spielen - zu tun und vor allem hatte man nicht die innere Ruhe)

und was ist wenn die eltern kein deutsch lesen können?

die bekommen eine sprachnotiz "ich weiß, wo deine schule wohnt".

dann antworten sie mit
*i nix kaufn*

Bild

Also wenn sich nicht einmal die Lehrer bei einer "offiziellen Sms" die Mühe machen, Großschreibung einzusetzen, wärs mir eh lieber, wenn mein Kind da nicht mehr hingeht...

schulen sind verpflichtet korrekte rechtschreibung zu verwenden.

ohne grossschreibung wird das nichts. dieses posting ist privat :-)

Es überrascht

schon welchen Unmut dieses SMS hier im Forum erzeugt. Jene Eltern, die es nicht interessiert, sollen das SMS halt einfach löschen.
Aber sicher haben Eltern das Recht zu wissen, wo sich minderjährige Kinder herumtreiben. Im Regelfall wissen das die Eltern ja eh ... dann ists ja auch kein Problem. Klar war schwänzen eine tolle Sache damals wie heute, aber da wird so ein SMS auch nichts ändern. Dieses SMS ist auch kein Weg zum Überwachungsstaat, wie macher Möchtegernfreigeist hier herbeireden möchte. Ist ja lächerlich. Also wo ist euer Problem mit diesem SMS.

Als ob die Eltern mit der SMS wüssten, wo sich ihr Kind herumtreibt. Dass es schwänzt, erfahren sie früher oder später. Aber wenn jedes einzelne Schwänzen gemeldet wird, macht das einen unnötig unguten Eindruck, erzeugt Aufmerksamkeit, mehr Strafen etc. Schwänzen wird somit sehr unrentabel. Ich hab in der Schule gern (Geschichte oder Religion=) geschwänzt und das ist eine der wenigen Möglichkeiten die Jugendliche haben, sich gegen von außen auferlegte Pflichten zu wehren.

?

... unnötig unguter Eindruck ?
... erzeugt Aufmerksamkeit?
... Schwänzen wird somit sehr unrentabel?
... sich gegen von außen auferlegte Pflichten wehren?

Junge wie alt bist du? Werd mal erwachsen!

Posting 1 bis 25 von 241
1 2 3 4 5 6

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.