Internet-Sucht könnte molekular-genetische Ursachen haben

  • Laut der Bonner-Studie war unter den 132 Probanden, die einen problematischen Internetkonsum aufwiesen, deutlich häufiger eine Veränderung der betreffenden Genregion zu beobachten als in der Vergleichsgruppe.
    foto: pixelio.de/jorma bork

    Laut der Bonner-Studie war unter den 132 Probanden, die einen problematischen Internetkonsum aufwiesen, deutlich häufiger eine Veränderung der betreffenden Genregion zu beobachten als in der Vergleichsgruppe.

Genvariation tritt bei Online-Abhängigen zwar gehäuft auf, aber weitere Studien sind notwendig, um den Zusammenhang noch näher zu untersuchen

Bonn - Internet-Sucht hat womöglich molekular-genetische Ursachen - ähnlich wie Nikotin- oder Alkoholabhängigkeit. Entsprechende Hinweise haben Forscher der Universität Bonn und des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim gefunden, teilte die Bonner Hochschule am Mittwoch mit. Demnach stellten die Wissenschaftler bei problematischen Internetnutzern eine Veränderung in einer bestimmten Genregion fest, die unter anderem auch bei der Nikotin-Sucht eine große Rolle spielt.

Den Forschern zufolge sind zwar noch weitere Studien erforderlich, um den Zusammenhang zwischen dieser Mutation und dem Internet-Suchtverhalten näher zu untersuchen. "Die Daten zeigen aber bereits jetzt, dass es deutliche Hinweise auf molekular-genetische Ursachen der Internet-Sucht gibt", erklärte Christian Montag von der Abteilung für Differentielle und Biologische Psychologie der Universität Bonn.

Häufigere Veränderung der Genregion

Die Wissenschafter hatten in den vergangenen Jahren insgesamt 843 Menschen zu ihrem Internetverhalten befragt. Nach Auswertung der Fragebögen zeigte sich, dass davon 132 Frauen und Männer ein problematisches Verhalten im Umgang mit dem Online-Medium aufweisen: Sie befassen sich im Alltag gedanklich sehr ausgeprägt mit dem Internet und fühlen sich in ihrem Wohlbefinden stark beeinträchtigt, wenn sie darauf verzichten müssen. Weitere Untersuchungen ergaben, dass bei diesen 132 Probanden deutlich häufiger eine Veränderung der betreffenden Genregion vorlag als bei gesunden Kontrollpersonen. (APA, derStandard.at, 29.8.2012)

Share if you care