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Headquarter Klagenfurt
Klagenfurt - Der Kärntner Energieversorger Kelag hat im 1. Halbjahr 2012 im Vorjahresvergleich mit 78 Mio. Euro ein um 6 Mio. Euro höheres Konzernergebnis erzielt. Als Grund wurde in einer Aussendung am Mittwoch eine gestiegene Energienachfrage genannt. Während mehr Strom, Gas und Wärme abgesetzt wurden, musste offenbar auch mehr Strom zugekauft werden, denn im langjährigen Schnitt waren nur 86,2 Prozent der üblichen Wassermenge für die Stromproduktion via Wasserkraftwerken vorhanden (1. Hj. 2011: 97,1 Prozent).
Der Umsatz wuchs im 1. Halbjahr um 247 Mio. Euro auf 1,05 Mrd. Euro. Die Kelag erwartete trotz der bestehenden Unsicherheiten im Marktumfeld eine heuer konstante Ergebnisentwicklung.
Investiert wurde im ersten Halbjahr 2012 vor allem in den Ausbau der Stromerzeugung aus Wasserkraft sowie in die regionale Netzinfrastruktur. Das aktuell größte Bauvorhaben ist das "Gemeinschaftsprojekt Reißeck II" mit der Verbund Hydro Power AG. Die Kelag investiert hier 191 Mio. Euro insgesamt. Ab 2014 wird man hier über 181 MW Erzeugungsleistung und 137 MW Pumpleistung über 415 Mio. Kilowattstunden im Jahr verfügen.
Weiters befindet sich das Laufkraftwerk Tröpolach in Bau. In St. Veit an der Glan wurde eine Photovoltaikanlage, in Villach ein Biomasseheizwerk fertiggestellt. Außerdem erhöhte die Kelag ihre Beteiligung an der KRV Kärntner Restmüllverwertungs GmbH von 43 auf rund 86 Prozent. In Villach wurde auch ein 110/20-kV-Umspannwerk errichtet und in Betrieb genommen.
In Südosteuropa hat die Kelag ihre Aktivitäten zur selektiven Markterschließung fortgesetzt. In Bosnien wurde ein Kleinwasserkraftwerk in Betrieb genommen, an der rumänischen Schwarzmeerküste ein Windpark.
Im September soll das Closing eines Kelag-Anteilsverkaufs der Kärntner Energieholding Beteiligungs Gmbh an den deutschen Energiekonzern RWE erfolgen. Die Holding wird künftig statt der bisher 63,85 Prozent nur mehr 51 Prozent an der Kelag halten - die RWE übernimmt diese 12,85 Prozent der Holding.
Die Beteiligungen an der Holding von Land Kärnten und RWE bleiben mit 51 Prozent (Land) und 49 Prozent (RWE, seit 2001) gleich. Also werden neben der Holding nicht nur der Verbund mit weiterhin 35,12 Prozent und Streubesitz weiterhin 1,03 Prozent in der Kelag vertreten sein - sondern neu auch die RWE mit 12,85 Prozent neben ihrem Anteil an der Energieholding. Der Kaufpreis soll 98 Mio. Euro betragen und in die Schuldentilgung des Landes fließen.
Direkt und indirekt wird die RWE mit insgesamt knapp 38 Prozent also vor dem Verbund zum größten Anteilseigner der Kelag. (APA, 29.8.2012)
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