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Ein Streik der Lufthansa-Flugbegleiter am Ende der Feriensaison ist kontraproduktiv: Zurück bleiben verärgerte Passagiere, die genau das machen, was die Lufthansa am meisten fürchtet: Sie wandern zu Konkurrenz-Airlines ab. Erst jüngst bekamen die Lufthanseaten Post vom Vorstandsteam. Dessen Botschaft: Die hohen Passagierzahlen sagen leider nichts darüber aus, was unterm Strich in der Kasse übrigbleibt. Bisher reiche das jedenfalls nicht aus, um die erforderlichen Investitionen stemmen zu können, die nötig sind, um auch in Zukunft als Premium-Airline punkten zu können.
Die Lufthansa steht also zweifellos unter einem enormen Kostendruck, vor allem durch Billigairlines und jene aus den Golfstaaten, deren geografische Lage ideal für die Verbindungen nach Asien und Australien ist. Diese Airlines saugen, vollgepumpt mit Petrodollars, Passagiere aus Europa ab. Sie haben gar keine andere Wahl, denn das eigene Einzugsgebiet aus der Region ist im Unterschied zu dem europäischer Airlines extrem klein; davon kann keine Airline leben. Emirates & Co bringen also die Passagiere aus Europa über ihre Drehkreuze in Dubai, Katar oder Abu Dhabi nach Asien. Die Golf-Airlines bieten den Passagieren besseres Service (Catering, Bordunterhaltung, gratis Übernachtung, kostenloses Limousinenservice, etc.) und haben eine viel günstigere Kostenstruktur als Lufthansa.
Die Crews müssen akzeptieren, dass Flugbegleiter oder Stewardess nicht mehr der elitäre Beruf ist, der er noch vor 30 Jahren war. Sie werden Zugeständnisse machen müssen. Die Konkurrenz kennt keine "wohlerworbenen Rechte". Und auf den Tag, an dem Emirates-, Qatar- oder Etihad-Mitarbeiter streiken, wird man vergeblich warten. Das ist die eine Seite der Medaille.
Klar ist aber auch, dass der Einsatz von "fliegenden Leiharbeitern", wie sie die Lufthansa derzeit ab Berlin einsetzt und gegen die sich die Gewerkschaft massiv stemmt, kein guter Weg ist und schon gar kein gutes Licht auf die Gesprächskultur innerhalb des Konzerns wirft.
Dass man keine Alternative zur Leiharbeit findet und einen Streik akzeptiert, ist ein Indiz dafür, dass die Lufthansa intern nicht gut aufgestellt ist. Die Führung von Europas größter Airline, so scheint es, ist mehr als eineinhalb Jahre nach dem Amtsantritt von Konzernchef Christoph Franz mehr denn je mit sich selbst und internen Grabenkämpfen beschäftigt. Anstatt sich mit der Belegschaft auseinanderzusetzen, werden Lösungen diktiert. (Claudia Ruff, DER STANDARD, 29.8.2012)
Der mit Verlusten kämpfenden AUA wird ein zusätzlicher Emirates-Flug sicher nicht den Todesstoß versetzen
Jede Konsolidierung auf dem hart umkämpften Baumarkt kann den Überlebenden auf Teilmärkten nur nutzen
Ich neige dazu zu glauben, dass Lufthansa & Co auch daran leiden, dass sich der gemeine und informierte Passagier nicht länger verschaukeln lässt. Die angewendeten Buchungsregeln/-beschränkungen sind meiner Meinung nach heutzutage nicht mehr vertretbar.
Beispiel:
Wien-Köln (ohne Rückflug) am 14.9. um 20.45 ab Wien.
Bei Germanwings EUR 179 (inkl. Sitzplatz, Gepäck, Weckerl)
Bei Lufthansa EUR 256
Bei Austrian EUR 607
selber Flug (Germanwings), selbes Flugzeug, selber Buchungszeitpunkt.
Somit darf es nicht verwundern, wenn der geneigte Kunde, der nicht der Feind seiner Geldbörse ist, schon gar nicht mehr auf den Seiten der "Premium"-Airlines sucht. Man unterstellt denen vermutlich von Vornherein die Verschaukelung.
meiner Erfahrung nach, und nach ein paar General Strikes in Spanien, finde ich dass Streiks gar nichts bringen, außer dass dann die Firmen noch mehr Schwierigkeiten haben und mehr evtl. abbauen müssen oder sogar schliessen.
Was werden die Kunden die evtl. Probleme mit Flüge haben werden, evtl. Geschäfte nicht schliessen können etc? Nächstes mal sich eine andere Fluglinie aussuchen -> weniger Income für LH -> mehr Verlust -> mehr Kostenreduktion / Abbau.
Es ist einfach aus mit Priviliegien, überall. Es gibt einfach zu viel / genug Leute auf der Erde um Mitarbeiter zu ersetzen. Langsam wird es auch aus sein mit Sozialleistungen und alle andere Sozialwesen, in ein paar Jahrzenten wird nichts davon übrig bleiben :(
"Die Crews müssen akzeptieren, dass Flugbegleiter oder Stewardess nicht mehr der elitäre Beruf ist, der er noch vor 30 Jahren war"
und die Europäer müssen akzeptieren, dass sie nicht mehr die elitären Erdenbürger sind, die sie noch vor 30 Jahren waren.
Ich finde auch man sollte Airlines die auf Arbeitsgesetze etc. pfeifen zumindest etwas sanktionieren, viel wichtiger ist aber auch trotzdem die Kostenstruktur zu verbessern ohne Leiharbeiter zu verpflichten und ich halte Gewerkschaften prinzipell gut wenn sie sich vor allem für die "kleinen" Leute einsetzten. Denn was ist einem lieber z.B. konkreten Fall : einige hochbezahlte langjährige Flugbegleiter mit 50% Leiharbeitern die die Hälfte verdienen mit schlechteren Sozialleistungen oder Solidaridsierung mit flacher Gehaltskurfe und z.B. Zulagenverzicht wenn ein bestimmtes Grundgehalt überschritten wird ist in unsere Firma auch gemacht worden. Der kleine Mitarbeite verliert fast nichts der gut verdiendende etwas...
Europa, oder zumindest Teil davon, kann nicht als EINZIGER Kontinent der Welt halbwegs akzeptable Arbeitsbedingungen aufrechterhalten und gleichzeitig die Konkurrenz aus dem Rest der Welt reinlassen, für die schon das Wort Gewerkschaft ein Fremdwort ist.
Hier wurde entweder bewußt (was ich vermute) oder blauäugig über Liberalisierung und Globalisierung der unlauterste Wettbewerb, den man sich denken kann, zugelassen.
Wer als Airline keine europäischen Sozialnormen erfüllt, sollte in Europa nicht landen dürfen. Oder auch nur etwas einführen dürfen. So hätte das etwas werden können.
Die unlautere Konkurrenz wurde zugelassen, weil im Gegenzug viele europäischen Aktionäre davon profitierten
Den eur. ArbeitnehmerInnen brachte es nichts.
"Wer als Airline keine europäischen Sozialnormen erfüllt, sollte in Europa nicht landen dürfen"
Aha, und wie kommen sie darauf, dass dann die Europäischen Airlines in jenen Ländern noch landen dürfen, deren Airlines hier ein Landeverbot auferlegt bekommen.
Alles was sie erreichen, ist ein Abschotten Europas vom Rest der Welt.
Premium Airline sein zu wollen aber Billig Personal zu beschäftigen ? Diesem Denkfehler sind schon die tollen Manager sprich Kostenoptimierer von der AUA erlegen. Emirates Flugpersonal wird nicht streiken, weil das Einstiegsgehalt in der Kabine das dreifache von der AUA beträgt. Dafür gibts auch Qualität und Service. Man kriegt halt leider nur das, was man auch bereit ist zu investieren !!
Auch in Deutschland ist es viel zu kompliziert Mitarbeiter wieder los zu werden wenn man sie nicht braucht. Es ist reine Notwehr der Unternehmen wenn sie zunehmend auf Leiharbeiter ausweichen. Zuletzt haben die in Deutschland üblichen Kündigungsklagen eine Weiterführung der Drogeriekette Schlecker verhindert. Die Interessenten wurden durch die vielen anhängenden Klagen von einer Übernahme abgehalten.
Super gemacht liebe Gewerkschafter - nur weiter so!
Der Mehrheit der (in dem Fall) deutschen Bevölkerung ist damit nicht geholfen.
In diesem Land hat man sich in den letzten 10 - 15 Jahren erfolgreich bemüht, die Zahl "atypischer" Beschäftigungsverhältnisse zu erhöhen.
Von Kündigungsschutz oder ausufernden Arbeitnehmerrechten kann schon lange keine Rede mehr sein.
Siehe gerne auch die neue Klasse Prekariat und die Vorgänge bei Amazon u.a. was den Umgang mit befristeten Verträgen angeht.
Die Aussage es gäbe in DE zu viele Arbeitnehmerrechte wird allein schon dadurch widerlegt, dass es nicht einmal gelungen ist bis auf die kürzlichen Boomjahre einen Inflationsausgleich bei den Gehältern zu erzielen.
Und die Schlecker-Pleite als Argument anzuführen ist nun wirklich weit am Thema vorbei.
...sind schon eine Folge eines überzogenen Kündigungschutzes. Jeder Unternehmer würde sofort Leute einstellen wenn er sicher sein könnte sie auch sofort wieder los zu werden wenn er sich nicht mehr braucht. Da dies nicht der Fall ist weicht er auf Leiharbeiter oder Ich-AGs aus.
Das sie den Zusammenhang mit dem Beispiel Schlecker-Konkurs nicht sehen können heißt nicht dass es da keinen gibt
...oder gar vorgesprochene Hotline,die elektronisch antwortet?
Oder leben Sie vom Erbe Ihrer Ahnen...
..haben vielleicht im Lotto gewonnen?
Von Arbeit haben´s wenig Ahnung... und von Unternehmensführung ( ausser Mitarbeiterbashing ) wohl auch eher wenig.
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