Deutscher Bischof lebt auf großem Fuß

First-Class-Flug in indische Slums, pompöser neuer Amtssitz: Bischof Tebartz-van Elst hält wenig von Bescheidenheit

Wahrscheinlich hätte niemand etwas mitbekommen. Schließlich hat die Reise schon im Jänner stattgefunden. Damals flog der Bischof des Bistums Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst, mit seinem Generalvikar Franz Kaspar nach Indien, um sich einige soziale Projekte anzusehen.

Lange waren die beiden schon wieder im heimatlichen Limburg zurück, da warf der Spiegel einen genauen Blick auf die Reiseabrechnung. Und fand heraus: Bischof und Vikar waren First Class in die indischen Slums geflogen.

Zunächst wollte der Bischof dem Spiegel über seine Anwälte verbieten, darüber zu berichten. Einen Tag später musste er die Recherchen des Hamburger Magazins dann aber doch bestätigen. Zwar versicherte das Bistum umgehend, es liege keine Verschwendung vor. Die zunächst gebuchte Businessclass entspreche den Reisevorschriften der Bischofskonferenz auf Langstreckenflügen.

Das Upgrade in die First Class sei ausschließlich mit privaten Bonusmeilen des Generalvikars beglichen worden. Die beiden Reisenden hätten dadurch einen Schlafplatz bekommen, was ihre Leistungsfähigkeit für das anstrengende Besuchsprogramm garantiert habe.

Doch bei der Laienbewegung "Wir sind Kirche" ist der Unmut groß. "Teures Fliegen zu den Ärmsten der Armen ist keine gelebte Nachfolge Jesu", kritisiert Henny Toepfer, Sprecherin der Organisation im Bistum Limburg.

Umbau des Bischofssitzes

Für Unruhe in Limburg sorgt jedoch nicht nur der Flug, sondern auch der Umbau des Bischofssitzes. Dieser befindet sich einen Steinwurf vom markanten Limburger Dom entfernt, gebaut wird hinter großen Sichtschutzplanen.

Die Residenz soll neben der 120-Quadratmeter-Wohnung für den Kirchenmann auch noch einen Designergarten und eine recht auffällige, große Privatkapelle bekommen. Als Gesamtkosten wurden 5,5 Millionen Euro veranschlagt, die aber nicht reichen werden. Wie viel der Bau letztendlich teurer wird, will das Bistum nicht sagen.

Vor allem die Privatkapelle verbittert viele Gläubige, da der Dom eben nur ein paar Schritte von der Residenz entfernt ist. "Wir sind Kirche" kritisiert, dass viele Pfarrgemeinden Schwierigkeiten hätten, das Heizöl für den Winter zu zahlen, während der Bischof sich mit Luxus umgebe. Immer öfter wird in Limburg an Franz Kamphaus erinnert. Der war zuvor (bis 2007) Bischof gewesen und pflegte einen gänzlich anderen Stil: Er wohnte in einer Zwei-Zimmer-Wohnung im Priesterseminar, fuhr einen uralten VW-Golf und nahm Asylwerber im Pfarrhaus auf.

Eigentlich wollte der 52-jährige Tebartz-van Elst, der zum konservativen Flügel zählt, nach dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche, der auch das Bistum Limburg betraf, "Vertrauen neu aufbauen", da die Kirchenaustritte massiv angestiegen waren.

Helfen wird ihm dabei nun ein Mann, für den knifflige Fälle eine Herausforderung sind: der deutsche Politikberater Dirk Metz. Er hat sich schon um das Image des früheren hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) gekümmert. Auch den gescheiterten baden-württembergischen Regierungschef Stefan Mappus (CDU) beriet er bis zu dessen Abwahl. (Birgit Baumann/DER STANDARD Printausgabe, 29.8.2012)

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naja...

..also von mir aus soll er halt first class fliegen, solange er sich nicht an kindern vergreift.

da passt er eh gut zum Busenfreund Putins, dem Moskauer Patriarchen Kyrill und seiner Rolex - Uhr...

Die linkslinke Neidgesellschaft schon wieder - wie erbärmlich. Lasst diesem aufrechten kirchlichen Leistungsträger doch seinen hart und ehrlich erarbeiteten Luxus.

Sein Luxus ist gottgewollt, er ist ein Abgesandter Gottes. Wo bleibt der Glauben bei den Katholerern?

Die Muslime bringen Opfer für ihre geistlichen Führer, die geistlichen Führer bekommen alles was sie wollen Gratis, die Gläubigen sind bereit für ihren Glauben in den Tod zu gehen!
Die Katholerer waren früher auch so, aber heute:
Die geistlichen Führerer dürfen nicht mehr in Saus und Braus auf Kosten ihrerer Anhänger leben? Ja nicht mal bereit sind die Anhänger für ihren Glauben sich den Hintern abzufrieren, nein die Kirchen müssen nun beheizt werden...

Zynismus off

Von Marx bis zu Tebartz-van Elst: Erszkonservative Papsttreue!

In Deutschland besetzte "Wir sind Papst"-Benedikt Bistümer mit Bischöfen nach, die als besonders papsttreu gelten. Als Erzbischof von München und damit als Vorsitzenden des mächtigen bayerischen Episkopats berief er 2007 Reinhard Marx (vormals Trier). Mit Franz-Peter Tebartz-van Elst verordnete der Papst dem zuvor unter Franz Kamphaus als besonders liberal geltenden Bistum Limburg einen streng vatikantreuen Kurs. Als neuen Berliner Erzbischof ernannte er zuletzt Rainer Maria Woelki, der an der römischen Opus-Dei-Universität promoviert hatte. Details dazu in der Rhein-Zeitung.

da bleibt der kirche kein geld um jesus-bilder fachgerecht zu restaurieren

http://derstandard.at/134516504... Online-Hit

Bischof lebt auf grossem Fuss

Tja,nichts neues,machte die Kirche&im besonderen ihre sogenannten"Fuersten"schon immer.
Und gegen den Stellvertreter Gottes kommt der Kleine Bischof noch lange nicht an.

In einem Kommentar,kam das Unvermeidliche *Neid* die Neiddebatte,gehts noch daemlicher?

Bitte regt euch nicht auf

Ganz ruhig bleiben. Mit solchen Aktionen schadet sich die Kirche doch nur selber. Sie merken nicht, dass sie sich noch tiefer reinreiten. Ihr doppeltes Spiel fliegt immer wieder auf. Wichtig ist nur, dass alles was sie so treiben immer wieder schonungslos aufgedeckt und in der Öffentlichkeit publik gemacht wird. Sie sollten sich, sobald sie eine Zeitung aufschlagen, im Internet surfen oder den Fernseher einschalten mit ihren Schandtaten konfrontiert sehen. Irgendwann wird diese Institution von selber verschwinden und niemand wird ihnen nachweinen. Spätestens dann wenn alle alten Betschwestern die jetzt noch in den Kirchen sitzen das zeitliche gesegnet haben. Nach dem Motto: Der Letzte macht das Licht aus.

Die Letzte ...

MEIN LIEBER GOTT!

Rübe ab und zum unentgeltlichen Arbeitsdienst in die unzähligen Elendsviertel dieser Welt - natürlich Coach Class. Das sollte man am Besten gleich mit der gesamten oberen Hierarchie des Vatikans veranstalten, vielleicht wäre dann noch ein wenig an Kirchen-Image zu retten.

den besuch eines deutschen paris-hilfon-bischofs haben die indischen slumbewohner sicher schon ewig erhofft...

vielleicht wurden wohltätigerweise sogar ein paar auserwählte slumbewohner zum meet-and-greet mit ihm auf ein gläschen in seine suite im plaza eingeladen?

Der Herr Bischof und sein Generalvikar fliegen First-Class zur Slum-Besichtigung nach Indien.

Das passt ja wieder einmal gut ins Bild.

Kein Wunder, dass Jesus auf dem Fresko von Cecilia Gimenez (googeln Sie, es lohnt sich) so verschreckt blickt.

immer diese Neidgenossenschaft.......

Sie haben Recht, Neid wäre völlig fehl am Platze.

Die Katholische Kirche ist schließlich eines der größten Industrieunternehmen der Welt und im Bereich der Wellnessindustrie unangefochten die Nummer Eins weltweit, warum sollten ihre Spitzenkader bescheidener sein müssen als Direktoren und Manager anderer großer Konzerne?

Der Spiegel soll also nicht ungerecht sein, Jesus mag das nicht.

richtig!

der Pöbel soll doch endlich zur Kenntnis nehmen, dass die von Gott direkt erwählten Kirchenfürsten eben auch fürstlich leben wollen!

....immer diese kleinlichen Verweise auf diesen "Jesus" und dieses Gerede von Nächstenliebe, Barmherzigkeit oder gar einem Leben in Bescheidenheit...*muahaha
dass diese linkslinken Hetzer uns immer mit diesem komischen hippie in Verbindung bringen! schrecklich...

tja, Neider, wohin das fromme Auge auch schaut! Es ist traurig!

lg,
ein frommer Christ und ÖVP-Wähler.

Was sollen sich auch Leute, die in Stil- und Geschmacksfragen weltweit führend sind:
http://derstandard.at/1350261620430/

und auch sonst wissen, was für ältere Herren "gut geht":
http://derstandard.at/1350261636201/

... von einem dubiosen Sandalenträger, der nicht einmal beweisen kann, dass es ihn gegeben hat (was will denn so einer überhaupt?) sagen lassen, wie man von einem kärglichen Bischofsmensal ein gottesfürchtiges, bescheidenes Leben zu führen hat?
http://derstandard.at/134749268... tschatulle

<ironie off>

Zunächst wollte der Bischof dem Spiegel über seine Anwälte verbieten, darüber zu berichten.

*lol* lustig sind's auch noch.

First Class

von Europa nach Indien bringt gar nix, Strecke viel zu kurz.

ich seh da jetzt nicht wirklich den grossen unterschied zwischen der hetze der fpö gegen den islam und der hetze der linken gegen die katholiken ...

nicht?
komisch.

erkennen sie auch keinen unterschied zwischen grün und rot an der ampel?
ich tät mir das einmal anschauen lassen...

Ja, das ist beduerlich!

Man lebt im Kapitalismus und hat dann doch nicht das Recht sein mit Schweiß, Blut und Tränen hart erarbeitetes Geld nach eigenem Gutdünken auszugeben.

Na mit dem Islam ist aber auch nicht alles Friede Freude eierkuchen. Ich möcht fast sagen das geht über gelegentliche Business class Flüge und 120m2 Wohnungen hinaus ;)

Heisst das jetzt das strache eh alles richtig macht ?

aha.

und Sie persönlich finden das kolportierte Verhalten des Bischofs legitim und Kritik daran empfinden Sie als "Hetze"?

Nur eine kleine Anregung:

wäre der Gottesmann fromm und von christlicher Nächstenliebe beseelt, so wie hunderttausende (mich eingeschlossen) Rucksack-Touristen nach Indien geflogen, economy-mässig die paar Stunden Flug tapfer ertragend in imitatio christi, und hätte er sich vor Ort von all dem Elend so berühren lassen, um gleich ein paar Tausender seines Bischofs-Salärs zu spenden -
kein Mensch würde hier oder anderswo "hetzen" - ganz im Gegenteil: alle wären positiv überrascht von einem echten "Gottesmann", der im Sinne christlicher caritas handelt!

...aber so: JA! shame on him!
Dieser Typ ist ein verdammter Heuchler!

ich finde das "kolportierte verhalten" des bischofs nicht besonders aufregend. er ist ein hoher geistlicher würdenträger in einer jahrtausende alten organisation. ich würde es unangemessen finden wenn er wie ein bettler leben würde.

dieser aspekt der lebensbejahung und lebensfreude war auch immer schon der der mir die katholische kirche viel sympathischer gemacht hat als die protestantische.

btw: sind sie katholik ? zahlen sie kirchensteuer ?

ja schön, wenn Sie das so sehen.

als "hoher GEISTLICHER (sic!) Würdenträger" wäre ICH mir jedenfalls der Vorbildwirkung meines Verhaltens bewusst und würde GERADE deshalb darauf achten, wenigstens ein klein wenig den Geist des Christentums auch zu LEBEN...

natürlich braucht er nicht in Sack und Asche herumlaufen...aber ein klein wenig Herzensbildung und gelebtes, unmittelbares Christ-sein sollten jedem "Würdenträger" einfach spüren lassen, was angemessen ist und was eben nicht (mehr).

Ich denke großzügige Dienst-Wohnung, ein Gehalt von rund 10.000EUR und entsprechender Lebens-Standard sollten ausreichen, um den Aspekt der "Lebensbejahung und Lebensfreude" nicht zu kurz kommen zu lassen..

selbst der gottes-fernste Atheist würde ned in die slums firstclass fliegen, Punkt.

Wusste gar nicht dass es in den indischen Slums Flughafen gibt? Und was für einen Unterschied macht das ? Ich flieg beruflich viel, darunter auch drittwelt Länder. Aber auch bei uns in der Firma gibt's auf meinem Level die Regel, dass man bei flugzeiten über sechs Stunden Business class fliegen kann. Das macht die Leute dort um keinen cent ärmer. Und vor allem haben sie nix davon wenn ich nach einem anstrengenden Flug mit quengelnden Kinder genervt bin.

Die katholische Kirche ist keine vorfeldorganisation der Sozialisten. Wenn hier jemand heuchelt dann sie als unbeteiligter.

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