Molcik und Gehbauer größte Hoffnungen bei Heim-WM

Österreicherin nach EM-Silber im Four-Cross heißes Eisen - Olympia-Überraschung Gehbauer im U23-Rennen Mitfavorit

Saalfelden/Leogang - Die österreichischen Mountainbiker gehen mit berechtigten Medaillenhoffnungen in die Heim-WM in Leogang und Saalfelden. Allen voran Anita Molcik und Alexander Gehbauer kommen für Edelmetall infrage. Die zweiten Titelkämpfe auf Salzburger Boden nach Kaprun 2002 warten erstmals in der WM-Geschichte mit fünf Disziplinen auf. Ab Freitag sind in Leogang die Downhill- und die Four-Cross-Asse am Werk. Danach wird vom 5. bis 9. September in Saalfelden im Cross-Country, Trial und Eliminator gefahren.

Molcik im Favoritenkreis

Edelmetall für Österreich in einer Eliteklasse hat es in der 22-jährigen WM-Geschichte mit Bronze 2006 in Neuseeland durch Molcik im Four-Cross überhaupt erst einmal gegeben. Die Niederösterreicherin zählt nach ihrem jüngsten Vize-EM-Titel auch in Leogang zum Favoritenkreis. "Anita ist in Topform, wie sie zuletzt bei der EM gezeigt hat. Eine Medaille ist ihr großes Ziel", betonte ÖRV-Teamchef Bernhard Kindermann. Molcik tritt auch im Hochgeschwindigkeitsbewerb Downhill an, in welchem sie wie Petra Bernhard nach guten Weltcup-Auftritten ebenfalls für einen Spitzenplatz infrage kommt.

Bei den Herren ruhen die diesbezüglichen Hoffnungen im Downhill auf Markus Pekoll und Juniorenfahrer David Trummer sowie Four-Crosser Hannes Slavik. Zahlreiche Trainingsfahrten auf den WM-Strecken sollten den Österreichern in die Hände spielen. "Ich konnte den Heimvorteil gut nützen und habe etliche Fahrten auf der WM-Strecke durchgeführt, um mit einer großen Sicherheit ins Rennen gehen zu können", so die Vorjahres-WM-Siebente Bernhard.

Osl mit geringen Erwartungen

In den Cross-Country-Bewerben, die zur großen Olympia-Revanche geraten, hängen die Trauben in den Eliteklassen hingegen deutlich höher. Ex-Weltcupsiegerin Elisabeth Osl hat nach ihrem 15. Olympia-Rang versucht, sich mit einem weiteren Höhentrainingslager in Livigno wieder in Schuss zu bringen.

Ihre Erwartungen sind aber gedämpft. "Nach dem verpatzten Olympia-Rennen in London möchte ich einiges gutmachen. Die Heim-WM ist etwas ganz Besonderes für mich und die Chance auf einen versöhnlichen Saisonabschluss. Von einer Medaille zu sprechen wäre zu viel, mit einem Top-Ten-Ergebnis wäre ich zufrieden", meinte Osl, die Platz fünf aus dem Jahr 2010 als bestes WM-Ergebnis zu Buche stehen hat.

Gehbauer mit großem Selbstvertrauen

Umgekehrte Vorzeichen gelten für Gehbauer im U23-Bewerb. Der Kärntner kommt aufgrund seines überraschenden neunten Olympia-Platzes mit viel Selbstvertrauen nach Salzburg. Und in der U23-Klasse zählt er ohnehin zu den Weltbesten. Laut ÖRV-Cheftrainer Christoph Peprnicek sei es nicht wegzudiskutieren, "dass Alexander in London bester U23-Fahrer im Eliterennen war und somit sicherlich als Mitfavorit gehandelt wird". Im Herrenrennen vertritt ein von Olympiateilnehmer Karl Markt und Uwe Hochenwarter angeführtes Sextett die rot-weiß-roten Farben. Hier wären Spitzenplätze allerdings eine Überraschung.

Der sprintstarke Daniel Federspiel könnte am Schlusstag in der neuen WM-Disziplin Cross-Country-Eliminator für einen erfreulichen Ausklang sorgen. Der Tiroler gilt auf dem winkeligen Parcours im Zentrum von Saalfelden nach starken Weltcupauftritten als Medaillentipp. "Der Sprint gehört zu meinen absoluten Stärken. Bei den letzten Weltcups habe ich schon zeigen können, dass ich es drauf habe", bekräftigte Federspiel. Komplettiert wird das österreichische WM-Aufgebot von den beiden Trial-Fahrern Stefan Eberharter (20 Zoll) und Kevin Beukes (26 Zoll).

Alle Olympiamedaillengewinner von London am Start

Seit Dienstagnachmittag steht fest, dass alle Olympiamedaillengewinner von London auch bei der WM in Salzburg antreten werden. Olympiasieger und Weltmeister Jaroslav Kulhavy (CZE), Nino Schurter (SUI) und Marco Fontana (ITA) sowie Damen-Olympiasiegerin Julie Bresset (FRA), die Peking-Siegerin und London-Zweite Sabine Spitz (GER) und Georgia Gould (USA) führen das Aufgebot für die Cross-Country-Rennen am 8. September an.

Mit Kulhavy, Schurter und dem zweifachen Olympiasieger Julien Absalon (FRA) sowie Catherine Pendrel (CAN) und Eva Lechner (ITA) sind zudem fünf der sechs WM-Medaillengewinner von 2011 mit dabei. Einzig die bereits für Olympia wegen einer kurz zuvor erlittenen Fußverletzung ausgefallene Vizeweltmeisterin Maja Wloszczowska aus Polen fehlt. (APA, 28.8.2012)

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