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Amsterdam - Mit bizarren Äußerungen zu Vergewaltigungen und Schwangerschaften hat ein rechts-konservativer Abgeordneter im niederländischen Wahlkampf für den ersten Eklat gesorgt. Eine Schwangerschaft nach einer Vergewaltigung sei sehr selten, sagte der Spitzenkandidat der orthodox-calvinistischen Partei SGP, Kees van der Staaij, am Dienstag im TV-Sender RTL Z. "Das ist eine Tatsache". Auch in diesen Fällen lehne seine Partei eine Abtreibung ab.
Damit stimmte van der Staaij dem US-Politiker Todd Aikin zu, der in der vergangenen Woche für diese Behauptung scharf kritisiert wurde. Auch der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hatte sich von seinem Parteifreund Aikin distanzierte, der für den US-Senat kandidiert.
Niederländische Parteien forderten eine offizielle Entschuldigung van der Staaijs. Die Sozialdemokraten und Grüne sprachen von "widerlichen" und "skandalösen" Aussagen. Die linksliberale Partei D66 warf dem Politiker "Frauenhass" vor. Die orthodoxe Partei SGP ist mit zwei Abgeordneten im Parlament vertreten und heftig umstritten, da sie Frauen unter Berufung auf die Bibel das passive Wahlrecht verweigert. (APA, 28.8.2012)
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Selbst wenn man anerkennen würde, dass die Psyche mitunter eine Rolle bei der Empfängnisbereitschaft spielt.
Dann handelt es sich dabei um Prozesse die Zeit brauchen um wirksam zu werden.
Aber die wenigsten Vergewaltigungsopfer werden sich wohl "psychosomatisch" auf eine Vergewaltigung vorbereiten, sag ich mal zynisch.
Insofern sind solche Thesen Blödsinn³ und dienen nur der Legitimierung eines Verbrechens.
Eigentlich müsste es gar keine Diskussion bei einer Aussage geben, die sich auf irgendeine tradierte Lebensanschaung (oder nennen sie es Religion) beruft.
Egal ob christlich, islamisch, jüdisch oder sonst etwas. Jede Aussage dieser Art setzt eine Anerkenntnis der Betroffenen der jeweiligen Religion voraus. Und jede, wirklich jede dieser Religionen ist in ihrer Lehrmeinung ein Sammelsurium von Auslegungen, Differentierungen und Kommentaren. Verfasst im jeweiligen Zeitgeist. Glauben DARF keine Verpflichtung sein.
1 Kor 14, 34
1 Tim 2, 11 ff.
Hebr 5, 1 ff.
Siehe aber auch:
1 Kor 11, 5! Jedoch: "Hier ist nicht v. amtlicher, sondern v. charismatischer, außeramtl.
Prophetie d. Rede." So SAGMÜLLER, Lehrbuch des katholischen Kirchenrechts, Band I, Freiburg 1914, S. 207 FN 3. [ http://archive.org/stream/le... 7/mode/1up ]
in dfen niederlanden betrifft es wenigstens eine kleinpartei, die wohl kaum in der nächsten regierung sitzen wird (ein paar verrückte gibt es leider in jeder gesellschaft). in den USA betrifft es aber immerhin eine großpartei, die die nächste regierung stellen könnte. das macht schon ein wenig einen unterschied aus.
Das setzt freilich eine gesunde psychisch-seelische Verfassung voraus, die in unseren Tagen nur mehr sehr selten anzutreffen ist, weil wir als Kinder mehr oder weniger allesamt von unseren kranken Eltern psychisch-seelisch täglich vergewaltigt werden, weshalb eine "echte" Vergewaltigung dann im System nicht mehr als solche erkannt wird.
Da hat Herr Akin schon nicht so ganz Unrecht.
Ohne Neurophysiologe oder Arzt zu sein: Ich halte es für durchaus möglich, dass die Psyche auf die "Aufnahmewilligkeit" der Eizelle negativen Einfluss übt.
Die Psychosomatik ist ein weites Land!
Das Problem ist nicht, dass hier jemand behauptet, das Frauen, die ein Trauma erlebt haben, oder besonderem emotionalen Stress ausgesetzt sind, mit geringerer Wahrscheinlichkeit schwanger werden, als solche, die völlig ausgeglichen und entspannt sind (wobei ich nicht mal da weiß, ob es tatsächlich einen nachgewiesenen Zusammenhang gibt...). Es wird behauptet, dass sich der Körper nach einer Vergewaltigung wehrt. Das impliziert, dass Frauen, deren Körper sich eben nicht wehrt, das ganze nicht so schlimm fanden, keine "echte Vergewaltigung" erlebt haben, und eben einfach selbst schuld wären. Und das ist Bullshit. Punkt.
http://derstandard.at/plink/134... id27714697
Dass unser aller idS gesunder psychisch-seelischer Gemütshaushalt arg in Mitleidenschaft gezogen ist durch Sozialisationskrankheiten aller Art, darf selbstredend nicht den Frauen oder gar einer einzelnen Frau angelastet werden.
Vielmehr ist das ein Problem unserer Kultur, dessen wir uns dringend annehmen sollten, was Akin mit seiner Meldung angestoßen hat, weshalb sie mE durchaus zu begrüßen ist.
Die Psychosomatik ist ein weitgehend unerforschtes Gebiet.
Mein Hausverstand und mein Selbstgefühl sagen mir aber, dass die Psyche unheimliche Kräfte zu entfalten imstande ist.
Wenn ihre schon so verkümmert ist, dass sie das nicht nachvollziehen können, bedauere ich das aufrecht.
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