Energy-Drinks erhöhen die Herzmuskel-Leistung

Was beim Langzeit-Konsum passiert und welche Auswirkungen Energy-Drinks bei sportlicher Betätigung haben, ist noch nicht untersucht

Der Konsum von Energy-Drinks, die Koffein und Taurin enthalten, erhöht die Kontraktilität des Herzens, und damit die Herzmuskel- und die Auswurfleistung. Das zeigt eine italienische Studie, die auf dem Kongress der Europäischen Kardiologengesellschaft (ESC) von 25. bis 29. August in München präsentiert wurde.

Das Team der Universität Siena untersuchte 35 gesunde weibliche und männliche Probanden in einem Durchschnittsalter von 25 Jahren, die eine nach Körpergewicht standardisierte Menge eines Energy-Drinks tranken, vorher aber für zwölf Stunden keine Nahrungsmittel oder Getränke zu sich nehmen durften.

Nach einer Stunde wurden verschiedene Parameter für die Herzfunktion mittels modernstem Herzultraschall (Speckle-Trecking-Echokardiographie) gemessen. Der systolische Blutdruck stieg um 2,6, und der diastolische um 6 Prozent an. "Nimmt man die gemessenen Werte zusammen, so lässt sich eine verstärkte Kontraktion beider Herzkammern feststellen, und somit ein positiver Effekt auf die Herzmuskel-Leistung", so Matteo Cameli von der Universität Siena, Italien. "Das könnte sich mit dem inotropen, also Herzschlag-steigernden Effekt von Taurin erklären lassen, das die Kalzium-Ausschüttung beeinflusst."

"Aus den jetzt vorliegenden Ergebnissen könnten sich allerdings keine Empfehlungen ableiten lassen", so Eckart Fleck vom Deutschen Herzzentrum Berlin und Pressesprecher der Deutschen Kardiologengesellschaft: "Wir sehen einmal grundsätzlich, dass diese Substanzen sofort verstoffwechselt werden können und bei Gesunden die Herzleistung erhöhen. Aber was bei einem Langzeit-Konsum passiert, welche Auswirkungen der Konsum solcher Drinks bei sportlicher Betätigung oder besonders bei Herzkranken hat, ist noch nicht untersucht." (red, derStandard.at, 28.8.2012)

Quelle:

ESC-Abstract 3529: Cameli et al, Acute effects of an energy drink on myocardial function assessed by conventional echo-Doppler analysis and by speckle tracking echocardiography on young healthy subjects.

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