Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Wie sehr das Alter des Vaters die Kindergesundheit beeinflusst, wird den Forschern zufolge unterschätzt.
Dass die sprichwörtliche biologische Uhr nicht nur für Frauen tickt, weiß die Wissenschaft schon länger. Zwar können Männer, anders als Frauen, ihr gesamtes Leben lang Keimzellen zur Fortpflanzung bilden. Die Qualität dieser Zellen sinkt allerdings mit dem Äterwerden. Und das kann negative Folgen für die kindliche Gesundheit haben, wie eine aktuelle isländische Studie nahelegt, die im Fachmagazin "Nature" publiziert wurde. Die Forscher um Kari Stefansson von der Pharmafirma DeCode Genetics wollen eindeutig belegt haben, dass ältere Männer häufiger Kinder zeugen, die später an Autismus oder Schizophrenie erkranken. Grund dafür sei die höhere Mutationsrate von Keimzellen älterer Männer.
"Lange Zeit ist man davon ausgegangen, dass Entwicklungsstörungen bei Kindern mit dem Alter der Mutter zu tun haben", sagt Studienleiter Stefansson. Dabei scheine das Alter des Vaters entscheidend zu sein. "Das Einzige, was sich mit dem zunehmenden Alter der Mutter erhöht, ist das Risiko für eine Trisomie-21. Das Alter der Väter spielt aber eine viel größere Rolle", so Stefansson. So würden Väter ihren Kindern deutlich mehr Genmutationen "vererben" als Frauen - im Durchschnitt 55 Mutationen gegenüber 14 bei den Frauen. Und im Gegensatz zu den Männern habe das Alter der Mutter zum Zeitpunkt der Zeugung keinen vergleichbaren Einfluss auf die Genmutationen des Kindes. Die Zahl der neuen Mutationen, die vom Vater weitergegeben werden, steige dagegen exponentiell mit dessen Alter.
Wiederholt haben Studien belegt, dass das Alter des Vaters Einfluss auf die Gesundheit des Neugeborenen hat. In der aktuellen Studie hatten die Forscherinnen und Forscher das genetische Material von 78 isländischen Familien mit Kindern untersucht. Das Alter der Väter habe sich dabei klar als entscheidender Risikofaktor für die Herausbildung von Autismus und Schizophrenie im späteren Leben der Kinder erwiesen. Ein 36-jähriger Mann würde bereits doppelt so viele Mutationen an sein Kind weitergeben wie ein Zwanzigjähriger; ein Siebzigjähriger acht Mal so viele, schätzt Kari Stefansson. Eine "Altersgrenze" für Männer, die Vater werden wollen, möchte der Genforscher aber nicht empfehlen - dafür gebe es zu viele andere Faktoren, die die Gesundheit eines Neugeborenen beeinflussen würden.
Ältere Männer mit Kinderwunsch müssten aufgrund der aktuellen Studie keineswegs in Panik verfallen, beruhigt der Genetiker Darren Griffin von der Universität Kent gegenüber der Nachrichtenagentur "Reuters". Zwar sei der in der Studie nachgewiesene Einfluss des väterlichen Alters auf die Kindergesundheit signifikant. "Allerdings hat der Mensch drei Milliarden Basenpaare in seiner DNA. Die Zahl der Mutationen, die diese Studie bei älteren Vätern gefunden hat, liegt bei ein paar Dutzend." (Lisa Mayr, derStandard.at, 1.10.2012)
Abstract
Nature: Fathers bequeath more mutations as they age
Zum Thema
"Kinder älterer Väter sind oft krank"
Jedes vierte Baby ist ein sogenanntes Schreibaby. Diese Kinder machen sich und ihren Eltern das Leben nicht leicht. Frühe Hilfe von außen hilft
Wenn die Gesellschaft schon weiter als die Politik ist: Zu Besuch bei vier österreichischen Regenbogenfamilien
Freiwilliger Papamonat und Mamas, die in Elternteilzeit gehen: Vier Protokolle zeigen, wie Karenzzeiten in Österreich in der Praxis aussehen
Für seine weltweit erfolgreichen Produkte bringt der Wiener Peter Röhrig Ingenieure, Ärzte und Designer an einen Tisch. Der Gründer von MAM Babyartikel im Porträt
In Österreich entscheidet ein penibles Eignungsverfahren, ob Menschen als Adoptiveltern infrage kommen - "Nur die Besten haben eine Chance"
Elternkarenz bremst die Karriere und reduziert langfristig das Einkommen
Forscher untersuchten Fruchtbarkeit und gesellschaftliche Entwicklung in Österreich, Deutschland und der Schweiz - und räumen mit Mythen auf
Die Chemikalie Bisphenol A verändere den Hormonhaushalt, schädige die Nerven und sei krebserregend - Das sei eine Gefahr für werdende Mütter
Kinder von werdenden Vätern mit psychischem Stress zeigen später geringfügig häufiger emotionale Probleme und Verhaltensauffälligkeiten als Kinder gesunder Väter
Linzerin bekommt Entschädigung, weil ein Arbeitgeber sie trotz idealer Eignung abgelehnt hat - aufgrund der Annahme, sie könnte noch ein Kind bekommen
Niederösterreich setzt beim Ausbau der Betreuung für unter Zweieinhalbjährige auf Unternehmen
Das Kinderbetreuungsgeld wird halbiert, wenn Frauen sich für den Mutter-Kind-Pass von einer Hebamme untersuchen lassen. Das könnte sich nun ändern
Frauen entscheiden sich immer später für eine Schwangerschaft. Aus medizinischer Sicht ist das riskant. Die Reproduktionsmedizin wird zur letzten Chance
Kleinkinder, die mehrsprachig aufwachsen, lernen Sprachen und ihre Grammatik anders als einsprachige Kinder - sie achten vor allem auf Tonhöhe und Wortlänge
Auch im Westen lassen immer mehr Eltern ihre Kinder ohne Windeln aufwachsen. Warum eigentlich?
Wenn die Wahrscheinlichkeit einer Vaterschaft gleich hoch ist, gilt der Erstbeklagte als Vater und ist damit unterhaltspflichtig
Laut Ministerin nur fünf Prozent der Väter in Karenz - Auch Grüne wollen bezahlten Papamonat
Deutsches Gericht entscheidet, dass die Tochter eines anonymen Spenders ihren leiblichen Väter genannt bekommt - Ein richtungsweisendes Urteil
Eine Mutter setzt beim Beantragen des Kindergeldes ein Kreuz an der falschen Stelle. Die Behörde akzeptiert keine spätere Änderung. Das könnte nun die berufliche Existenz der Frau bedrohen
Gerade das Licht der Welt und schon die hohe Kunst erblickt? Mit "Kinderwagen-Führungen" wollen Museen wie das Guggenheim in New York schon Babys an die Kunst heranführen
Wann ist eine Mutter eine gute Mutter? Ein Fotografieprojekt im Preyer'schen Kinderspital zeigt, dass auch Frauen in schweren Situationen ihren Kindern zärtliche und fürsorgliche Mütter sein können
Eine Untersuchung von Global 2000 weist schädliche Stoffe in mehreren Fläschchen nach - Bei einem Produkt wurde bereits die Auslieferung gestoppt
Betroffen ist das "Gemüseallerlei mit Mini-Pasta und zartem Bio-Rind" für Säuglinge ab sechs Monaten
Jede achte Frau in Österreich zieht ihr Kind oder ihre Kinder alleine groß - Eine neue Servicestelle in Salzburg will Alleinerziehende unterstützen
die Studie ist zum Hintern-auswischen.
Welchen Durchschnitt will man denn mit 78 Personen errechnen.
Wo leben diese Personen. Wie ist deren Physiognomie/Konstitution.
Es gibt auch viele Junge Menschen welche schlechte Spermien haben. Bei diesen "ALten" kann es sich also auch schon um solche handeln, welche in ihrer Jugend ein schlechtes Sperma hatten.
Menschen mit großen Nasen bekommen des öfteren Kinder mit großen Nasen.
Wenn die Samenzellen einen Schaden aufweisen, so müsste doch deren Beweglichkeit eingeschränkt sein. Das bedeutet, dass sie gar nicht die schnellsten sein können.
Wie viel hat diese Studie gekostet?
Consistent with other epidemiological studies in Iceland, the risk of schizophrenia increases significantly with father’s age at conception (n = 569, P = 2?×?10-5). Father’s age is also associated with the risk of ASD. The observed effect is limited to non-familial cases (n = 631, P = 5.4?×?10-4), defined as those in which the closest ASD relative is farther than cousins. The epidemiological results, the effect of father’s age on de novo mutation rate shown here, together with other studies that have linked de novo mutations to autism and schizophrenia, including three recent studies of autism through exome all point to the possibility that, as a man ages, the number of de novo mutations in his sperm increases...
"Allerdings hat der Mensch drei Billionen Basenpaare in seiner DNA."
Das ist falsch. Der Mensch hat nämlich 3,27 × 10^9 Basenpaare. Wahrscheinlich wurde wieder einmal gedankenlos "billion" fälschlicherweise mit Billion statt Milliarde übersetzt.
"...mit dem zunehmenden Alter der Mutter erhöht, ist das Risiko für eine Trisomie-21..."
''Und im Gegensatz zu den Männern habe das Alter der Mutter zum Zeitpunkt der Zeugung keinen Einfluss auf die Genmutationen des Kindes.''
Diese 2 Aussagen widersprechen sich DIREKT zueinander!
Denn "Genmutationen" sind Veränderungen in der DNA Sequenz, im Gegensatz zu Chromosomenanomalien bzw -fehlsegregationen (wie quaxi v frosch schon geschrieben hat).
Und dass die Zahl an DNA Mutationen nur in Männern mit dem Alter zunimmt, ist dabei nicht unbedingt überraschend:
Denn, währen die Eizellen der Frau nur einmal (ganz früh, bereits im Fötus) und in sehr begrenzter Zahl vollzählig ausgebildet werden, ist die Situation im Mann eine ganz andere. Dort finden viele, viele Zellteilungen mehr, kontinuierlich über das gesamte Leben statt. Die DNA wird häufiger kopiert - und dies mit einer bestimmten Fehlerrate, sowie wird diese Fehlerrate mit höhrem Alter wohl auch noch ansteigen.
Mit Mutation sind hier wahrscheinlich Genmutationen im Gegensatz zu Chromosomenaberrationen gemeint.
Wobei diese Textpassage meint, dass ein ganz bestimmter Defekt - nämlich die Trisomie21- zwar vom mütterlichen Alter abhängt, aber die genetischen Veränderungen insgesamt zahlenmäßig mit dem alter des Vaters zusammenhängen.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.