GNOME 3.6: Erste Beta bringt noch mal neue Features

  • Der Benachrichtigungsbereich von GNOME3 hat ein neues Design bekommen.
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    screenshot: andreas proschofsky / derstandard.at

    Der Benachrichtigungsbereich von GNOME3 hat ein neues Design bekommen.

  • GTK+2-Anwendungen passen sich dank neuem Theme nun besser in den restlichen Desktop ein.
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    GTK+2-Anwendungen passen sich dank neuem Theme nun besser in den restlichen Desktop ein.

  • Der "Mode-less" Overview der GNOME Shell, für den Wechsel zwischen Anwendungen und Fenstern ist nun der Knopf ganz links unten im Launcher-Bereich zuständig.
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    Der "Mode-less" Overview der GNOME Shell, für den Wechsel zwischen Anwendungen und Fenstern ist nun der Knopf ganz links unten im Launcher-Bereich zuständig.

Benachrichtigungsbereich überarbeitet, GNOME Shell Overview ohne Tabs - Neuer Look für GTK+-2-Anwendungen

Einige Tage später als eigentlich geplant hat das GNOME-Team nun die erste Beta der kommenden Ausgabe des eigenen Linux-basierten Desktops veröffentlicht. GNOME 3.5.90 schließt zugleich die Aufnahme neuer Funktionen in die Softwaresammlung ab, bis zur fertigen Release will man sich nun ganz auf die Fehlerbereinigung und letzte Verbesserungen "unter der Haube" konzentrieren.

Message Tray

Knapp vor dem Einsetzen des "UI Freeze" setzte es denn auch noch mal rege Aktivität, die in die eine oder andere signifikante Änderung mündete. So wurde etwa der Benachrichtigunsbereich der GNOME Shell überarbeitet: Dieser ist nun deutlich größer gestaltet, zudem wird der Desktop beim Aufruf nach oben geschoben. Die Nachrichten haben einen eigenen Knopf zum Schließen spendiert bekommen, zudem kann dieser "Message Tray" jetzt auch mithilfe des Shortcuts Super-M über die Tastatur aufgerufen werden.

Overview

Ganz zu Schluss hat es zudem eine Neuerung in die GNOME Shell geschafft, die eigentlich schon mal für GNOME 3.4 vorgesehen war: Der Activities Overview ist nun "mode-less", das heißt, die gewohnten Tabs für den Wechsel zwischen Fensterübersicht und Anwendungsstarter sind verschwunden. Statt dessen gibt es nun im Launcher-Bereich ganz unten einen Wechselknopf, der diese Aufgabe erfüllt. Die Überlegung dahinter: Das Tab-Design war ursprünglich einmal gedacht, um hier weitere Ansichten zu ermöglichen, von diesem Ansatz ist man mittlerweile jedoch abgegangen, womit diese Wahl keinen Sinn mehr macht. Der Knopf hingegen hat die Lösung mit der Maus leichter zu erreichen zu sein, zudem wirkt der Overview jetzt "aufgeräumter".

Theme

Apropos Aussehen: Für das Desktop-Theme Adwaita wird nun ein Pendant für GTK+-2 mitgeliefert. Damit passen sich alte, noch nicht auf GTK+-3 portierte Anwendungen, nun deutlich besser in den restlichen Desktop ein. Hier hat man das bislang extern entwickelte Bridge-Theme integriert.

Einstellungen

Einige Umbauten gab es auch wieder bei den Systemeinstellungen: Sowohl die Bereiche zur Einstellung des Hintergrundbilds als auch zur Konfiguration von Maus und Touchpad wurden gänzlich neu gestaltet. Anpassungen gab es zudem bei den Soundeinstellungen, diese wurden übrigens von Ubuntu-Hersteller Canonical beigetragen, der also auch nach seinem weitgehenden Rückzug aus dem GNOME-Umfeld noch in Teilen mitarbeitet.

Vorhergehend

Zu all dem kommen noch die recht umfangreichen Änderungen, die in den früheren Testversionen vorgenommen wurden, allen voran die Neugestaltung des Dateimanagers Nautilus. GNOME 3.5.90 kann in Form des Source Codes der einzelnen Komponenten von den Servern des GNOME-Projekts heruntergeladen werden. Das stabile GNOME 3.6 soll dann am 26. September veröffentlicht werden.

GNOME 3.8

Noch zuvor will man bereits die Diskussionen über das für Frühjahr 2013 vorgesehene GNOME 3.8 beginnen. Und hier gibt es bereits einen ersten Vorschlag, der durchaus für interessante Gespräche sorgen könnte: So will man eine Entscheidung darüber treffen, was mit dem "Fallback"-Modus, der ursprünglich als Ersatz für jene Systeme, die die Hardwareanforderungen der GNOME Shell nicht erfüllen, konzipiert wurde, geschehen soll.

Fallback

Dieser werde derzeit nur schlecht gewartet, wirke GNOME2-ähnlich, ohne dies aber vollständig einlösen zu können. Insofern stelle sich die Wahl, ob man künftig den Fallback-Modus besser unterstütze, oder gleich ganz fallen lasse. Rein technisch gesehen ist dieser Modus nicht mehr nötig, seitdem die GNOME Shell auch per Softwarerendering nutzbar ist. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 28.08.12)

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