Bieterstreit um insolvente Q-Cells

Spanische Isofoton will Belegschaft um zehn Prozent reduzieren

Madrid/Halle - Für den insolventen Solarzellenhersteller Q-Cells aus Sachsen-Anhalt gibt es gleich zwei Interessenten: Nach der Unterzeichnung eines Kaufvertrags mit dem südkoreanischen Mischkonzern Hanwha legte der spanische Solarkonzern Isofoton ein Angebot für Q-Cells vor, über dessen Höhe vorerst Stillschweigen gewahrt wurde. Jedoch solle die Belegschaft um zehn Prozent reduziert werden, erklärte Isofoton.

Eine Sprecherin von Isofoton hatte zunächst versichert, das Unternehmen wolle keine Arbeitsplätze abbauen. Dann erklärten die Spanier, nach einem Kauf von Q-Cells solle der Personalstand um zehn Prozent verkleinert werden. Allerdings sollten keine Jobs an einen anderen Ort verlegt werden. So sollten auch Forschung und Entwicklung in Bitterfeld-Wolfen bleiben.

Millionen-Investitionen bei Zuschlag

Sollte Isofoton mit seinem Angebot Erfolg haben, werde es in den kommenden Jahren rund 300 Mio. Euro in Malaysia und Deutschland investieren, erklärte das Unternehmen weiter. Firmenchef Angel Luis Serrano werde das Angebot am Mittwoch den Gläubigern des insolventen Solarzellenherstellers vorstellen. Laut der Isofoton-Sprecherin hat das Unternehmen einen US-Fonds als Partner für das Geschäft gewonnen.

Erst am Sonntag hatte Q-Cells bekanntgegeben, dass der südkoreanische Mischkonzern Hanwha und Insolvenzverwalter Henning Schorisch einen Kaufvertrag unterzeichnet hätten. Neben der Übernahme von "betriebsbezogenen Verbindlichkeiten in niedriger dreistelliger Millionenhöhe" sieht der Kaufvertrag demnach einen "Bar-Kaufpreis in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe" vor. Dem Verkauf muss noch die Gläubigerversammlung am Mittwoch zustimmen. Hanwha versprach wie zunächst Isofoton auch den Erhalt von Arbeitsplätzen.

Q-Cells hat seinen Hauptsitz in Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt. Das Solarunternehmen hatte im April Insolvenz angemeldet. Derzeit arbeiten noch 1.550 Beschäftigte für das Unternehmen, 500 davon im Q-Cells-Werk in Malaysia.

Die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtete unter Berufung auf Unternehmenskreise, Hanwha wolle 730 der 1.050 Arbeitsplätze in Bitterfeld-Wolfen erhalten, dazu die Stellen in Malaysia. Die Arbeitnehmervertreter wollen nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden Uwe Schmorl die Einrichtung einer Transfergesellschaft für die Beschäftigten erreichen, die gehen müssen. (APA, 28.8.2012)

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