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Faymann und die "Blattln"
Semantik ist (laut Wikipedia) die Theorie von der Bedeutung der Zeichen. Die Wissenschaft unterscheidet semasiologische von onomasiologischer Semantik. Die Semasiologie geht von der Bezeichnung, das heißt von den Formen sprachlicher Einheiten (Wörtern, Metaphern, Symbole usw.) aus und untersucht, welche Bedeutungen damit bezeichnet werden. Die Onomasiologie geht umgekehrt von den Sachen aus und untersucht, wie sie bezeichnet werden.
Mit diesem Wissen ausgerüstet, nähern wir uns einer Aussage des früheren Kommunikationschefs der staatlichen Autobahngesellschaft Asfinag, der bei seiner Einvernahme durch den Staatsanwalt ausgesagt hatte: Das Verkehrsministerium (=Werner Faymann) hätte die Millioneninserate an die Krawallzeitungen "Krone" und "Österreich" nicht "beauftragt", sondern nur "initiiert".
Semasiologisch oder onomasiologisch? Eher Letzteres. Wobei man sich das so vorstellen muss: "Beauftragt" bedeutet, dass der Verkehrsminister Faymann bei der Asfinag anruft und befiehlt: "Gebts denen Blattln halt was Ordentliches, damit s' schön über mich schreiben."
"Initiiert" würde sich etwa so anhören: "Gehts, war' des net a Idee, dass man was in die Blattln schaltet? Ihr würdets mir a Freid machen ..."
Semantisch eine Frage der feinen Differenzierung, politisch von deprimierender Eindeutigkeit. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 28.8.2012)
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Herr Rauscher,
wo ist Ihre Rücktrittsaufforderung an den BK?
Wie kann ich einen Herrn Scheuch der Sesselkleberei bezichtigen, wenn der BK nur ungeschoren davonkommt, weil "kein Schaden entstanden" ist? Dies wurde durch "Gutachter" festgestellt. So wie die Gutachten das Birnbacher Elaborat verdeidigt haben.
Natürlich ist ein Schaden entstanden !!! Und ausserdem steht in der Einstellung, dass der Bundeskanzler Faymann ein Lügner ist.
Wäre ich ein einfaches Parteimitglied der SPÖ oder gar vielleicht ein kleiner Funktionär würde ich einen Abwahlantrag beim Bundesparteitag zur Abwahl des Parteiobmannes Werner Faymann wegen dieser leidigen Inseratengeschichte stellen. Nicht deswegen, weil Faymann und Ostermayer möglicherweise einen Amtsmissbrauch begangen haben, das wäre gar nicht mein Problem. Sondern mir ginge es um den Verrat sozialdemokratischer Interessen, durch die finanzielle Anfütterung in Millionenhöhe erzkonservativer Medieninhaber, wie Dichand und Fellner, die nie und nimmer ein gutes Haar an der Sozialdemokratie lassen werden. Das ist ein unverzeihlicher Verrat an den sozialdemokratischen Idealen und müsste mit Parteiausschluss geahndet werden.
Oder hat er nicht? Der ORF berichtet darüber, aber im Standard ist merkwürdiger Weise kein Wort darüber zu lesen, dass Faymann Fragen zu diesem Thema abgeblockt hat. Mal sehen ob Frau Moser es schafft, F und O zum Untersuchungsausschuss einzuladen.
An diesem Thema und seiner Position im politischen Geschehen Österreichs kann man den Zustand des Landes gut ablesen:
Die Medienpolitik Faymanns (und der Bundes-SPÖ an sich) ist erschreckend und ließe für sich genommen alle Alarmglocken läuten. Und doch steht es erstens in der Liste der untragbaren Dinge in Österreichs Politik höchstens an dritter Stelle. Zweitens ist es in der medialen Rezeption selbst neben Sommerlochthemen wie den Fahrradnummerntafeln kaum auszumachen. Und drittens lässt der moralische Zustand seines Koalitionspartners Faymann wie einen Heros der Tugendhaftigkeit aussehen und seine Medienaffäre wie einen irrelevanten Ausrutscher.
DAS ist erschreckend.
"Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen."
die redaktion behält sich vor, kommentare, welche auch nur um eine haaresbreite von der blattlinie abweichen, mit zeitstrafen von ein bis vierundzwanzig stunden zu belegen.
im wiederholungsfalle werden andere saiten aufgezogen.
Von 2,0 = Annahme eines geringen Vorteils, wie ein Sitzplatz im Restaurant, ohne reserviert zu haben.
Bis 10,0 = Errichtung einer Diktatur mit Polizeistaat
Eventuell würde so eine Skala helfen die Dinge zueinander, aber auch gegenüber dem Idealwert von 0 in Relation zu setzen.
Und anhand dieser Skala würde ich sagen, dass gestritten wird, ob sich Faymanns Korruption auf Stufe 7,2 oder 7,3 abgespielt hat. Und ob das überhaupt etwas ausmacht, wenn das Schüssel-Kabinett vielleicht in der Größenordnung 8,8 korrupt war.
wird ermittelt. Gegen IHn gibt es noch immer keinen Vorwurf - außer den aus Kärnten das dieser VPler sagt Schüssel hätte ihn zum Rücktritt gezwungen damit Haider freie Bahn hat.
Sonst gibts da einfach nix gegen den Schüssel. Pilz würde sie ihn Gold auf wiegen wenns ihm was bringen.
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