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vergrößern 600x374Die Ansichtskarte von 1914 zeigt eine Zukunftsvision von Maribor/Marburg an der Drau in einer Phase der Aufbruchstimmung. Schwebebahn und Tram blieben nur Träume.

Postkartenansicht von Graz/Gradec von 1913, die sich vom heutigen Stadtbild nicht sehr markant unterscheidet.

Der Hauptplatz samt Marktständen von Graz im Jahr 1914...

...und jener von Maribor wenig früher, im Jahr 1912.
Graz/Maribor - Man könnte sagen: In Maribor und Graz schreibt man heute, Dienstag, das Jahr 1948. Wie das kommt? Ein spannendes zeitgeschichtliches Projekt der aktuellen Kulturhauptstadt Europas, Maribor, und jener von 2003, Graz, befasst sich hundert Tage lang mit der Geschichte der letzten hundert Jahre dieser beiden Städte. Seit 23. Juli wird jeden Tag an neuralgischen Punkten beider Städte jeweils ein 120 mal 60 Zentimeter großes Tagesplakat aufgehängt, das in fünf Abschnitten die Geschichte eines Jahres erzählt.
Die Geschichte der beiden Städte an der Drau beziehungsweise Mur war eigentlich vor allem vor dem Ersten Weltkrieg eng verbunden. Etwa 750 Jahre lang war man zuerst gemeinsam Teil der Markgrafschaft Steiermark und dann des Herzogtums Steiermark. Neben der politischen Zusammengehörigkeit gab es aber auch immer lebendige wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen.
Maribor - Graz, 100 Tage - 100 Jahre - 100 Plakate thematisiert aber die Zeit nach dem Jahr 1912, also Jahrzehnte, in der die Städte im besten Fall nebeneinander herlebten, im schlechtesten Fall Feinde waren. Die Idee dazu hatte der Leiter der steirischen Kulturvermittlung, Max Aufischer (siehe Interview), der sie gemeinsam mit Gregor Kosi, dem Leiter der Partnerorganisation Zavod Iskra in Maribor, und einem Team von Mitarbeitern beider Institutionen verwirklichte.
Jeweils in der Plakatmitte wird erzählt, was im jeweiligen Jahr die Weltpolitik bewegte. 1948 war das zum Beispiel die Gründung des Staates Israels und die Ermordung Mahatma Gandhis in Indien. Links der Plakatmitte findet man die Geschichte Maribors im selben Jahr und rechts die Lokalgeschichte von Graz.
1948 kam in Maribor etwa Drago Jancar, einer der wichtigsten slowenischen Erzähler, Dramatiker und Publizisten zur Welt und das Wasserkraftwerk Mariborski otok ging erstmals in Betrieb.
In Graz wurden 200 Puch-Motorräder gegen 1000 Tonnen Kaffee als Kompensationsgeschäft mit Brasilien getauscht und Sturm Graz wurde Meister - allerdings nur steirischer Landesmeister.
Ganz außen ist jeweils ein Stück Oral History von Zeitzeugen aus Maribor und Graz zu finden. Dinge, die vielleicht, oder sogar ganz sicher nicht die Welt bewegten, aber einzelne Menschen schon.
"Ich war vier Jahre alt, als meine Mutter meinen zukünftigen Stiefvater kennenlernte. Etwa ein Jahr später heirateten sie. Damals wohnten wir natürlich schon in Maribor", erinnerte sich etwa Ana-Marija Pušnik in einer Publikation von 2002.
Und weiter liest man von Pušnik: "Die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg waren schwierig, aber die Menschen, die den Krieg überlebt hatten, waren sehr optimistisch und begeisterten sich für das neue Jugoslawien. Man musste das Land erst aufbauen, denn viele Städte waren im Krieg zerstört worden." Auch die Mutter der Vierjährigen hatte "Aufbauschicht", schaufelte Gräben und arbeitete Tag und Nacht.
Anna W. und Maria S. aus Graz erinnerten sich (anlässlich des Projektes Berg der Erinnerungen der Kulturhauptstadt Graz 2003) beim Jahr 1948 unter anderem daran, wie Frauen, die ein Verhältnis mit britischen Besatzungssoldaten in Graz angefangen hatten, von österreichischen Männern "bestraft" wurden. "Na, ich weiß, unten in der Siedlung war ein Mädchen, wo sie gesagt haben, der haben s' die Haare abgeschnitten", erzählt Maria S.
Die Plakate werden noch bis Ende Oktober im Eingangsbereich des Grazer Rathauses, am Hauptplatz von Maribor, im ORF-Landesstudio Steiermark, im Eingangsbereich der Universität in Maribor und auf einer Brücke im Grazer Einkaufszentrum City Park hängen. Am letzten Tag wird das Jahr 2012 erreicht sein. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, 28.8.2012)
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Marburg war nie eine "rein deutsche Stadt". Die Erhebungen von 1880 bis 1910 geben an die 13 Prozent slow. Umgangssprache, wobei die reale Zahl höher war: Neben dt. Propaganda v.a. wegen der Tatsache, dass die Formulare oft von den Hausherren ausgefüllt wurden, sodass das wenig alphabetisierte slow. Dienstmädel oft mit "dt. U-spr." eingetragen wurde (teilweise auch der Realität entspr.).
Ab Ende 1918 (Blutsonntag, Gen. Maister) gab es eine starke Slowenisierung: alle Straßenschilder, Geschäftlokale etc. nur mehr slow. beschriftet, die "Marburger Zeitung" durfte nur mehr als "Mariborer Z." erscheinen, Behördenwege nur mehr slowenisch erledigt werden. Weder die Sympathie f. d.Nazis, noch die 1945-Vertreibungen sind daher verwunderlich.
cher Giordano,
wenn du mein mail gelesen hättest: ich erwähne dieses ereignis dort. aber von april 1941 bis mai 1945 gäbe es da auch einiges zu berichten (aussiedlungen, erschießungen, verbot der slow. sprache, terrorregime), was dann wiederum den gegenterror provozierte. aber unser thema ist ja gemeinsamkeiten graz-marburg, und da sollten wir uns das gegeneinander aufrechnen vielleicht ersparen, was meinst du? vielleicht erleben wir ja, dass die slowenische seite auch geschichtsaufarbeitung macht und am 27.1.2019 eine art schuldbekenntnis macht. bei uns sollten aber umgekehrt ein paar leute mehr sich daran erinnern, dass die untersteiermark im april 1941 brutal überfallen wurde und die, die hitler nicht zujubelten, in lager etc. wanderten
Crossover: der Schein trügt: Nach Graz kann man als MarburgerIn zwar etwas mühsam, aber ohne Autobahnbenützung fahren. Sieben (nicht 8!) Tage Slowenienmaut kostet €15 und es ist - mit Absicht! - nahezu unmöglich, auf den wenigen km bis Marburg die Autobahn zu umgehen. Wer möchte da aus Graz oder Leibnitz auf einen Kurzbesuch in der Nachbarstadt vorbeikommen?
Nach Marburg kommt man von Graz aus locker ohne Autobahn; ich sitze gerade herunten und bin in einer Stunde da gewesen (vor der Grenze abfahren, 20km Bundesstraße).
Noch besser ist Zug, aber leider fahren die letzten so gegen 18-19.
Ich nenne, wenn ich deutsch spreche, die Stadt ruhig Marburg, wie auch Pettau und Laibach, es sei denn, mein Gesprächspartner kommt von weit her und weiß nicht, was das heißt. Das hat nichts mit Revanchismus oder einer anderen politischen Haltung zu tun (wir sagen ja auch Prag und Moskau). Wenn ich slowenisch spreche verwende ich Maribor, Ljubljana, und selbstverständlich Celovec (Klgft.), Gradec, Dunaj (Wien) oder Beljak (Villach). Wie auch jede/r Slowene/in. Aber jeder soll das halten, wie er will.
In Slowenien ist die Maut wie in Ö eben nicht kilometerabhängig. Warum regst du dich über den Preis für die Kilometer in Ö nicht auf? Es steht dir frei, für den Betrag eine Woche lang durch ganz Slowenien zu fahren.
In Slowenien ist die Maut zwar teurer als in Ö (7 Tage 15€, 1 Monat 30€, 1 Jahr 95 : 10 Tage 8€, 2 Monate 23,40, 1 Jahr 77,80), aber im Verhältnis zu den Kosten des Autobahnbaues immer noch billig. Da Slowenien für viele ein reines Transitland mit wenigen Einwohnern ist, muss der den durchfahrenden Autofahrern dienende Autobahnbau nun einmal auf diese Weise finanziert werden.
Oder man fährt als Alternative eben nicht mit seiner Kraxn.
Natürlich, für einen Marburg Besuch fahre ich - da ich nun eine Vignette habe - tagelang durch Slowenien...Träumer? Und warum ist dieser Betrag billig im Verhältnis zu den Kosten? Ist ihnen aufgefallen, das Slowenien die teuerste Autobahnmaut Europas hat?
Wie schon oben beschrieben: natürlich kann man über eine Bundesstraße fahren. Dauert halt länger und erfordert vielleicht auch ein bisschen Routenplanung.
Und sie fahren nicht 10 km sondern 15. In eine Richtung. Retour kommen Sie auf 30. Wenn Sie das 7 Tage lang machen, die Vignette also ausnutzen, sind es 210 km. Macht einen Kilometerpreis von 7,14 Cent.
Wenn Ihnen das als Nepp vorkommt, warten Sie, bis wir in Ö die kilometerabhängige PKW-Maut bekommen...
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