Berliner Flughafen könnte erst 2014 durchstarten

Birgit Baumann, 27. August 2012, 17:20
  • Das "Ausfahrts"-Schild am neuen Berliner Großflughafen BER ist schon da.
 Aber es gibt noch keine fertige Ausfahrt. Flugzeuge starten und landen 
immer noch am alten DDR-Airport Schönefeld. Vielleicht ändert sich das 
im Jahr 2014.
    foto: apa/soeren stache

    Das "Ausfahrts"-Schild am neuen Berliner Großflughafen BER ist schon da. Aber es gibt noch keine fertige Ausfahrt. Flugzeuge starten und landen immer noch am alten DDR-Airport Schönefeld. Vielleicht ändert sich das im Jahr 2014.

Das Chaos am halb fertigen Berliner Großflughafen ist so heftig. Für Bürgermeister Klaus Wowereit wird die Lage immer brenzliger

Das Chaos am halb fertigen Berliner Großflughafen ist so heftig, dass sich die Eröffnung auf 2014 verschieben könnte. Für Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wird die Lage immer brenzliger.

 

Berlin - Auf der Autobahn 113, die vom Berliner Umland in die Stadt führt, bedarf es eigentlich keiner Radarkontrollen. Auf Höhe des geplanten Großflughafens Berlin Brandenburg International (Willy Brandt) fahren ohnehin alle langsamer. Kinder drücken sich die Nasen am Autofenster platt, Vati deutet auf viel ungenutzte Betonfläche (die Startbahn) und erklärt.

Erklärt, dass hier irgendwann vielleicht einmal echte Flugzeuge starten sollen mit echten Passagieren. Es klingt wie ein Märchen, das niemals wahr wird. Denn möglicherweise verschiebt sich die Eröffnung des Airports um ein weiteres Jahr auf Frühjahr 2014.

Der Berliner Tagesspiegel zitierte am Montag einen Vertreter im Aufsichtsrat, und dieser erklärt, die Mängel seien so eklatant, dass das "Szenario 2014 nun als sehr wahrscheinlich gilt". Zur Erinnerung: Zunächst sollte der Start im Herbst 2011 erfolgen. Dann im Juni 2012. Dann im März 2013.

Zwar tat ein Sprecher von Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) den Bericht umgehend als "Spekulation" ab. Doch die zunächst von der Betreibergesellschaft verbreitete Legende, wonach es alleine am Brandschutz hapere, lässt sich ohnehin nicht mehr aufrechterhalten.

Im Gegenteil. Die Liste der Mängel wird immer länger: Abgesehen vom Brandschutz gibt es auch beim Check-in, beim Boarding und bei der Gepäckausgabe Pro bleme. Die Lufthansa-Lounge hat bis jetzt weder Strom- noch Wasseranschluss. Überall herrscht Stillstand, da Pläne für die einzelnen Firmen und Gewerke bei den ursprünglichen Planungsbüros geblieben sind. Von den ursprünglichen Planern hat man sich aber nach der verpatzten Eröffnung im Juni 2012 getrennt.

Dazu kommt ein weiteres kostspieliges Problem: Vor kurzem hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg den Lärm- und Schallschutz für Anwohner als mangelhaft eingestuft. Die Mehrkosten, etwa für Schallschutzfenster in der Umgebung des Flughafens, werden auf rund 600 Millionen Euro geschätzt.

Zwar sind in der Flughafen-Betreibergesellschaft der Bund (mit 26 Prozent) sowie die Länder Berlin und Brandenburg (mit je 37 Prozent) beteiligt. Das Chaos wird jedoch hauptsächlich Berlins Bürgermeister Wowereit angelastet, der Chef des Aufsichtsrates ist.

Wowereit, der vor einem Jahr im Wahlkampf für die Berliner Landtagswahl ein Popularitätshoch verbuchen konnte, ist in seinen persönlichen Werten dramatisch abgestürzt. Er liegt in der Berliner Politik laut einer Forsa-Umfrage nur noch auf Platz zehn. Platz eins belegt sein CDU-Vize Frank Henkel, der auch Innensenator ist.

Auch die SPD sackte in Umfragen ab und wurde von der Hauptstadt-CDU, die jahrelang nicht an die Sozialdemokraten herangekommen war, überholt. Jeder zweite Berliner findet, dass das Flughafen-Debakel ein wichtiges Thema sei. Im April hatten sich hingegen nur sieben Prozent für das Projekt interessiert, das damals noch als Prestigeprojekt galt.

Streit um Finanzspritze

Jetzt hingegen droht die Pleite, wenn der Flughafen nicht bald eine Finanzspritze bekommt. Denn die Mehrkosten summieren sich auf 1,1 Milliarden Euro, man rechnet mit Gesamtkosten von bis zu vier Milliarden Euro.

Für die Hälfte der Mehrkosten wird wohl der Steuerzahler aufkommen müssen. Den Rest soll der Flughafen aus Krediten ab decken, die ihm seine Eigentümer (also Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg) gewähren. Das Problem dabei: Solange es keinen Eröffnungstermin gibt, der dann auch tatsächlich hält, können die zusätzlichen Kosten nicht richtig berechnet werden. Selbst um die Finanzspritze gibt es in der deutschen Regierung Streit. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will nicht, dass sich der Bund daran beteiligt.

Wowereit muss dem Berliner Parlament am Donnerstag über den Stand auf der Baustelle informieren. Auf Antrag der oppositionellen Grünen, Linken und Piraten soll ein Untersuchungsausschuss zum Flughafen-Debakel eingesetzt werden. Der Aufsichtsrat der Flughafen-Gesellschaft tagt dann am 14. September. Wetten, dass dabei die Verschiebung der Eröffnung auf 2014 bestätigt wird, werden bereits angenommen. (Birgit Baumann aus Berlin, DER STANDARD, 28.8.2012)

der oft so kritisierte

Rössler...in 2 Punkten hat er recht behalten..
- keine Subvention mehr für Schlecker
- keine Subvention mehr für diesen Mega-Bau.....

der Hamburger Senat ist an der Philpharmonie gescheitert und Wowi wird jetzt scheitern...

"keine Subvention mehr für Schlecker"

Die weiteren Subventionen bezahlen jetzt ohnehin die Österreicher. Könnt ma den Flughafen Tegel auch gleich übernehmen :)

Wowereit

ist dioch kein Bürgermeister....das ist so mit abstand der lächerlichste Politiker in Deutschland.
Meinen wie toll er ist aber Bayern um Milliarden anbettel weil er nichts auf die reihe bringt.

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