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Leipzig - Wenn Schimpansen von einem Artgenossen bestohlen werden, wehren sie sich und bestrafen den Missetäter. Werden aber Kollegen aus ihrer Gruppe beklaut, ist ihnen das egal, fanden Wissenschafter vom Leipziger Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in einer im Fachblatt PNAS veröffentlichten Studie heraus.
Die Forscher gaben zunächst einem Schimpansen aus dem Leipziger Zoo die Chance, einem anderen das Futter zu klauen. "Nachdem der Diebstahl passiert war, gab es die Möglichkeit, dem Dieb das Futter wieder zu entwenden, ohne - und das ist der Kernpunkt - eine Belohnung dafür zu erhalten", erläutert Studienautorin Katrin Riedl. Es stellte sich heraus, dass es den Tieren egal war, wenn andere bestohlen wurden - und das unabhängig davon, in welcher Beziehung sie zu den Artgenossen standen.
Die Bestrafung Dritter - eine Eigenschaft, die das soziale Zusammenleben der Menschen aufrechterhält - habe sich als Durchsetzungsmaßnahme erst im Laufe der Evolution zum Menschen entwickelt, folgern die Wissenschafter. "Wenn es keine Möglichkeiten der Sanktionierung gäbe, würde in einer Gruppe kooperierender Individuen die Zusammenarbeit nachlassen, sobald sich nur wenige Individuen rein eigennützig verhalten", erklärt Riedl. (dpa/DER STANDARD, 28.8.2012)
Abstract
PNAS: No third-party punishment in chimpanzees
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Soviel Ähnlichkeit .... Selbstjustiz ist in unserer Menschengesellschaft Gang und Gäbe. Im Übrigen kann man damit den Schimpansen ein Rechtsempfinden nachweisen. Denn Selbstjustiz ist zwar mangels "unabhängiger Richter" nicht sehr angesehen, aber wie der Name schon sagt, Rechtsprechung ist sie allemal.
Dass Schimpansen Unheil indifferent gegenüberstehen, sobald es Andere trifft, das können wir auch beim Menschen sehr gut beobachten. Mitleid ist in den meisten Fällen entweder Heuchelei oder Angst davor, dass einem dasselbe Schicksal ereilen könnte.
Jedes Tier übt "Selbstjustiz", wenn es bestohlen wird und schert sich nicht darum, wenn andere bestohlen werden. Ist gar nichts besonderes...erst wir Menschen haben so etwas wie ein Gemeinschaftsbestrafungswesen ausgearbeit.
zb. daß affen einfach nicht intelligent genug sind zu erkennen, daß eiem anderem individuum etwas gehört und entwendet wird und sie nur "gehört mir" und "gehört nicht mir" unterscheiden können.
hat schon da mal einer dran gedacht?
In diesem Punkt scheinen die Affen klar zu sehen, denn außerhallb sozialer Konventionen "gehört" ja keinem Individuum etwas, sondern es kann den Besitz nur entweder verteidigen oder nicht, wenn er ihm streitig gemacht wird. Der Respekt vor gewissen Besitzansprüchen, der zum besseren Funktionieren komplizierter sozialer Verbände beitragen kann, ist zweifellos eine Frucht der Kultur und hat einerseits nirgendwo absolute Geltung erreicht, anderseits aber auch groteske Züge angenommen.
"Wenn es keine Möglichkeiten der Sanktionierung gäbe, würde in einer Gruppe kooperierender Individuen die Zusammenarbeit nachlassen, sobald sich nur wenige Individuen rein eigennützig verhalten".
Wenn permanentes Unrechtsverhalten der Eliten nicht bestraft werden, entsteht ein immer größer werdendes Kooperationsdefizit in der Gesellschaft.
was meinen sie?
eigennutz ist die triebfeder der evolution. jede kreatur hat die "aufgabe" seine gene weiterzugeben. es wird alle ressoucen nutzen, dieses ziel zu erreichen.
von darwin-lüge kann nicht die rede sein.
irgendwie ist es traurig, daß man im 21. jhdt. immer noch die evolution anzweifeln kann, ohne ausgelacht zu werden.
(wie es bei den anderen ist weiss ich nicht) auch immer wieder erstaunliche Verhaltensweisen die eben nicht ganz in diese Einordnung passen.
Z.b. eine teilweise aufopfernde Hilfsbereitschaft gegenüber Konkurrenten oder sogar anderen Tierarten. _Also die ohnedies bereits alte Diskussion des unneigenützigen Verhaltens.
Das widerlegt natürlich in keiner Weise die Evolutionstheorie aber lädt eben zum Nachdenken ein.
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