Beschränkung des Uni-Zugangs bringt Wartezeiten für Anfänger

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    foto: apa/herbert neubauer

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Jürgen Janger: Es wird schwer sein, Abgewiesenen sofort einen Ersatzplatz zu geben

Wien - Die Einführung einer Studienplatzfinanzierung an Österreichs Universitäten und die im Zuge dessen geplanten Zugangsbeschränkungen in Massenfächern werden zumindest zu Beginn zu Verzögerungen für Studienanfänger führen, ist Jürgen Janger vom Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) überzeugt. "Ich glaube, es wird sehr schwer sein zu garantieren, dass jene Studierenden, die bei einem Studium abgewiesen werden, wirklich woanders sofort einen Platz bekommen."

Auch wenn die Gesamtzahl der Studienplätze - wie von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle und der SPÖ angekündigt - nicht verringert werden soll, werden dennoch nicht alle Abgewiesenen gleich einen Platz finden, so Janger im APA-Gespräch. Denn die geplante Umlenkung der Studentenströme werde "schwerlich von Anfang an funktionieren. Nicht alle Studierenden sind fähig oder auch willens, alles zu studieren. Wenn ich Politikwissenschaft machen will, werde ich nicht plötzlich stattdessen mit Theoretischer Physik beginnen." Ungewöhnlich seien solche Stehzeiten international allerdings nicht, meint Janger und verweist auf Länder wie Schweden, wo solche Wartezeiten auch von den Studenten akzeptiert würden.

Flexibilität gefragt

Generell erwartet Janger, dass Studenten in Zukunft "mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit" bei ihrer Studienwahl flexibler werden müssen - außer die Regierung entscheide sich dafür, tatsächlich die Kapazitäten in Massenfächern wie Psychologie, Politikwissenschaften und Publizistik so massiv auszubauen, dass man auf international übliche Betreuungsmaßstäbe kommt. Befürworten würde Janger das allerdings nicht, auch wenn die Festlegung von außen, wie viele Studenten in einem Fach zugelassen werden, immer "ein haariges Thema" sei. "Wenn das Unibudget erhöht wird, würde ich schon darauf achten, dass das Geld nicht nur in die Erhöhung der Kapazitäten in den Massenfächern geht. Das wäre weder für die Unis noch für die Studierenden noch für die Volkswirtschaft der beste Weg." (APA, 27.8.2012)

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"Wenn ich Politikwissenschaft machen will, werde ich nicht plötzlich stattdessen mit Theoretischer Physik beginnen"

Was nicht unbedingt mit dem Willen alleine zu tun haben wird; wenn keinerlei Mathematik-Affinität gegeben ist, wird der verhinderte Politikwissenschaftler bereits nach der zweiten Woche in Physik nicht mehr mitkommen.

Übrigens sind mittlerweile auch Fächer wie Physik oder Chemie bereits überlaufen. Die Kapazitäten sind ausgereizt.

wenn in manchen studienrichtungen fast 80% deutsche sitzen

und jeder kostet locker 50000,. dann ist das ein teil des problems denn keiner von denen bringt irgendwas für unsere wirtschaft

In welchen Studienrichtungen sitzen denn fast 80% Deutsche?

Ich bin mir sicher, dass deutsche Studenten während ihrer Studienzeit mehr als 50.000 im schönen Österreich konsumieren. Und dieses Geld kommt woher? Sie ahnen es. Aus Deutschland. Vergleichen sie es mit Tourismus. Die benutzen einfach Österreichs Straßen und zahlen keine Kfz-Steuer. Dafür Hotels (Wohnungen), Restaurants (billa), etc.

Es sei denn...

... man brächte sie dazu, hierzubleiben. Überlegungen in diese Richtung gibt es offenbar schon im Zusammenhang mit der RWR-Card. Immerhin werden angeblich ständig Fachkräfte gesucht...

deutsche brauchen keine rwr card.

"Immerhin werden angeblich ständig Fachkräfte gesucht..."

Ihr "angeblich" ehrt Sie! Es werden keine Fachkräfte gesucht - die gäbe es nämlich zur Genüge -, sondern es werden billige Fachkräfte gesucht. Die gibt's halt nicht.

Pflicht

Man sollte die jungen Deutschen Studenten einfach unterschreiben lassen, dass sie nach vollendetem Studium fuer mind. 5 Jahre in AUT arbeiten und Steuern zahlen . Dann habe ich mit den Studienfluechtlingen aus DEU kein Problem mehr.

Wer nimmt muss auch geben!!!

Was im klaren Widerspruch zur Neiderlassungfreiheit in der EU stünde.

Netter Typo übrigens, sorry.

Steuerung über Preis plus Stipendien ...

... wäre natürlich der wesentlich effizientere und gerechtere Weg, aber irgendwas, das nach marktwirtschaftlicher Lösung riecht, ist den DDR-inspirierten Studenvertretungen in Österreich nicht zumutbar.

Der Markt weiß ja welche Absolventen in 10 Jahren gebraucht werden?

Jemand der vor 15 Jahren Slawische Sprachen oder Sinologie studiert hat galt als verkappter Kommunist und Biologie galt schon fast als Orchideenfach, wie sieht das heute aus?

Völlig daneben

Wenn es um Kapazitätssteuerung geht, ist hier wohl eher eine möglichst frühzeitige Information an die InteressentInnen zielführend. Wenn wir mehr TechnikerInnen wollen - möglichst schon im Vorschulalter anfangen. Mit Studiengebühren und Stipendien wird man aus Philologie-InteressentInnen jedenfalls keine VerfahrenstechnikerInnen mehr machen. Gebühren und Stipendien sind nur wieder ein Hürdenkonstrukt, dass unnötige Zusatzkosten verursacht. Da sollen lieber die Unis endlich schlüssige Kostensenkungsprogramme vorlegen, anstatt ständig nach mehr Geld zu schreien.

Verfahrenstechniker sollten bereits vor dem Studium einen anständigen Hintergrund in Mechanik haben.

naja. man könnte auch sagen: wer in österreich wehrdienst, ersatzdienst oder freiwilliges soziales jahr leistet (ausgenommen natürlich körperlich behinderte und soziale härtefälle), darf gratis studieren was er oder sie will.

alle anderen sollen sich bewerben und zahlen. davon profitiert das kranken(pflege)system und diverse öffentliche soziale einrichtungen, die unis kriegen ein bisserl ein geld von denen, die partout keinen dienst leisten wollen, die ungerechtigkeit "männer müssen, frauen dürfen" wird ein bisserl eingedämmt und kein studierender braucht sich nach einem jahr beinahe gratis arbeit für die gesellschaft anhören, dass er dem staat ja nur faul auf der tasche liegt.

Interessante Idee

Das passt jetzt auch gut in die parallel laufende Wehrpflichtdebatte, wo besonders helle Köpfe jetzt so tun, als wäre bei einer Abschaffung der Wehrpflicht endgültig alles aus. Statt der Befreiung von Gebühren - die eher nicht kommen sollten - würde ich aber eine Anrechnung der Sozialdienstzeit auf Teile des Studiums bevorzugen.

Hört sich nach ner ganz netten Idee an.

das ist natürlich ein starker alternativvorschlag.

Herzig.

für diese no na ned Aussagen hätte man auch die Jettitant fragen können, da braucht man nicht bei WIFO anzufragen...

genau wegen solcher no na ned Aussagen sind die Wirtschaftsforscher in den Augen eines Frank Stronach "bulls without balls"...

http://www.youtube.com/watch?v=1... cp#t=9m20s

Jenseitig

Will Stronach etwa die Unis mit Testosteron übergiessen und dann was? Läufige Katzen loslassen? Ich weiß ohnehin nicht, was dieses ständige Zoo-Gerede in der Politik zu suchen hat.

ich warte auf das erste "dann sollns gefälligst was hackln, de gfrasta"-posting. bin mir sicher, eine entsprechende anzahl von kellnerjobs wird parallel geschaffen werden.

Bitte sehr

dann sollns gefälligst was hackln, de gfrasta

dass man auf international übliche Betreuungsmaßstäbe kommt

allein dass das keine Selbstverständlichkeit ist, ist schon traurig genug!

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