"The Unfinished Swan": Eine Reise, die Augen öffnet

Giant Sparrows 2012 erscheinendes Märchen ist in jeder Hinsicht anders. Sprichwörtlich.

"Bei manchen Spielern dauert es bis zu zwei Minuten, bis sie darauf kommen, den Abzug zu drücken", erzählten die Entwickler von Giant Sparrow im Rahmen einer Gamescom-Präsentation. Im ersten Level ihres Spiels "The Unfinished Swan" ist man in weißem Nichts gefangen. Es zeichnen sich keine Umrisse ab, keine Schattenwürfe, das weiße Meer ist von sämtlichen Strukturen befreit. In der Weite der grellen Unendlichkeit stellt sich Klaustrophobie ein, es bedrückt, macht Angst, den Tunnel nicht zu sehen.

Alles ändert sich, sobald man den Abzug betätigt: Eine schwarze Farbkugel klatscht gegen eine Wand, produziert eine Tür ins Nichts. Vor den Füßen entsteht ein Waldboden, eine Treppe, mit jedem Schuss baut sich die Welt um einen herum auf. Man blickt zurück und sieht die unfertigen Konstruktionen hinter sich. Unfertig, aber selbst entdeckt. Wie ein Blinder, der stückweise wieder Sehen lernt.

Zauberhafte Welt

Es ist eine Reise wie in "Alice im Wunderland". Als kleiner junge verfolgt man einen Schwan, der aus einem Gemälde springt, in ein unvollendetes Königreich. Auf den Spuren des Schwans gelangt man an surreale Orte, in denen man mit Hilfe einer Farbkanone den nächsten Ausgang erreichen muss. Malt man im ersten Level sprichwörtlich den Weg vor die Füße, muss man später etwa eine Schlingpflanze mit Wasserbomben zum Wachsen bringen und sich an dieser nach oben hanteln. Mit jedem neuen Material tritt frische Farbe in die Welt, Schwarz-weiß wird von Blau und Orange abgelöst und doch bleibt man in einem minimalistischen Universum gefangen. Genauso wurden Geräusche und Musik auf ein Mindestmaß beschränkt. Man hört Schritte, Tropfen zerplatzen und Flüsse, doch es soll das Gefühl erhalten, die Welt mit jedem Schritt selbst zu entdecken. Als würde man im Dunklen tapsen.

Überraschungseffekt

Die Designer wollen mit jeder neuen Herausforderungen überraschen und optisch genauso wie rätseltechnisch die Spieler vor den Kopf stoßen. Man kann sich dabei so viel Zeit lassen, wie man will, um die Gegend zu erkunden und etwaige Sammelgegenstände aufzuklauben.

"The Unfinished Swan", das noch 2012 für PS3 erscheinen wird, unterstützt die Bewegungssteuerung PlayStation Move, was den Einsatz der Farbschleuder intuitiver macht. Aber auch die konventionell gesteuerte Reise durchs reduzierte "Oz" wird Augen öffnen. (Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 31.8.2012)

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11 Postings
einfach nur cool

endlich mal wieder was Neues und Einfallreiches - Cool

Ich bezweifle mal das ein strukturloses Nichts in einem Computerspiel Klaustrophobie hervorruft...

...dann halt Agoraphobie

Das erste Gameplay Video hab ich vor gefühlten 10 Jahren gesehen. Wie lange habe die entwickelt?

Schade, daß es ausschließlich für die PS3 kommen soll. Ich hoffe, die Entwickler bringen doch noch eine PC-Version.

Danke, dass Sie gleich in den ersten Sätzen einiges verraten ...

-.-

Danke!

Gleich im ersten Satz gespoilert - das is neuer Rekord :(

Ja, diesen Moment hat uns der gute Zsolt genommen.

:(

Eher Agoraphobie?

Hab's vor kurzem auf GameOne gesehen - mal was ganz anderes am Spielemarkt. (Gut, es gab schon mal ein Spiel wo man Sachen anmalen musste, aber das ist ja wieder was andres) Es ist zwar nix für mich, aber was Neues tut sicher gut :-)

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