200 Euro: Diakonie fordert Erhöhung des Schulstartgeldes

Lisa Winter, 27. August 2012, 16:27
  • Schulbeginn für Eltern nicht leistbar?
    foto: apa/georg hochmuth

    Schulbeginn für Eltern nicht leistbar?

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Derzeit maximal 158 Euro - Armutsexperte Schenk kritisiert uneinheitliche Unterstützung

Schultasche, Turnsackerl, Hefte, verschiedene Stifte, Malfarben, Kopierbeitrag und Milchgeld: Zu Schulbeginn kommen auf Eltern von Schulkindern viele zusätzliche Kosten zu. Die Diakonie fordert deshalb eine Reform der Geldleistungen. Unterstützung für Schüler aus einkommensschwachen Elternhäusern gibt es derzeit durch Schulstartgeld und Schülerbeihilfe. Hier besteht jedoch laut Martin Schenk, stellvertretender Direktor der Diakonie und Vorsitzender der Armutskonferenz, Nachbesserungsbedarf.

Schulstartgeld nicht einheitlich

Konkret fordert die Diakonie ein bundesweit einheitliches Schulstartgeld für armutsbetroffene Kinder mit klareren Regeln bei Antragstellung und Anspruchsvoraussetzungen. Derzeit sind die Höhe der Auszahlungsbeträge, Anspruchsvoraussetzungen, Antragstellung und Fristen in jedem Bundesland anders geregelt.

In Vorarlberg, Niederösterreich und der Steiermark existiert gar kein Schulstartgeld. In den anderen sechs Bundesländern liegt der Betrag zwischen 29 und 158 Euro und kann in Form von Geldleistungen (Burgenland, Tirol, Oberösterreich, Salzburg), Gutscheinen (Kärnten) oder Sachleistungen (Wien) bezogen werden.

200 Euro

Schenk stellt sich ein Schulstartgeld in Höhe von 200 Euro vor. "Es sollte aber auch geprüft werden, ob Schulen nicht gemeinsam Schulmaterial einkaufen könnten. Bei größeren Mengen müssten die Preise eigentlich sinken." Als Beispiel nennt er Schweden, wo das zum Teil so gemacht werde.

Schülerbeihilfe nicht an Notendurchschnitt koppeln

Auch die Schülerbeihilfe ist laut der Diakonie "dringend reformbedürftig". Pro Schuljahr beträgt die Schülerbeihilfe österreichweit 1130 Euro laut Schenk. Die Beihilfe solle stärker an den positiven Abschluss und die Bedürftigkeit statt an den Notendurchschnitt gekoppelt werden. Derzeit erhalten gute Schüler mehr Geld.

Schenk betont jedoch, dass die Schülerbeihilfe keine "Begabtenförderung" darstellen solle, zumal es für gute Noten ohnehin einen eigenen Erhöhungsbetrag von 404 Euro gebe. Außerdem müsse die Schülerbeihilfe auch in der neunten Schulstufe ausbezahlt werden, fordert Schenk, da in diesem Schuljahr besonders hohe Ausbildungskosten anfallen würden.

Zudem will die Diakonie Neuerungen bei den Finanzierungshilfen für Schulveranstaltungen. Aufgrund eines fehlenden Rechtsanspruches und niedriger Einkommensgrenzen würden diese Hilfen nur selten in Anspruch genommen werden.

135.000 Minderjährige manifest arm

Laut Schenk gelten 135.000 Kinder und Jugendliche in Österreich als manifest arm, mehr als 200.000 wohnen in äußerst beengten Verhältnissen - wodurch sie zu wenig Platz zum Spielen und Arbeiten und zum Beispiel keinen eigenen Schreibtisch haben. 

Die Diakonie weist traditionell jedes Jahr zu Schulbeginn auf die Armutszahlen und die teils schlechten Startbedingungen der Schüler hin: "Viele Betroffene wissen nichts von dieser Hilfe. Wir hoffen, dass so doch einige das, was ihnen helfen kann, in Anspruch nehmen", so Schenk. 

Aktionen zu Schulbeginn 

Auch die Caritas setzt sich für armutsgefährdete Kinder ein. In den zwei Wiener Spendenlagern Carla Mittersteig und Carla Nord wird ganzjährig gebrauchtes bzw. teilweise auch neues Schulzeug gesammelt und zu Schulbeginn günstig verkauft. (Lisa Winter, derStandard.at, 27.8.2012)

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warum werden die hefte, stifte und der ganze kram nicht vom staat angeschafft

und an die schüler verteilt? das käme weit billiger und es müsste nicht wieder die ausgabe eines schulstartgeldes administriert werden

Kann mir irgendjemand erklären, wieso jedes Kind jedes Jahr neue Schulbücher braucht? Gerade im sommer wieder live miterlebt, wie viele diese Bücher gleich in der Schule zu Schulschluss entsorgen. Wieso nicht wie früher Bücher absammeln und zu Schulbeginn an die nachrückende Schulstufe wieder ausgeben? Dann dürfte eben nichts mehr in die Bücher geschrieben werden, oder eben nur in eigene, dünne Arbeitsbücher oder in Hefte. Was da an Geld Jahr für Jahr verschleudert wird ist unfassbar. In Geo braucht man ev öfter neue Bücher wegen neuem Inhalt, aber sonst? Und das gesparte Geld kann man in Hefte etc investieren, steht halt drauf "gesponsert vom Staat Österreich"

die Kirche könnte auch..

für Eltern schulpflichtiger Kinder den Kirchenbeitrag senken.

schulen kaufen ein

das von schenk angesprochene modell, dass schulen einen teil der materialien einkaufen, sollte man aufgreifen. ich kenn das auch aus finnland. ist praktisch und billiger. und löst einen teil der probleme von einkommensschwachen.

Dieses Modell gibt es seit Jahren an jeder VS in Wien.

jetz hab ich endlich auch erfahren, dass ich und meine 3 geschwister in armut aufgewachsen sind. wir haben jeweils zu 2. ein zimmer mit 1 schreibtisch gehabt. und zum spielen sind wir meist in den hof gegangen (das war lustiger als in der wohnung).
allerdings hab ich mich nie im entferntesten arm gefühlt und meine schulischen leistungen haben die anscheinend ärmlichen verhältnisse auch nicht verschlechtert (da war schon meine faulheit dran schuld).

Viele Faktoren

nur weil überbelag herrscht ist man noch nicht arm. "manifest arm", auf das sich der artikel bezieht, heisst neben einkommen unter der armutsgrenze in einer ganzen reihe von schwierigen lebenssituationen zu sein (krankheit, nicht heizen leisten können, prekärer job, etc). muss also mehreres zusammenkommen. quelle: armut.at statistik.at

Armutsexperten

Experten haben sie ja zu hauff, aber mit sowas Grauslichem wie Armut mögen sich unsere Parteien nicht abgeben. Umso leichter fällt es Populisten sich als Anwälte der Benachteiligten darzustellen. (Meine jetzt nicht die Diakonie oder Caritas)

Ist die Schülerbeihilfe das gleiche wie die Schulbeihilfe? Die kann man erst ab dem 10.Schuljahr bekommen, also für Pflichtschüler gibts die gar nicht.

stimmt, aber der artikel behauptet auch nichts gegenteiliges

Schulstartgeld ja, aber nur, wenn nachgewiesen wird, dass

Die alte 4 wochen auf ihre tschick verzichtet,
Der alte seine zusatzscheinwerfer und den heckspoiler verscherbelt,
Das kind nicht mit junk vollgepumpt wird und
Ähhhh, dann waere ja geld fuer Vernünftiges da.....

das

meiste ist Ramsch, was eingekauft werden muss. Würde man anstatt der Bücher Tablets oder Notebooks kaufen, wo alle Unterrichtsinhalte zu finden sind, man hätte mehrere jahre das Auslangen und könnte ide Schulbuchaktion dazu verwenden. Sündteure Alpinschilurse, die nur der Fremdenverkehrswirtschaft dienen, ersatzlos streichen. Man kann auch Sportwochen in der nächsten Umgebung anbieten, z.B: wandern...

Naja, die Haltbarkeit von Software und auch Hardware ist jener von Büchern noch nicht wirklich vergleichbar...

Außerdem ist es nicht zielführend ein Medium zu 100% durch ein anderes zu ersetzen. Wann welches am effizientesten eingesetzt wird, hängt stark vom Lehr/Lerninhalt und von den Eigenschaften des Lernenden ab.

"setzt sich für armutsgefährdete Kinder ein."

reden wir doch nicht mehr nur um armutsgefährdung...
sondern armut, die im steigen begriffen ist, davon betroffen: jede 3. person in österreich...
lauft's mal durch die straßen: jede 3. person
und die oberen 10: reicher als reich, steigendes vermögen, steigende einkommen
politik schaut zu, sie könnte handeln, tut nix

Nur jeder Dritte? Nicht jeder Zweite? Oder gar Jeder?

mein fokus war ökonomisch-soziale armut,
auf welche spielen sie an? intellektuell-soziale?

als armer mensch

wird man doch noch seine bedürfnisse äußern dürfen. die anderen haben ja die pflicht, sie zu erfüllen.

was an meinem posting haben sie nicht verstanden?

Weg mit dem "Schulstartgeld"!

Meine Eltern haben auch keines bekommen, als ich zur Schule ging. Aha, und deshalb...?
Nicht deshalb, sondern weil damals auf unseren Heften stand: "Stadt Wien", auf den Bleistiften auch.
Und statt der 10% Selbstbehalt bei den Büchern gabs bei uns die Bücher von der Schule und wir mußten sie wieder abgeben. Hineinschreiben gabs da natürlich nicht, dafür gabs ja die Hefte. Und so haben wir eben viel geschrieben und dabei das Schreiben geübt.
Später, in der (alten) Mittelschule: "Schülerlade", gebrauchte Schulbücher. In der Reihe vorne die mit vielen Geschwistern. Darunter waren aber auch Kinder aus den reichsten Familien. Die akzeptierten alte Schulbücher!
Irgendwie wars billiger, weniger Neid und mehr Gemeinschaft. Damals.

Das Geld wird versoffen...

...kommt doch nicht beim Kind an !!!
Wenn die kirchl. Organisationen schon so schreien dann verkaufts die Grundstücke und mit dem Erlös könnts ihr dann Kinder unterstützen indem ihr das "Grundmaterial" kaufts und den Kindern schenkts !!!

die brauchen

gar nicht verkaufen, sondern allein der Reichtum, der bei 200.000 Hektar Wald jährlich zuwächst geht in die hunderte Millionen, und würde die Kirche nicht einmal ärmer machen. Je besser bewirtschaftet wird, umso mehr wächst nach...

Die Grundstücke der evangelischen Kirche sind nicht so toll

Und was fangens mit einer denkmalgeschützen Kirche an

geh bitte

zahlt eich eh alles der Staat

Ich bin für eine Erhöhung, aber für eine Auszahlung von Gutscheinen mit denen man sich nur Schulsachen kaufen kann. Guten Tag

super idee, wär ich sofort dafür! und vieleicht kommts dann noch bei den schulen an, dass sich nicht alle eltern leisten können, 2-3 kinder auf klassenfahrten jenseits der 700 euro/fahrt zu schicken. sohn war letztes jahr in england um schlanke 1500 euro für 10 tage. die gesamte familie hat zusammenlegen müssen. ein 2. oder sogar 3. kind fahren zu lassen, wär sich nicht ausgegangen.

dazu kommen aber noch kopierbeiträge, elternvereinsbeiträge, div. projektwochen, usw.

alleine in den letzten 2 wochen des vorigen schuljahres hab ich gut 400 euro hinblättern dürfen.

ich hab übrigens 3 kinder in gym und vs.

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