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Wien - In der Shopping City Süd (SCS) ist der Umsatz im ersten Halbjahr 2012 um 1,5 Prozent zurückgegangen. Der Grund ist ein guter: Rund um den sogenannten Paradeplatz in der Mitte des größten Einkaufszentrums Österreichs wird zurzeit gehämmert und gebohrt. Sowohl Geschäfte als auch Mall befinden sich in Umbau, und das bei laufendem Betrieb.
Am 27. September soll das erste Teilstück der frisch sanierten SCS wiedereröffnet werden. Vorgestern, Donnerstag, lud die EKZ-Betreiberin Unibail-Rodamco, die die SCS im Mai 2008 für 607 Millionen Euro gekauft hatte, zur Pressekonferenz. "Über das Minus mache mir keine Sorgen", meinte Markus Pichler, Direktor der Unibail-Rodamco Austria Management GmbH. "Im vierten Quartal werden wir das leicht wieder einarbeiten."
Die größten baulichen Änderungen in der SCS - verantwortlicher Planer ist das Architekturbüro ATP - betreffen die räumliche Qualität sowie eine Reduktion des Energieverbrauchs. "Die SCS ist ein Altbau aus den Siebzigerjahren und wird daher niemals ein supereffizientes Gebäude sein" , sagt Pichler. "Aber wir haben vor, den Energieverbrauch um 20 bis 25 Prozent zu senken." Möglich ist dies durch eine neue Mess- und Regeltechnik, durch den flächendeckenden Einsatz von LED sowie durch eine thermische Sanierung. In diesem Zuge wird auch die Fassade komplett erneuert. Über die Details des neuen Außenauftritts hält man sich bedeckt.
Auch die Innenräume werden sukzessive erneuert. Die Decken werden zum Teil durchgebrochen und erhalten Oberlichten, auf dem Boden kommen 20. 000 Quadratmeter Kalkstein zum Einsatz, vor allem aber sollen die Aufenthaltsbereiche mit Wasserbecken, Wasserfällen und begrünten Sitzinseln aufgewertet werden. Auffälligstes Merkmal: Pfeiler und Säulen werden von Moos bewachsen sein. Das Konzept dafür stammt vom Designstudio Saguez & Partner.
Ende 2013 sollen die Bauarbeiten komplett abgeschlossen sein. Insgesamt investiert die Unibail-Rodamco "etwas über 100 Millionen Euro" in den Umbau. Pichler rechnet mit einem Return on Investment in der Höhe von acht bis neun Prozent. In zehn bis zwölf Jahren könnte sich die Investition amortisiert haben.
Bis dahin werden noch viele Autos nach Vösendorf rollen. Um die Orientierung auf dem 10.000 Stellplätze großen Parkplatz zu erleichtern, wird ein neues Parkleitsystem mit Einzelplatzerkennung errichtet. Über eine App am Smartphone soll der Besucher wieder leicht zu seinem Parkplatz zurückfinden.
Und mit dem Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) wurde nach langer Zeit ein Kompromiss geschlossen: Während Fahrgäste am Weg in die SCS heute noch ein gesondertes Ticket außerhalb der Wiener Kernzone 100 lösen müssen, wird man ab Ende des Jahres nur noch die (kostenlose) SCS-Kundenkarte vorweisen müssen, um mit dem Wiener Ticket ins Shopping-Dorado zu gelangen.
Das Motiv hinter all diesen Taten: Derzeit erwirtschaftet die SCS nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von 750 Millionen Euro (Stand 2011) - die Blaue Lagune nicht miteinberechnet. "Ich wäre sehr enttäuscht, wenn der Umsatz in den ersten drei Jahren nach dem Umbau nicht um 20 Prozent steigen würde", so Pichler. (Wojciech Czaja, DER STANDARD, 25./26.8.2012)
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