Niederlande: 3.000 Euro Strafe für Langzeitstudenten

Jährliche Bußgebühr, wenn Studierende die Regelstudienzeit nicht einhalten

Wer in den Niederlanden länger studiert, als es die Regelstudienzeit vorschreibt, muss künftig Strafe zahlen. Rund 77.000 Studierenden sollen von dem Bußgeld in Höhe von jährlich 3.000 Euro betroffen sein, berichtet "Die Presse". Mit 1. September tritt die Gesetzesänderung in Kraft. Die Idee zu der harten Strafe kam von den Christdemokraten (CDA).

Die neue Regelung bedeutet harte Einschränkungen für Studenten. Denn wer in den Niederlanden die Regelstudienzeit überschreitet, dem wird ohnehin schon das staatliche Stipendium gestrichen. Dadurch machen viele Studierende Schulden, und es kommt nicht selten vor, dass am Ende eines sechsjährigen Studiums ein Schuldenberg in Höhe von 40.000 Euro übrig bleibt. 

"Hebt die Bildungsqualität nicht"

Kritik kommt vom Niederländische Universitätenverband (VSNU). Dessen Vertreter sind der Meinung, dass aus Studenten keine Melkkühe gemacht werden sollten. "Das Bußgeld ist sozial ungerecht und hebt die Bildungsqualität nicht", sagte eine Sprecherin zu rp-online.de. Die Studierenden-Strafgebühr ist im derzeit laufenden Wahlkampf ein heißes Thema. In drei Wochen finden in den Niederlanden Neuwahlen statt. (red, derStandard.at, 27.8.2012)

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