Niederlande: 3.000 Euro Strafe für Langzeitstudenten

27. August 2012, 13:48

Jährliche Bußgebühr, wenn Studierende die Regelstudienzeit nicht einhalten

Wer in den Niederlanden länger studiert, als es die Regelstudienzeit vorschreibt, muss künftig Strafe zahlen. Rund 77.000 Studierenden sollen von dem Bußgeld in Höhe von jährlich 3.000 Euro betroffen sein, berichtet "Die Presse". Mit 1. September tritt die Gesetzesänderung in Kraft. Die Idee zu der harten Strafe kam von den Christdemokraten (CDA).

Die neue Regelung bedeutet harte Einschränkungen für Studenten. Denn wer in den Niederlanden die Regelstudienzeit überschreitet, dem wird ohnehin schon das staatliche Stipendium gestrichen. Dadurch machen viele Studierende Schulden, und es kommt nicht selten vor, dass am Ende eines sechsjährigen Studiums ein Schuldenberg in Höhe von 40.000 Euro übrig bleibt. 

"Hebt die Bildungsqualität nicht"

Kritik kommt vom Niederländische Universitätenverband (VSNU). Dessen Vertreter sind der Meinung, dass aus Studenten keine Melkkühe gemacht werden sollten. "Das Bußgeld ist sozial ungerecht und hebt die Bildungsqualität nicht", sagte eine Sprecherin zu rp-online.de. Die Studierenden-Strafgebühr ist im derzeit laufenden Wahlkampf ein heißes Thema. In drei Wochen finden in den Niederlanden Neuwahlen statt. (red, derStandard.at, 27.8.2012)

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na lustig. unlängst der artikel über die studenten die zu schnell waren und weiter studiengebühr zahlen müssen. andere müssen zahlen weils zu langsam sind.
hauptsache zahlen, irgendwas findet sich immer.

Ich verstehe da was grundsaetzlich nicht

Ein studium, das sind sounsoviele vorlesungen, soundsoviele pruefungen.
Das heisst, ob ich die, sagen wir 70 pruefungen,lus vorlesungen, in denen bzw bei denen ich platz versitze(wenn ich denn hingehe) IN 4 oder berufs, spass oder wodurchauchimmerbedingt JAHREN ODER ca. 16 jahren (vg. Viktor klima, josef cap, usw) konsumier ist doch egal, oder?

Dann eher eine saftige gebuehr fuer nochmalige inscription schon besuchte vorlesungen usw, bzw. Pruefungstaxen beim 3.antreten.

Nope es handelt sich meist um Module. Das heißt bspw. 2 Seminare, 2 VUs mit jeweils Einzelprüfungen, Einzelarbeiten und dann noch eine Gesamtklausur. Nur bestimmen die Einzelnen Profs den Stoff der Gesamtklausur und es halten nicht in jedem Semester die gleichen VU1 und VU2 ab usw. Da entsteht ein Verwaltungsaufwand. Das System mit den Vorlesungen ohne Anwesenheitspflicht, Seminare/Kurse mit 40 Personen und mehr, mehrere Studienrichtungen gleichzeitig betreiben, 4-5 Versuche wird sich auch in Österreich langsam aufhören. Im Normalfall gibts pro Richtung eine bestimmte Anzahl an Plätzen und ein Teil/Pflichtfächer macht dann auch die "Klasse" 1999 zusammen usw. Ob gut oder schlecht muß jeder selbst bewerten..

dann studieren dieeben die Regelstudienzeit in den NL

gehen dann ins Ausland und lassen sich ihre Credits anrechnen

Re: Die Idee zu der harten Strafe kam von den Christdemokraten

'
Woher sonst?

So richtig christlich und demokratisch halt...

das ist natürlich speziell gegenüber den studenten die nicht bei mami und papi wohnen und vielleicht noch einen fulltime job neben dem studium machen müssen besonders fair.

ein eindeutiger schritt die richtung, dass sich irgendwann (wahrscheinlich in nicht allzu ferner zukunft) nur noch leute mit geld ein studium leisten können.

Für die gibts in den meisten Ländern eigene Studien. Das österr. System ist internat. nicht üblich.. Selbst in Deutschland hat sich viel verändert...

wie schon kreisler sagte

"denn für studenten haben wir ja sowieso kein' platz
die soll'n doch erst was lernen, vorher sind sie für die katz'."

übrigens kriegt man auch in deutschland sein bafög gestrichen, wenn man die regelstudienzeit überschreitet. und wenn jemand einen studienkredit bei der kfw aufgenommen hat, dann wird der in dem fall auch abgebrochen. und das obwohl die leute, die z.b. eine sprache oder auch mathematik auf lehramt studieren eine quote von unter 20% abschlüssen in der regelstudienzeit aufweisen. naja, lehrer brauchts ja auch nicht. schon mal die schulen in berlin gesehen....?! bonjour tristesse

Man zahlt also Strafgebühr

Ohne jemals irgendwem geschadet zu haben. Toll :)

Oder will jemand behaupten, dass es für die Uni kostenmäßig einen Unterschied macht, ob man die LVA auf 10.000 Semester verteilt macht oder in einem einzigen?

"Die Idee zu der harten Strafe kam von den Christdemokraten (CDA)."

Auch dort die "Experten" für Symptombekämpfung.

Hoffentlich wählen die Niederländer diesen verlogenen Verein bald wieder ab.

Habe ich das jetzt überlesen oder gibt es da keine Unterscheidung zwischen hauptberuflichen und nebenberuflichen Studenten?

Mit jährlich 231 Mio €

lässt sich sicher was nettes anfangen.

2 abfangjäger?

oder ein tunnel?

Dafür sind denke ich doch, einige Kriterien zu berücksichtigen, wie Berufstätigkeit, Mangel an Professoren für das Betreuen von Diplomarbeiten, allgemeiner Professorenmangel und damit auch weniger Lehrveranstaltungen für zu viele Studenten,...! - Wenn all diese Rahmenbedingungen erfüllt sind dann ja, aber dann sollten die Unis gleich zu FHs abdegradiert werden, denn ein selbsteingeteiltes Studium ist dies, längst nicht mehr!

Zu FH's abdegradiert ...

... das finde ich schon eine sehr harte Aussage. Haben nicht beide Bildungseinrichtungen ihren Platz? So wie sie das sagen, sind die FH'ler schlechter als die Studienkollegen auf den Uni's!?

Was ich nicht versteh...

... warum ich für eine Frage rote Stricherl bekommen. Komisch?

Mit "abdegradieren" meine ich, dass es auf den FHs den StudentenInnen kaum möglich ist, selbst zu entscheiden, wie lange und intensiv sie sich mit einer Thematik befassen wollen, da es eben sehr verschult ist und eigentlich alles vorgegeben wird. Unis sind noch zum Teil selbstbestimmend, was dem ursprünglichen Studium zugrunde liegt! Widerspiegelt doch die Diskrepanz zwischen Ausbildung und Bildung nieder!

Natürlich haben beide Bildungseinrichtungen ihren Platz, und FH-Absolventen sind Uni-Absolventen gleichgestellt! Leider sehen das manche anders - meist sind das die Uni-Leute, die FHler haben umgekehrt keine Probleme mit Leuten von der Uni. Vielleicht neidisch, weil man an der FH möglichst barrierefrei studieren kann. Das Nicht-Verschulte hat eben nicht nur Vorteile...

mehr disziplin muss her! mehr zwang! mehr leistung! und weniger demokratie! weniger selbstbestimmung! weniger frech sein! das können wir uns nicht leisten in zeiten der krise. da müssen wir alle zusammenhalten!

wenn du das fragen musst ... brauchst wohl noch das eine oder andere Semester ... in der Hauptschule ;)

Es gibt genug Politiker, für die das ernsthafte Parteilinie ist!

eben

haette auch ein rechtsextremist sein koennen :D

Bildung soll frei bleiben....

Ich find es einen Schritt in die falsche Richtung.

Freie Bildung ist eh ok, Gratis spielts halt nicht.

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