Trafikanten gegen Lotto-Erweiterung

Die bevorstehende Erweiterung des Vertriebsnetzes treibt die Trafikanten auf die Barrikaden, die agedrohte Klage ist aber vom Tisch

Wien - Im Streit zwischen den Österreichischen Lotterien und den Tabaktrafikanten um den massiven Ausbau des Lotto-Vertriebsnetzes zeichnet sich ein Kompromiss ab. Bei einem "Krisentreffen" sind die Lotterien ihrer Meinung nach "einen großen Schritt auf die Trafikanten zugegangen und haben ein weitreichendes Angebot gemacht", wie ein Unternehmenssprecher sagte. Trafikantenobmann Peter Trinkl will die offenbar abgeschwächten Expansionspläne am Samstag mit seinen Landesgremialobleuten besprechen und den Lotterien eine "Entscheidung vorlegen", wie er sagte.

Die Lotterien sehen den Ball jetzt bei den Trafikanten, inhaltlich wollte man sich nicht äußern. Auch Trinkl hielt sich einigermaßen bedeckt. Nur so viel: Die Lotterien wollten jetzt weniger als die geplanten 2.237 Vertriebsstellen, die bisher nur Brief- und Rubbellose verkaufen, zu Lotto-Annahmestellen umrüsten. Am Zeitplan werde sich nichts ändern.

Die angedrohte Klage der Trafikanten ist somit vom Tisch - zumindest vorerst: "Wenn wir das Paket nicht annehmen, werden wir klagen müssen", so Trinkl. "Momentan sieht's aber so aus: Es gibt noch Verhandlungsbereitschaft."

Derzeit gibt es in Österreich 3.798 Lotto-Annahmestellen. Vom geplanten Ausbau sollen hauptsächlich Tankstellen, aber auch Lebensmittelgeschäfte und Postämter profitieren. (APA, 27.8.2012)

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