Die Angst vor dem Rad-Schulweg

Thomas Rottenberg
27. August 2012, 16:47
  • Aus Angst vor dem Straßenverkehr lassen viele Eltern ihre Kinder nicht in die Schule radeln.
    foto: apa

    Aus Angst vor dem Straßenverkehr lassen viele Eltern ihre Kinder nicht in die Schule radeln.

In Österreich radeln nur elf Prozent der Kinder in die Schule. Nicht weil sie nicht wollen, sondern weil die Eltern es verbieten. Aus Angst

Natürlich gibt es global drängendere Kinderschutzanliegen als die Frage, wie sicher Kinder mit dem Rad unterwegs sein können.

Dennoch ist das Thema spannend. Weil das, was Kinder als positiv und selbstverständlich erleben, prägt.

Weil die Situationen, denen Eltern ihre Kinder auszusetzen bereit sind, viel über subjektiv empfundene Sicherheit, Rücksicht auf und die Bewegungsfreiheit von Schwächeren verrät.

Weil die Rad-Nutzung von Kindern Verkehrsrealitäten illustriert: Dass in China 60, in den USA aber nur ein Prozent zur Schule radeln, überrascht kaum. Auch dass in den Niederlanden fünf und in Dänermark vier von zehn Kids "schulradeln", deckt sich mit der Bike-Wahrnehmung dieser Länder.

In Schweden radeln 20, in der Schweiz 17, in Deutschland 15 Prozent zum Unterricht: Mit diesen Zahlen fütterte diesen Sommer die internationale Rad-Konferenz Velo City in Vancouver eine Charta, mit der die Vereinten Nationen aufgefordert werden, kindliches Radfahren im Sinne einer nachhaltigen Mobilitätspolitik zu fördern.

Mancherorts wird so etwas kreativ aufgegriffen. Bozen etwa sperrt allmorgendlich Straßen zu Schulen für Autos: Radfahren ist erlaubt und erwünscht.

Österreich fehlt in diesem Schulweg-Ranking. Zum Glück - denn die Zahlen sind blamabel: Nur elf Prozent strampeln zur Schule (Quelle: VCÖ).

Dabei wären die Kinder willig: Jedes Dritte führe gern mit dem Rad zur Schule. Doch die Eltern verbieten es - und bringen die Kinder lieber mit dem Auto - aus Angst vor dem Straßenverkehr. (Thomas Rottenberg, AutoMobil, DER STANDARD, 24.8.2012)

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wenn mein kind meinen arbeitsweg als schulweg hätte

würde mir auch lieber sein es würde nicht radeln. auf manchen wegen in wien ist es nur eine frage der zeit bis man von einem unachtsamen autofahrer verräumt wird, nicht unbedingt weil die autofahrer so rücksichtslos sind, aber weil die wege so gefährlich angelegt sind

an vielen stellen ist ein ausweichen auf den gehsteig der eigenen sicherheit als radfahrer auf jeden fall zuträglich

Das liegt mMn an immer ängstlicher werdenden Eltern. Ich bin zu Fuss entlang der Bundesstrasse in die Volksschule, und später dann mit dem Rad. Die Frage ob ich mit dem Auto gebracht werden sollte hätte sich gar nicht gestellt. Und so war das bei meinen Schulkollegen auch.

Heute wird versucht die Kinder im Elfenbeintürmchen grosszuziehen. Genau solche Waschlappen und Muttersöhnchen werden sie dann sein wenn sie erwachsen sind.

PS, ich hab damals diese Prüfung gemacht um mit 10 selber fahren zu dürfen. Das haben in der Klasse alle gemacht und wurde von der Klassenlehrerin unterstützt. Ich bezweifle dass man heute eine nennenswerte Zahl Muttis und Vatis fände die ihren Sprösslingen den Zettel unterschreiben.

Mut kann man nicht kaufen: Bozen etwa sperrt allmorgendlich Straßen zu Schulen für Autos: Radfahren ist erlaubt und erwünscht.

SO schaut mutige und moderne Verkehrspolitik aus, anstatt der Schnapsidee vom Häupl mit den Nummerntaferl für Radler (die sich ja weltweit enorm bewähren...)

Radfahrer bin ich erst seit wenigen Jahren. Aber auch in den Jahren davor, als ich noch täglich im Stau auf dem Gürtel unterwegs war, war ich froh über jeden Radfahrer der meiner damaligen Meinung nach für sich die mühsame Art der Fortbewegung gewählt hat, statt in einem zusätzlichen Auto den Stau noch zu verstärken.
Ich kann wirklich den Hass auf die Radfahrer nicht verstehen.

hass hat nix mit logik zu tun...

Neid auch nicht.
Nur so ist das verhalten mancher autofahrer zu erklären.
Logisch wäre:
Jeder radler ist ein auto weniger (wie bereits geschrieben).
Warum fahr ich nicht auch mit dem rad? Wär doch viel schneller, billiger und gesünder...

Radwege schützen Kinder. Deshalb gehört da endlich einer her

http://www.ipetitions.com/petition/... aschmarkt/

Danke für die Statistik

Da kriegt man ja wirklich Angst. Grauenvoll wie viele Radunfälle mit Personenschaden passieren.

Ich hab immer geglaubt, Radfahren wäre sicher. Also: Wir brauchen vom Verkehr getrennte Radwege mit Benützungspflicht!

Ich kann doch meine Kinder nicht solchen Gefahren aussetzen.

langsam nervt der spam für deine petition.

Naja...streng genommen ist der Wiental-RW schon von der Längenfeldgasse weg bei den ganzen Engstellen ein Sicherheitsrisiko.

weil Eltern eben Auto-Rowdies sind

deshalb verbieten sie ihren Kindern diesen Spaß mit dem Rad in die Schule zu fahren.

Sie haben offensichtlich keine Kinder !

Da schreiben wieder die besonderen Paranoiker Kommentare...

self-referential joke

Ah, wieder einer mit leseschwäche...

"Leseschwäche".

Für die Romantiker hier, die 8jährige mit Fahrrädern in die Schule fahren lassen wollen:

VI. ABSCHNITT.

Besondere Vorschriften für den Verkehr mit Fahrrädern und Motorfahrrädern.

§ 65. Benützung von Fahrrädern.

(1) Der Lenker eines Fahrrades (Radfahrer) muß mindestens zwölf Jahre alt sein; wer ein Fahrrad schiebt, gilt nicht als Radfahrer. Kinder unter zwölf Jahren dürfen ein Fahrrad nur unter Aufsicht einer Person, die das 16. Lebensjahr vollendet hat, oder mit behördlicher Bewilligung lenken.

(2) Die Behörde hat auf Antrag des gesetzlichen Vertreters des Kindes die Bewilligung nach Abs. 1 zu erteilen, wenn das Kind das 10. Lebensjahr vollendet hat und anzunehmen ist, daß es die erforderliche körperliche und geistige Eignung sowie Kenntnisse der straßenpolizeilichen Vorschriften besitzt.

Bist du ab 12 nicht mehr in die Schule gegangen/gefahren?

Davon ist ja auch nicht die Rede:

Es geht um Kinder ab 12, in manchen Fällen ab 10.
Kleinere Kinder gehen in der Regel zu Fuß oder fahren öffentlich.

Darum

sind ja auch nur 12jährige auf dem Bild…

Das sind wohl die 10 jährigen, ...

... die gerade den Schein machen.

Romantiker - Teil 2

Die Bewilligung gilt für das ganze Bundesgebiet, sofern nicht der gesetzliche Vertreter des Kindes eine örtlich eingeschränkte Geltung beantragt hat. Sie ist unter Bedingungen und mit Auflagen zu erteilen, wenn dies die Verkehrssicherheit erfordert. Die Behörde kann die Bewilligung widerrufen, wenn sich die Verkehrsverhältnisse seit der Erteilung geändert haben oder nachträglich zutage tritt, daß das Kind die erforderliche körperliche oder geistige Eignung nicht besitzt. Über die von ihr erteilte Bewilligung hat die Behörde eine Bestätigung, den Radfahrausweis, auszustellen. Inhalt und Form des Radfahrausweises hat der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie durch Verordnung zu bestimmen. Der auf Grund dieser Bestimmung

Romantiker - Teil 3

gestellte Antrag, die erteilte Bewilligung und der ausgestellte Radfahrausweis sind von Bundesstempelgebühren befreit.

Soweit das Gesetz, das den Prozentsatz der Schüler, die in Österreich zur Schule radeln dürfen, erklären könnte. Wir könnten aber auch eine Kinder-Parallelwelt erschaffen - Die Sperre Bozener Zufahrtsstrassen ist ja eine Andeutung dorthin -, so mit Kinderstrassen, von 7…8h und 13…17h nur von Kindern befahren, usw. usf. Das mit der Radler-Parallelwelt ist ja schon weit gediehen…

Mich nicht falsch verstehen: Ich bin gegen diverse Parallelwelten, ich bin für strikte Einhaltung des Grundsatzes, dass _alle_ Verkehrsteilnehmer solche sind und Verkehsregeln die Gefährdeten schützen müssen und nicht in ein Parallelwelt verweisen…

Naja, wir haben eine Auto-Parallelwelt geschaffen. Momentan töten nur KFZ andere Verkehrsteilnehmer, Radfahrer und Fußgänger tun das nicht. Also sollten wird diese motorisierte Parallelwelt so schnell wie möglich wieder der Realität anpassen, oder?

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