Türkei weist syrische Flüchtlinge an Grenze ab

27. August 2012, 16:30

6.000 Syrer flüchten innerhalb weniger Stunden in den Libanon - Oppositionelle melden Hubschrauberabsturz

Damaskus/Istanbul - Nach den jüngsten Kämpfen und Massakern im Süden von Damaskus hat eine Massenflucht aus Syrien eingesetzt. Ein libanesischer Grenzbeamter sagte am Montag, binnen weniger Stunden hätten mehr als 6.000 Menschen die Grenze überquert. Die meisten Flüchtlinge stammten aus den südlichen Vororten der syrischen Hauptstadt. Bei Kämpfen zwischen Revolutionsbrigaden und Regierungstruppen wurden am Morgen 20 Menschen getötet, darunter fünf Kinder. Indessen begannen die türkischen Behörden damit, Syrer an einer Flucht über die Grenze zu hindern.

Wegen der schnell wachsenden Flüchtlingszahl wolle die Türkei nicht mehr alle Syrer aufnehmen, berichteten türkische Medien. Ein Regierungsvertreter bestätigte die Berichte auf Anfrage, ohne Details zu der neuen Politik zu nennen. Türkische Kommentatoren sehen in der Entscheidung einen möglichen Schritt auf dem Weg zur Einrichtung einer Schutzzone auf syrischer Seite der Grenze. Bisher sind mehr als 80.000 Syrer in die Türkei geflüchtet. Bei den Vereinten Nationen im Libanon haben sich bereits mehr als 51.000 Syrer als Flüchtlinge registrieren lassen.

Oppositionelle melden Hubschrauber-Absturz

Regimegegner meldeten unterdessen den Absturz eines Militärhubschraubers in Damaskus. Dieser habe zuvor den Stadtbezirk Jobar beschossen, berichteten die Augenzeugen. Kämpfer der Freien Syrischen Armee aus dem Viertel Al-Kabun hätten den Helikopter über dem Stadtteil Jobar abgeschossen, hieß es. Überprüfen ließ sich das nicht. Unbestätigten Medienberichten zufolge sollen die Aufständischen von arabischen Golfstaaten mit Flugabwehrraketen des US-Typs Stinger ausgerüstet worden sein.

Eine Brigade der syrischen Rebellen bekannte sich zum Abschuss des Helikopters. Die Aufständischen, die hauptsächlich über leichte Waffen verfügen, hatten nach eigenen Angaben bereits am 13. August einen Jet in der östlichen Provinz Deir Essor abgeschossen.

Staatsfernsehen berichtet von Erfolgen

Das syrische Staatsfernsehen berichtete dagegen von Erfolgen der Regierungstruppen im Kampf gegen "Terroristen" in der Provinz Idlib. Rebellen dort meldeten ihrerseits, sie hätten nach dreitägigen Kämpfen eine Straßensperre der Regierungstruppen im Bezirk Jabal al-Sawiya überrannt. Einer der Kämpfer der "Brigade der Falken von Damaskus" sagte, in der Schlacht seien auch mehrere Angehörige seiner Brigade gefallen.

Der syrische Präsident Bashar al-Assad unterstützt nach Angaben aus Teheran den iranischen Vorstoß für einen neuen Syrien-Friedensplan. Assad begrüße die Bemühungen der Regierung in Teheran, sagte der iranische Abgeordnete Alaeddin Borujerdi nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Isna. Borujerdi ist der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im iranischen Parlament. Er war am Sonntag mit Assad in Damaskus zusammengekommen.

Blockfreien-Gipfel mit syrischen Vertretern

Der Iran will seine Syrieninitiative diese Woche auf der Konferenz der Blockfreien Staaten in Teheran präsentieren. Details sind bisher nicht bekanntgeworden. Es heißt lediglich, es handle sich um einen umfassenden Plan. Der Iran ist in der Region der engste Verbündete des Assad-Regimes. Syrien schickt zwei hochrangige Regierungsmitglieder zum Gipfel der blockfreien Staaten in Teheran.

Die Mitwirkung des Iran, der wegen seines Atomprogramms selbst mit Sanktionen belegte ist, an der Lösung des Syrien-Problems wird von einem Großteil der internationalen Gemeinschaft bisher abgelehnt. Der zweitägige Gipfel der Blockfreien beginnt offiziell am Donnerstag. Der Gruppe gehören etwa 120 Staaten aus der ganzen Welt an. Der Iran übernimmt bei dem Treffen den Vorsitz von Ägypten. Die Blockfreien-Bewegung war 1955 während des Kalten Krieges ins Leben gerufen worden. Sie sollte ein Gegengewicht zur Blockkonfrontation zwischen den USA und der Sowjetunion bilden. (APA, 27.8.2012)

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Wenn syrische Medien berichten, dass der Hubschrauber abgeschossen worden ist, ,

dann ist das ein weiterer Beleg dafür, dass die syrischen Medien im Allgemeinen und die Nachrichtenagentur SANA im Besonderen besser sind als ihr Ruf.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass solch eine Meldung unter Hafis al-Assad nicht rausgegangen wäre.

Mich überrascht die für Syrien wirklich erstaunliche Offenheit mit der die Presse und das Fernsehen über die Ereignisse berichten.

Ein über der Hauptstadt abgeschossener Hubschrauber ist schließlich kein Ruhmesblatt für die syrische Luftwaffe.

Das immer wieder verwendete Gschichterl, dass man keine Journalisten hineinlässt und man also nicht verifizieren kann ist eine glatte Lüge, um weiter die Märchen, der "Rebellen" und die der Londoner Dönerbude, eins zu eins verbreiten zu können!

Seit 40 Jahren sitzt die Herrscherfamilie Assad in Syrien an den Schalthebeln der Macht. Das Regime setzte von Anfang an einen umfassenden Unterdrückungsapparat ein um jede Opposition im Keim zu ersticken. Es gibt keine privaten und unabhängigen

Medien. Auch das Internet ist einer starken Kontrolle ausgesetzt, Leute, die offen oder kritisch ihre Meinung äußern oder sich mit syrischer Politik befassen, müssen mit Verfolgung rechnen, werden verhaftet im schlimmsten Fall getötet. Der Aufstand begann im März 2011 bis im August 2011 kamen bereits rund 40 Journalisten und Bürgerjournalisten ums Leben – zehn von ihnen hauptberufliche Korrespondenten, die Hälfte davon aus dem Ausland. Ein Beispiel Musaab Audatallah. Am 22. August stürmten Sicherheitstruppen seine Wohnung in Damaskus und schossen ihn nieder. Audatallah hatte für die regierungsnahe Zeitung Tischrin gearbeitet. Unter Pseudonym sympathisierte er mit der Opposition. Was Sie da schreiben ist unerträgliche Regimepropaganda !

Na ja, wenn ich mir die privaten und unabhängigen Medien

in Europa anschaue, und was für Lügen und Propaganda die seit Jahren über jeden imperialistischen Krieg auftischen, so bin ich nicht sicher, ob das so schlimm ist, wenn Syrien die nicht hat.

blabla - abschuss war in teilen von Damaskus sichtbar

daher hieß es "abgestürzt"

aber bin überrascht wieviele Österreicher sich hinter Massenmörder stellen und Demokratiewünsche als Terrorismus bekämpfen

bin ich froh dass wir nach 1945 leben

Das, was diese hochgeschätzten „Rebellen“ treiben,

als „Demokratiewünsche“ zu verharmlosen, ist eine Sache.

Aber wenn es ihnen wirklich um Demokratie gehen sollte, so spricht das jedenfalls nicht für die Demokratie. Denn unter Assad war es sicher nicht ganz gemütlich für verschiedene Leute, aber nach ihm geht es mit Sicherheit übel zu.

assad'sche sicherheit

ein volk als geisel

"Massaker im Süden von Damaskus"

Wer kontrolliert Damaskus?

Wer kann also nur Massaker verüben?

Vor wem also flüchten die Menschen?

Erstaunlich, dass diese einfachen Wahrheiten in diesem Forum gedreht, verdreht und zerdreht werden, bis es kracht ...

Selbst wenn man Syrien seine antiamerikanische und antiisraelische und meinetwegen sogar panarabische Position zu Gute hält: Irgendwann muss doch Schluss sein mit dem blinden Kadavergehorsam gegenüber Assad.

Antworten der Reihe nach:
Die Regierung. Daraya ist ein Vorort. Ebenso spielen sich die Kämpfe aktuell in Vororten oder am äußersten Rand ab. Dort sind sehr viele Wälder (der grüne Gürtel), die Verstecke bieten.

Kontrolle heißt nicht absolute Kontrolle. Hier ist ja auch alles unter Kontrolle und trotzdem gibt es Banküberfälle und Schlägereien usw. besonders in den USA auch noch Amokläufer (also Massaker).

Nicht vor wem, sonder vor was. Vor allem vor den Kämpfen. Wenn die FSA aus einem Viertel eine besonders "provokante" Aktion startet (Hubschrauber abschießen, Flughafen mit Mörser beschießen), dann kann sich jeder ausrechnen, dass die Armee entsprechend reagiert. Wie bekannt nicht immer zurückhaltend -> also lieber flüchten

Aha.
Jetzt ist sie bald EU-reif, die Türkei.

Sie sollten...

..Ihre geistige EU-Reife bewerten.

Wie Sie Link zwischen dem Artikel und der EU-Reife erstellen, lässt tief in Ihre Gesinnung blicken.

Die EU-Reife werden Sie persönlich jedoch nicht erreichen ;)

Nach der Eroberung von Darayya und der - nach syrischen TV-Angaben- Entdeckung schrecklicher Verbrechen der "Rebellen",

verfolgt die syrische Armee (SAA) zur Stunde nach Süden fliehende Freischärler und rückt auf Sahnaya vor.

Der lt. Al-Arabiya (Saudischer Propagandasender) übergelaufene Stellvtr. Regierungschef zeigt sich im Fernsehen beim aktuellen Empfang einer hochrangigen iranischen Delegation.

Zur Stunde hält Al-Arabiya immer noch an der fabrizierten Überlauf-Story fest.
Vom Kaufpreis keine Rede!

Aber das hatten wir doch schon mal...

Man hat eine Zeltstadt für Zehntausende von Flüchtlingen in der Türkei gebaut, zehntausend seien gekommen und Angelina Jolie hat sie doch besucht, oder? Ein wenig später hat man nichts mehr davon gehört.

http://derstandard.at/130455449... iserregend

http://www.spiegel.de/politik/a... 69116.html

http://www.youtube.com/watch?v=MD_yBP4P-k4

http://www.amnesty.de/umleitung... Fpage%3D28

Die lange Geschichte von Jisr-Al-Shughur

http://www.taz.de/EU-Kommis... r/!100455/

Da waren es ja schon 80 000 Flüchtlinge. Wo sind die alle geblieben?

4 mal ist ein Krankenhaus in Aleppo bombardiert worden. Ein Bericht von Arte

http://videos.arte.tv/de/videos... 91238.html

Eu-ropa

Welche Hilfestellung für die 3 Flüchtlinge-aufnehmende Länder leistet die EU-ropa?
Die Frage ist ernst gemeint.

Frankreich hat Hilfe nach Jordanien geschickt - allerdings Militärärzte !!!!

wieviele davon echte Ärzte sind -weiss niemand.

"Türkische Kommentatoren sehen in der Entscheidung einen möglichen Schritt auf dem Weg zur Einrichtung einer Schutzzone auf syrischer Seite der Grenze."

Wie vor Tagen bereits geschrieben bereitet sich die türkische Armee gerade auf den Einmarsch in Syrien vor.

Das ist eine feige Kriegserklärung Erdogans.

Die gesamte Region wird in Gewalt explodieren.

Für Erdogan wird es eine Zelle in Den Haag geben - Kriegsverbrecher werden nicht ungeschoren davonkommen lieber Erdogan.

Welche maßgeblichen imperialistischen Mächte

sollten ein Interesse haben, Erdogan vor Gericht zu stellen?

Wenn er in Syrien einmarschieren läßt, so tut er das doch im Einverständnis mit USA und NATO.

Irgendwie hast du wirklich keine Ahnung, was ein internationaler Gerichtshof ist. Dort halten die Sieger Gericht über ihre unterlegenen Gegner.

Wie lange predigen sie das eigentlich schon?

Einfach nach NONE, Angriffskrieg, Türkei googeln.

Ungefähr 1.100 Ergebnisse (0,09 Sekunden)

http://www.google.at/search?q=... tandard.at

Also wenn ich Kommandeur irgendeines türkischen Bataillons wäre

und mich mit meinen Männern auf den Einmarsch in Syrien vorbereiten müsste, eines würde ich ganz sicher nicht wollen: zigtausende Flüchtlinge, die mir im Wege herumstehen, die Zufahrts- und Ausfallstraßen blockieren, Menschen, für die ich Sicherungskräfte abstellen müsste, denen ich medizinische Versorgung gewähren müsste, Verpflegung und Wasser, eventuell auch Treibstoff, ... - und das alles in einer Kampfsituation mit einem gefährlichen syrischen Militär?!

Nein, das ist Unsinn. Wenn die Türken angreifen wollten, dann bitte mit freien Wegen. Heißt: Flüchtlinge in die Türkei schaffen, raus aus den Auf- und Durchmarschgebieten.

Aber vielleicht haben Sie Recht - ich bin ja kein türkischer Offizier ^^

Wo ist da das Problem?

Sie können ja gerne alle syrischen Flüchtlinge aufnehmen.

Dann braucht Erdogan auch keine Schutzzone einrichten.

was haebn Flüchtlingslager mit Schutzzonen auf fremden gebiet zu tun?

Den Beitrag meines Vorposters lesen.

Danke

Zuerst eifrigst die Söldner unterstützen, beständig von einem Angriffskrieg schwafeln, danach die dadurch resultierenden Flüchtlinge abweisen.

Erdogan ist so ein Heuchler.

Wie lange lassen sich die Türken diesen Despoten noch gefallen?

Aber, aber.

So geht die aktive Außenpolitik eines NATO-Staats. Und es läßt sich ja auch die Bevölkerung anderer Staaten ihre gewählten „Despoten“ gefallen, die ja allesamt – genauso wie Erdogan – durch freie Wahl bewiesen haben, daß sie eben keine „Despoten“ sind.

Wenn solche Regierungen wo einmarschieren lassen, so ist das rechtmäßig und menschenrechtskonform, und sie tun es ja nur, um „noch mehr“ „Blutvergießen“ zu vermeiden.

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