Rodriguez distanziert Froome ein wenig

26. August 2012, 18:29

Erster Saisonsig für Belgier Gilbert auf 9. Etappe in Barcelona - Froome 53 Sekunden zurück, Contador und Valverde dahinter

Barcelona -Der Klassiker-König des Vorjahres, Philippe Gilbert aus Belgien, hat auf der neunten Etappe der Spanien-Rundfahrt den ersehnten ersten Saisonsieg gefeiert. Im Schlussspurt setzte sich der 30-Jährige vom Team BMC gegen den Gesamtführenden Spanier Joaquím Rodríguez (Katjuscha) durch. Das Duo hatte sich auf dem 196,3 Kilometer langen Abschnitt von Andorra nach Barcelona im Anstieg zum Montjuic kurz vor dem Ziel vom Hauptfeld abgesetzt und den Sieg unter sich ausgemacht.

"Ich wusste, dass ich im Finale etwas schneller als Rodríguez sein würde und dass er in erster Linie daran interessiert war, seine Führung im Gesamtklassement auszubauen", sagte Gilbert, der im vergangenen Jahr die Klassiker Pfeil von Brabant, Amstel Gold Race, La Flèche Wallonne und Lüttich-Bastogne-Lüttich für sich entschieden hatte.

Rodríguez kann die Niederlage im Spurt gut verschmerzen, machte er durch den zweiten Platz doch weiter Zeit auf seine Verfolger gut. Der Brite Christopher Froome aus Großbritannien (Sky) liegt als Zweiter nun 53 Sekunden zurück. Dahinter folgen die Spanier Alberto Contador (Saxo Bank) mit 60 Sekunden und Alejandro Valverde (Movistar) mit 67 Sekunden Rückstand. Rodríguez eroberte auch das Grüne Trikot des punktbesten Sprinters, das bislang der dreimalige Etappensieger John Degenkolb aus Gera (Argos) getragen hatte. (sid/APA,red, 26.8.2012)

Ergebnisse Spanien-Rundfahrt vom Sonntag: 9. Etappe (Andorra la Vella - Barcelona/196 km): 1. Philippe Gilbert (BEL) BMC 4:45:28 Stunden - 2. Joaquim Rodriguez (ESP) Katjuscha, gleiche Zeit - 3. Paolo Tiralongo (ITA) Astana 0:07 zurück - 4. Tomasz Marczynski (POL) Vacansoleil 0:09 - 5. Daniele Bennati (ITA) RadioShack - 6. Alejandro Valverde (ESP) Movistar, gleiche Zeit

Gesamtwertung: 1. Joaquim Rodriguez (ESP) Katjuscha 34:44:55 - 2. Chris Froome (GBR) Sky 0:53 zurück - 3. Alberto Contador (ESP) Saxo Bank 1:00 - 4. Alejandro Valverde (ESP) Movistar 1:07 - 5. Robert Gesink (NED) Rabobank 2:01 - 6. Daniel Moreno (ESP) Katjuscha 2:08

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6 Postings
die vuelta

= die rundfahrt, wo die teammanager die möglichkeit erhalten, auch ihre ersatzfahrer mal in die pedale treten zu lassen.

Für mich war faszinierend, dass man die zwei wegfahren ließ.
Und: schwächelt Contador?

Es ist halt immer so die Frage, ob einer schwächelt oder die anderen einfach nur stark sind. Bisher gab es nur wenig lange Anstiege und Contador konnte es auch in der Vergangenheit in Topform nicht mit Rodriguez aufnehmen.

Nur er ist bisher wohl nicht dermaßen überlegen, dass ermit der Konkurrenz spielen kann, denn Contador hat in der Vergangenheit gezeigt, dass er ab dem 1.Berg der Konkurrenz zeigt, was er kann und nicht abwartet, wenn er in Top Form ist. Irgendwie errinert er mich an den Giro 2008 oder 2009, wo er kurzfristig eingeladen wurde und auch nicht in Top Form war, aber gut genug, um mit de Konkurrenz mitzuhalten. Urteilen werde ich aber erst, nach ein paar weiteren langen Bergen....

Gilbert und Rodriguez sind halt auch die besten wenns darum geht, in kurzen, knackigen Anstiegen entscheidende Attacken zu setzen - das hatte also m.E. weniger mit "wegfahren lassen" zu tun als dass in dem Moment eben keiner was entgegen setzen konnte.

Freut mich übrigens sehr für den heuer echt noch nicht erfolgsverwöhnten Gilbert, das war jetzt einmal eine starke Ansage in Richtung WM!

Ja, die beiden sind sehr stark auf diesem Terrain, wobei interessant ist, dass die beiden eigentlich total verschiedene Fahrertypen sind. Gilbert ist der typische Klassikerjäger. Ein guter Sprinter, der allerdings mit der Welteilite nicht mithalten kann, dafür über eine enorme Physis verfügt und zäh ist, wodurch er gut kurze Anstiege mit Kraft überwinden kann (er erinnert mich an Bettini). Rodriguez ist anders. Er ist ein Bergfahrer, der nicht über diese Tempohärte verfügt. Doch wie alle Bergfahrer kommt er auch gut über die Hügel, dazu besitzt er eine unglaubliche Explosivität, was ihn auf diesem Terrain ebenfalls stark macht. Allerdings wird er Fahrer wie Gilbert immer abhängen müssen oder kaputt fahren, da er nicht so stark im Sprint ist

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