Schulweg

Einserkastl26. August 2012, 18:23
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Fahrrad-Taferl genießen gegenüber der Beseitigung von unübersichtlichen Kreuzungen Priorität

In einer Woche ist Schulbeginn in Wien. Die Erstklassler sind schon ganz zappelig vor lauter Lust aufs Lernen: Im Stundentakt wird die Zeit bis zum Eintritt in die Welt der "Großen" runtergezählt. Die Eltern sind sich nicht ganz so sicher.

STANDARD-Leserin Alexia P. aus Wien-Döbling etwa macht sich Sorgen um den Schulweg ihres Sohnes. Das scheint nachvollziehbar, nachdem gerade Döbling zuletzt mit beängstigender Häufigkeit durch Autounfälle mit Schulkindern von sich hören machte - die zum Teil tödlich endeten.

Zur Illustration schickt P. ein Foto der Kreuzung Billrothstraße/Gatterburggasse mit, die ihr Sohn nun täglich zu bewältigen haben wird. Weil in naher Umgebung noch drei Schulen, etliche Kindergärten und Horte sind, haben viele hundert Kinder mehr denselben Weg.

Das Bild der Kreuzung wirkt tatsächlich erschreckend: Exakt dort, wo die Kleinen den ersten Schritt auf den Zebrastreifen dieser Hauptverkehrsader des Bezirks machen sollen, ist die Sicht durch Fahrradständer und Blumentröge verdeckt. Dazu kommen doppelstöckige Verbotsschilder wegen einer Baustelle - so montiert, dass die Autofahrer bestenfalls die Füße der Passanten sehen können.

Müssen womöglich erst weitere Kinder überfahren werden, damit "Verkehrsplanung" wie diese reformiert wird? Noch ist die Stadtpolitik bekanntlich mit Wichtigerem beschäftigt. Ganz genau: Fahrrad-Taferln. (Severin Corti, DER STANDARD, 27.8.2012)

  • Die unübersichtliche Kreuzung Billrothstraße/Gatterburggasse ist für viele Schulkinder eine Gefahr.
    foto: der standard

    Die unübersichtliche Kreuzung Billrothstraße/Gatterburggasse ist für viele Schulkinder eine Gefahr.

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