Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Seit sich "Falter"-Herausgeber Armin Thurnher etwas zurückgezogen hat, widmet er sich stärker dem ganz großen Interview. Mit Journalisten. Begonnen hat er mit Armin Wolf, dem Quotenbringer des ORF. Der "Falter" mit formal Noch-"Presse"-Chefredakteur Michael Fleischhacker auf dem Titelblatt kam wie eine Beichtstuhl-Enthüllung daher. "Bereuen Sie, Herr Fleischhacker?", stand neben dem Plakatierten in Boulevardmanier. Beantwortet wurde die Schicksalsfrage auf den drei Seiten im Inneren nicht. Thurnher fasste den Bekennenden mit Samthandschuhen an.
Erwartet hat man ein "Highlight". Umso mehr, als Thurnher in seiner Kolumne über den "Fellnerismus" in derselben Ausgabe sprachlich und inhaltlich brilliert. So aber ist die Enttäuschung nach der Interviewlektüre desto größer.
Die beiden diskutierten zum Beispiel nicht, warum es den von ihnen geleiteten Zeitungen nie gelang, respektable Leserreichweiten zu erzielen.
Armin Thurnher hat das nicht geschafft, obwohl er mit Florian Klenk und anderen über Journalisten verfügt, die nicht nur enthüllen, sondern zuvor auch mutig recherchieren. Der "Falter" publiziert nach wie vor ein qualitätsvolles Feuilleton. Es kann auch nicht nur daran liegen, dass der "Falter" wie einst die Universität Czernowitz junge Talente magisch anzieht, viele von ihnen aber nach einigen Jahren wieder verliert.
Die beiden hätten auch darüber diskutieren müssen, warum Fleischhackers blattmacherische Innovationen im Sinne von Leserzuwächsen nicht funktioniert haben. Ein Beispiel: die monothematischen ersten Seiten. Das heißt, das "Thema" nicht wie im STANDARD auf der zweiten Seite zu platzieren, sondern gleich auf der ersten.
Oder, drittens, personelle Fragen nicht nur zu streifen, sondern sich mit arbeitsrechtlichen Problemen auseinandersetzen. Wenn zwei Zeitungen des Styria-Konzerns, wie Fleischhacker andeutet, fusioniert werden sollen: Wer zahlt den Preis? Und wenn sich künftig Doppel- und Dreifachbelastungen auf die Qualität auswirken: Wachsen sich individuelle Burn-outs zu solchen ganzer Zeitungen aus?
Also haben sie die Flucht in die Philosophie angetreten und sich in den Unterschied zwischen der britischen und der französischen Aufklärung vertieft. Die eigenen Charakterköpfe wurden (ein seltener blattmacherischer Wurf) mit zeitgenössischen Bildnissen der Philosophen Thomas Hobbes, John Locke, Jean-Jacques Rousseau, Frank Stronach und Max Weber konterkariert.
Derweil der Text in den Tiefen des abendländischen Denkens versinkt. Thurnher: "Die Algorithmenspekulationen blühen immer noch." Fleischhacker: "Liberalismus ist nicht nur in der sanften rheinischen Variante gedacht worden."
Aus dem Gespräch ist geworden, was publizistische und kulinarische Haubenköche in Wien so beliebt macht: oben drüber parlieren oder soufflieren, mit Farben zaubern und dazu verführen, vor lauter Sprach- oder Kochtheater nicht mehr zu wissen, was man da überhaupt gelesen (oder gegessen) hat. (Gerfried Sperl, DER STANDARD, 27.8.2012)
Gerfried Sperl antwortet auf Armin Wolfs Gastkommentar über die Reform des ORF
Die Zerklüftung der Parteienlandschaft schreitet zwar auch auf Bundesebene voran, aber mit teils anderen Listen
Frank Stronach kommt an das gelebte Bekenntnis und die selbst gewählte Verpflichtung des italienischen Staatschefs nicht heran
Im Vatikan geht es derzeit mindestens so spannend zu wie an der politischen Spitze Italiens
Wohnbau, Förderung, Mietgesetze und Wohneigentum haben in Österreich eine besondere politische Geschichte
In Neapel hält man neben Monti die in Brüssel für die Schuldigen
Die Kritik an Bergoglios Umgang mit der argentinischen Junta wirft ein bezeichnendes Schlaglicht auf das Verhältnis zwischen Kirchen und Diktaturen
Strache beißt mit seinen Umbauplänen in der FPÖ auf Granit
Niederösterreich und Kärnten - das ist wie Monarchie und Erste Republik
Mit der Eröffnungsfeier als Mix aus Musikantenstadl, Superstargefummel und Zeltfestübertreibung hat man "der Welt" ein Bild des angeblich Steirischen geliefert, das für das hinterste Graubünden genauso stimmig wäre
Wer weiß, wie Quotenmedien ticken, denkt sich seinen Teil
Siegen Labour/Lib, bleibt Großbritannien in der EU, siegen die Konservativen, folgt der Austritt
Vier Beispiele für die Politik des US-Präsidenten
Den vielen Initiativen, mehr direkte Mitbestimmung zu ermöglichen, ist mit der Volksbefragung in keiner Weise gedient
Minister und Abgeordnete sollten unangekündigt in der Wiener U6 fahren
... mit den genannten Schreiberlingen, geht halt sprachstilistisch doch nicht. Das Mindeste wäre doch wohl "So aber ist die Enttäuschung nach der Interviewlektüre desto größer" statt "So aber ist die Enttäuschung nach der Interviewlektüre umso größer" - das wär doch was fürn Fehlerdoktor Otto?
das letzte, was mich als leser über einen journalisten interessiert, ist der kommerzielle erfolg seiner arbeit. hat nun selbst der qualitätsjournalismus keinen anderen anspruch mehr, als die kontaktraten für die inserenten zu steigern?
p.s.: ebenos absurd finde ich, wenn nach fernsehdiskisussionen die rhetorische und wahltaktische leistung der politiker analysiert wird, anstatt über inhalte zu sprechen.
Was ist denn das für ein Argument? Dann müssten Sie sich, Herr Dr., Sperl aber schon lange vor der Krone verkriechen.
Ich bin Leser des Falter, ich mag nur einer sein, aber mich sollten Sie schon respektieren.
Aber trösten Sie sich, Herr Dr. Sperl, wenn Sie weiland abgelöst werden, interviewt sie der Turnher vielleicht auch, dann können Sie ja ein bodenständig-geistiges Menü servieren.
das Fleischhacker Interview war auch für mich enttäuschend, allein verglichen mit dem Wolf Interview, das hervorragend war...
trotzdem ist das pauschalurteil von sperl - presse und falter sind schlecht und der standard ist ja so super ein blödsinn sondergleichen - errinnert an politische parteien und ihre clubsprecher - sowas brauchen die leser hier wirklich nicht!
ich finde es gut, dass es (wenigstens) sowohl den Standard als auch die Presse als auch den Falter gibt, als zumindest vom Anspruch her qualitative Medien, in denen Platz für "Großkopfertes" sein soll (übrigens hat kaum jmd. zu so einem entspannten Umgang mit dem Intellektuellen beigetragen wie der Falter)
Die gegenseitige Selbstzerfleischung kann ich nicht nachvollziehen. Natürlich könnte alles viel besser sein. Aber wenn man was tun möchte, könnte man ja vor der eigenen Türe kehren und bsp.weise - hüstel - auf guten Stil und Sprachrichtigkeit achten...
Das Interview war ein gegenseitiges Goderlkratzen zweier selbstverliebter Egos, die sich für intelligenter als den Rest der Welt halten. Beim Thurnher stimmt's wenigstens einigermaßen. Einen mitunter überzogenen Hang zu l'art pour l'art hat auch er, aber Fleischhackers "Provokationen" hatten immer bestenfalls das Niveau einer Maturazeitung.
Der Abschied des Revolutionärs
http://www.profil.at/articles/... lutionaers
Oberflächliche Küche/Berichterstattung, die zwar geschmäcklerisch ist, aber geschmack-los wird.
WENN wir aber Niveau und Tiefe wollen (hört, hört, in einem Massenmedium), dann beginnen wir uns zu fragen (und immer auch zu irren): WAS haben uns die französische und die englische Aufklärung heute noch zu sagen? IST die derzeitige Umwälzung neo-liberal oder nicht?
Ist der öst. Stillstand - wie Fleischhacker gemeint hat - tatsächlich auf zu viel sozialstaatliches und sozialpartnerschaftliches Denken/Handeln zurückzuführen od. haben sich nicht vielmehr die scheinbar "neo-liberalen" Befürworter kräftig am Staat und am Allgemeinwohl bedient?
Ist der verächtliche Ton des Hrn. Fleischhacker eine persönliche Schwäche od. kommentatorisch bedingt?
als standard-autor hat man solche spitzen wohl nötig...!?!
aber eigentlich ist das eh eine rein akademische diskussion in einem land, in dem die leute nicht angeben mit "letzte woche habe ich das buch xy gelesen" sondern mit "oida, gestern woa i wieda nudlfett!"
ergo: man wird hierzulande keine nennenswerte auflage erzielen können, wenn man ein gewisses niveau NICHT unterschreitet.
auch die str-brüder (strache und stronach) würden in jedem anderen land chancenlos sein...
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.