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vergrößern 1280x853Campus Party Europe in Berlin
Am heutigen Sonntag endet in Berlin offiziell die Campus Party Europe. 10.000 Geeks, Entwickler, Bastler, Technik-Freaks und Fans von Computerspielen aus rund 66 Ländern verpacken ihre Computer, zerlegen Roboter und treten die Rückreise in ihre Heimatländer an, teils in eigens vom Veranstalter gestellten Bussen. "Coders of the world, unite!", stand an der Wand aus aufeinandergestapelten Containern, die die offenen Hangars vom Vorfeld abtrennten. Das Flughafenareal bot ein einmaliges Panorama für das Festival, das Wissensvermittlung mit Unterhaltung kombinierte. Viele Angereiste, darunter auch 60 Österreicher, übernachteten in 3000 Mini-Zelten, die über sechs Hangars verteilt vom Veranstalter aufgebaut waren. Lernen und Kennenlernen waren die wichtigsten Beweggründe zur Teilnahme an dem Event: Viele der vom Veranstalter als Campuseros bezeichneten Teilnehmer kannten sich zwar über das Internet, sind sich aber noch nie persönlich begegnet. Die Gelegenheit zum Austausch wurde von den jungen Menschen rege nutzten und in allen Ecken der Flughafenhallen waren zu jeder Tages- und Nachtzeit Diskussionsgruppen zu beobachten. Die Altersgruppe der Teilnehmenden liegt zwischen 18 und 25 Jahren, teilte der Veranstalter mit. Nur ca. 5 Prozent der Teilnehmenden sind älter als 40.
27 Kilometer Glasfaserkabel
Der Veranstalter hatte insgesamt 27 Kilometer Glasfaserkabel verlegt, um jeden Teilnehmer an Hunderten Tischen mit einer eigenen Verbindung zum Internet zu versorgen. Vier Tage lang hielten 450 Redner, darunter prominente Namen, wie der Schriftsteller Paolo Coelho und der Web-Erfinder Tim Berners-Lee auf neun Bühnen Vorträge, Workshops und Diskussionsrunden. Das Themenspektrum beinhaltete die Entwicklung von Apps für mobile Geräte, Open Source, Social Media, Computerspiele und andere IT-Themen. Aber auch Gebiete, wie Design, Musik, Biotechnologie und Astronomie waren vorhanden; beispielsweise wurde in mehreren Vorträgen eine bemannte Marsmission im Jahr 2023 erörtert. In Programmierwettbewerben, sogenannte Hackathons, wetteiferten Talentierte um die Entwicklung neuer Apps. Die Campus Party wurde 1997 von drei Spaniern ins Leben gerufen und findet regelmäßig neben Spanien in verschiedenen Ländern Lateinamerikas statt. Hinter der Veranstaltung stehen finanzkräftige Sponsoren: Hauptsponsor ist der spanische Telefonnetzbetreiber Telefonica, der auch in Lateinamerika stark vertreten ist und unlängst O2 übernahm.
Die besten 5000
Die am späten Dienstagabend von Deutschlands Wirtschaftsminister Rösler eröffnete Veranstaltung findet mit Beteiligung der EU-Kommission statt. Interessierte konnten im Rahmen der "Digital Agenda" über Twitter Ideen für die digitale Zukunft Europas einreichen. Die besten 5000 wurden in einem nicht näher genannten Verfahren ausgewählt und die Gewinner nahmen kostenlos an der Campus Party teil. Die EU- Kommissarin Neelie Kroes war am Freitag angereist, um in einer Diskussionsrunde die fünf besten Ideen vorzustellen, deren Fokus ganz klar auf Startup-Gründung lag. Kroes betonte die Bedeutung des Entrepreneurship für die Wirtschaft Europas und forderte dazu auf, bereits 16-Jährigen die Gründung eines Startups zu ermöglichen, da diese oftmals über entsprechendes Talent verfügten.
Projekte
Das Thema Startup-Gründung bzw. Entrepreneurship nahm auf der Campus Party großen Raum ein. Zahlreiche Vorträge und Workshops sollten die Teilnehmer mit Gründer-Know- how ausrüsten oder schilderten Fallbeispiele und etliche Gründer stellten ihre Startups vor. Telefonica und andere Unternehmen waren mit "Gründerzentren" vertreten, in deren Rahmen sie Workshops anboten, Wettkämpfe um die besten Gründerideen veranstalteten oder Projekte prämierten. Google trat als Unterstützer der Gründergarage auf, ein von Prof. Günter Faltin initiiertes Projekt zur Förderung von Startup-Ideen. Faltin ist Professor für Entrepreneurship an der Freien Universität Berlin und wurde in den 1980er Jahren in Deutschland mit seinem Gründerprojekt Teekampagne berühmt, dass qualitativ hochwertigen Tee durch Großpackungen günstig anbieten konnte und zusätzlich ein Fair Trade Verfahren einsetze. Neben der Gründergarage hat Faltin die "Stiftung Entrepreneurship"ins Leben gerufen und plant, im Herbst eine "Kampagne für intelligente Waschmittel" zu starten.
"Menschen werden selber initiativ und gestalten ihr Umfeld und ihr Leben, statt auf die Politik zu warten."
Im Gespräch mit derStandard.at kritisierte Faltin eine verengte Sicht in der Startup-Szene: "Etwas unternehmen ist sehr viel mehr als nur Business: Menschen werden selber initiativ und gestalten ihr Umfeld und ihr Leben, statt auf die Politik zu warten. Wenn Business nur Business ist, ist es auch im Sinne von Business kein sehr gutes Business. Das klingt zwar nach Karl Valentin, aber es kann nicht nur darum gehen sich rücksichtlos zu positionieren, um möglichst schnell viel Geld zu verdienen." Zum erfolgreichen Gründen gehöre auch, die Welt ein Stück besser machen zu wollen, fuhr Faltin fort. "Gerade die erfolgreichen Unternehmer folgten einem solchen Anliegen." (Uwe Sievers, derStandard.at, 26.8.2012)
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"10.000 Geeks, Entwickler, Bastler, Technik-Freaks und Fans von Computerspielen aus rund 66 Ländern verpacken ihre Computer, zerlegen Roboter und treten die Rückreise in ihre Heimatländer an, teils in eigens vom Veranstalter gestellten Bussen."
Diese Tätigkeiten sind mehr als nur blöd irgendwelche Knöpfe oder Icons zu drücken, und somit für Nerds eine totale Überforderung!!
Nur 60 Österreicher? Nun ja, dann befinden sich gerade eben ein Zwölftel davon auf der A14 auf der Heimfahrt von Berlin. :)
Waren sehr schöne, interessante und lehrreiche Tage. Der ehemalige Flughafen Tempelhof bot eine einmalige Kulisse für diesen Event.
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