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Wien - Rückendeckung für die Linie von SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl beim Thema Universitätszugang kommt von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ). "Dass Modelle der Studienplatzfinanzierung auch Mengengerüste brauchen, ist klar", so Schmied im APA-Interview. "Das heißt, dass wir uns natürlich mit Kapazitäten beschäftigen müssen." Gleichzeitig müsse der von der Regierung formulierte Grundsatz, dass Österreich mehr Studenten und Absolventen haben wolle, sichergestellt sein. "In so einer Variante werden wir da durchaus Schritte weiter kommen, gerade in den Massenfächern."
Kuntzl und SP-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas hatten in Zusammenhang mit den Verhandlungen zur Studienplatzfinanzierung zuletzt Gesprächsbereitschaft beim Thema Zugangsbeschränkungen an den Unis signalisiert - unter der Voraussetzung, dass es danach nicht weniger Studienplätze gibt. "Der Sozialdemokratie ist es wichtig, dass wir eine offensive Universitätspolitik verwirklichen", so Schmied. "Das bedeutet keine Restriktion der Studienplätze, aber gleichzeitig geordnete Studienbedingungen für die jungen Leute."
Die Deadline bei den Verhandlungen zum neuen Lehrerdienstrecht sieht Schmied im Februar oder März 2013. Dies ergebe sich automatisch, wenn man die Fristen für die parlamentarische Behandlung einrechne. Wenn die Reform in dieser Legislaturperiode bzw. mit Beginn des kommenden Schuljahrs in Kraft treten solle, müsse sie spätestens Mitte Juli durch den Bundesrat gegangen sein. "Jede Woche, die wir früher fertig werden, ist natürlich eine gewonnene."
Beim Dienstrecht müsse man auch die "Kraft des Faktischen" sehen, betonte Schmied. "Es wird entscheidend sein, dass vor allem die ÖVP hinter diesem Projekt steht. Die Lehrergewerkschaft ist stark ÖAAB- und damit ÖVP-dominiert, daher ist es wichtig, dass wir das als Regierung gemeinsam entwickeln." Wenn der Regierungsvorschlag auf Beamtenebene mit der Gewerkschaft durchgearbeitet sei, werde man in der Regierung gemeinsam bewerten, wie es weitergeht. "Wenn die Gewerkschaft auf den derzeitigen Vorschlag nicht eingeht, kann das ja nur heißen, dass weitere Vorschläge finanzielle Implikationen haben." Daher sei es entscheidend, dass die VP-Finanzministerin am Tisch sitze.
Eine von der Gewerkschaft geforderte neue Lehrer-Arbeitszeitstudie hält Schmied nicht für nötig: "Der Bildungsbereich ist jener Bereich mit den meisten Studien, Arbeitsgruppen und Kommissionen - ob international, national oder regional. Ich habe keinen weiteren Bedarf an Studien." Davon gebe es genug, dazu noch Erfahrungsberichte und internationale Vergleiche.
Unabhängig vom Dienstrecht will Schmied die Reform der Lehrerausbildung sehen: "Sonst würde das alles viel zu lange dauern." Entscheidungsreif seien nun zwei Themenbereiche: Dies sei einerseits das neue Curriculum mit dem Vorschlag eines vierjährigen Bachelorstudiums, an das sich dann für die Volksschule und die Sekundarstufe I (Zehn- bis 14-Jährige) ein einjähriges Masterstudium sowie eine einjährige Berufseinstiegsphase ("Induktion") anschließt, für die Oberstufenschulen ist ein zweijähriges Masterstudium vorgesehen (wobei dieses jeweils auch berufsbegleitend absolviert werden kann). Fixanstellungen werde es grundsätzlich jeweils erst mit dem Master geben.
Das zweite sei die Frage, wer die Lehrerausbildung durchführe. Hier laufe es wohl darauf hinaus, dass es Kooperationsmodelle zwischen Unis und Pädagogischen Hochschulen (PH) geben werde, die an den einzelnen Standorten jeweils anders aussehen können.
Wichtig sei es, dass die Lehramtsausbildung ein "institutionelles Zuhause" habe, meinte Schmied. Die Unis gingen hier den Weg einer "School of Education", wo etwa eine Fakultät mit einer gewissen Personal- und Budgethoheit herausgelöst und Leistungen der PH dazuorganisiert werden. Die PH wiederum seien per se schon eine Art Heimatstätte der Pädagogenausbildung. "Wer die Führung übernimmt, kann je nach Standort unterschiedlich sein." Persönlich präferiert Schmied eine Variante unter der Führerschaft der PH, weil diese jetzt schon durch ihre Übungsschulen eine gute Verbindung zwischen Lehre und Praxis aufweisen. Dazu können dann die Stärken der Unis im wissenschaftlichen Bereich kommen. Wichtig und durchaus konsensfähig sei auch, dass es eine gemeinsame Ausbildung der Pädagogen für die Zehn- bis 14-Jährigen gebe.(APA, 26.8.2012)
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"Wenn die Gewerkschaft auf den derzeitigen Vorschlag nicht eingeht, kann das ja nur heißen, dass weitere Vorschläge finanzielle Implikationen haben."
Diese Logik ist bemerkenswert. Man legt einen Entwurf vor, der Einsparungen vorsieht, regt sich dann auf, dass die Gewerkschaft nicht zustimmt und mehr Geld fordert (bzw. fordert, dass die Lehrergehälter nicht gekürzt werden)?
Naja bis März wird sich das alles nicht mehr ausgehen und im Wahljahr wird man kaum etwas ändern wollen. Sollte es dennoch zu diesen Verschlechterungen kommen, bedanke ich mich für die Ausbildung und bin weg. Deutschland und Schweiz benötigt auch LehrerInnen. Wird wohl das Schicksal dieses Landes werden, dass gut ausgebildetet Leute gehen müssen.
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