Rebellenchef Haqqani angeblich bei US-Angriff getötet

25. August 2012, 18:40

Haqqani-Netzwerk für zahlreiche Anschläge in Afghanistan verantwortlich - Islamabad: 28 Taliban bei Gefechten getötet

Islamabad/Kabul - Den USA ist offenbar ein schwerer Schlag gegen islamistische Rebellen in Pakistan gelungen. Bei einem Drohnenangriff des US-Geheimdienstes CIA ist nämlich pakistanischen Militärkreisen zufolge der Kommandant des berüchtigten Haqqani-Netzwerks, Badruddin Haqqani, ums Leben gekommen. Die Rebellengruppe war für mehrere Anschläge auf westliche Ziele in Afghanistan verantwortlich. Haqqani sei diese Woche bei einem Drohnenangriff in der pakistanischen Provinz Nord-Waziristan gestorben. Die pakistanische Armee teilte indes mit, dass bei Gefechten im Stammesgebiet Bajaur 28 Taliban getötet worden seien.

Haqqani sei zwar die Flucht aus dem von der US-Drohne beschossenen Gebäude gelungen, doch kurze Zeit später sei er bei einem zweiten Raketenangriff auf sein Auto ums Leben gekommen, hieß es. Insgesamt seien bei dem Angriff am Dienstag 25 Menschen ums Leben gekommen. "Wir sind uns zu 90 Prozent sicher, dass Badruddin in dem Haus war", sagte ein pakistanischer Geheimdienstvertreter. Auch pakistanische Talibanvertreter sagten, dass sie von einer Tötung Badruddins ausgingen. Allerdings sagte ein Verwandter des Rebellenkommandanten, dass dieser noch lebe und sich weiterhin "Jihad-Aktivitäten" widme. Das Haqqani-Netzwerk hat den Tod seines Anführers bisher nicht bestätigt. Die Anhänger des Netzwerks gelten als die am besten ausgebildeten Kämpfer in Afghanistan, wo sie gemeinsame Sache mit den einheimischen Taliban machen.

Erst am Freitag war der NATO ein Erfolg gegen die pakistanischen Taliban gelungen. Bei einem Luftangriff in der Provinz Konar seien Talibankommandant Mullah Dadullah und mehrere Mitkämpfer getötet worden. Dadullah war im Vorjahr dem Taliban-Chef Maulvi Faqir Mohammad nachgefolgt, nachdem dieser öffentlich bestätigt hatte, dass die Taliban Friedensverhandlungen mit der Regierung in Islamabad führten. Weil die pakistanische Armee ihre Gangart gegenüber den Taliban jüngst verschärft hat, ergriffen zahlreiche Taliban-Kämpfer die Flucht nach Afghanistan.

Pakistanische Truppen und verbündete Stammesmilizen töteten am Samstag im Grenzgebiet zu Afghanistan mindestens 28 Taliban. Bei den vierstündigen Gefechten bei Salarzai im Stammesgebiet Bajaur seien auch zwei Milizionäre verwundet worden, teilten die Streitkräfte in Islamabad mit. (APA/Reuters, 25.8.2012)

Kommentar posten
16 Postings
Und wie hoch war der Kollateralschaden?

Amerikas Todesschwadronen morden weiter und die Welt sieht kommentarlos zu ...

Irreführend wie immer

Jalaluddin Haqqani und sein Sohn Sirajuddin sind die Anführer der Haqqani Gruppierung - und diese beiden leben noch.

Badruddin ist zwar auch ein Sohn Jalaluddin´s - aber nicht "first in command" bzw. Kommandant des Netzwerkes.

Und auch wenn ihr es zwei mal falsch schreibt, es heißt weiterhin Kunar und nicht Konar Provinz.

Kunar Konar

Die Einheimischen sagen Konar, weil Kunar auf Dari wie auf Paschtu unanständig klingt, dann sei das auch dem Standard vergönnt.

Danke für die Erklärung :)

Andererseits sprechen hier die Leute Deutsch oder Englisch und in diesem Sprachgebrauch ist Kunar üblich.

"Erst am Freitag war der NATO ein Erfolg gegen die pakistanischen Taliban gelungen."

Ein feiger Mord ohne Prozess ist also ein Erfolg? Welche menschenverachtenden Typen sitzen da bei APA und Reuters? Und warum übernimmt der Standard das eins zu eins?

Dir ist aber schon klar, dass dort ein Krieg stattfindet, oder? Irgendwie klingt dein Posting vollkommen derangiert.

Also dieser Durchblickstrudel muss nochmal ins Rohr zum Nachziehn.

In Pakistan ist Krieg?

Ja, welch eine Überraschung, dort gibts sogar drei Kriege! Alle ungeklärt. Aber was erzähl ich das einem Troll.

Natürlich würden diese Menschen jedem anderem einen fairen Gerichtsprozess gewähren....
Mal ehrlich haben sie eigentlich eine Ahnung, wie viele Kinder und Frauen die Anschläge auf dem Gewissen haben?

Selbst wenns so wär!

Auge um Auge - und die ganze Welt wird blind sein

Nein

Es werden weniger Augen ausgeschlagen, wenn man Konsequenzen für eine solche Untat zu erwarten hat. Die selbständigen Stämme in Pakistan mit ihrer betrüblichen Kultur in jeder Hinsicht lassen sich leider nur durch Geld oder Gewalt zu "zivilisiertem" Handeln bewegen.

Ich bin gegen zu hohe Drohneneinsätze und für Gerichtliche Verfahren, aber aus einer Tötung eines Mörders von Zivillisten einen feigen Mord und Menschenverachtung zu machen macht mich wirklich ziemlich wütend.

Aber die Tötung von x-beliebigen Pakistani, wobei ALLE MÄNNLICHEN Opfer automatisch zu Taliban deklariert werden ...

das macht Sie anscheinend nicht "richtig wütend".

Tötungen durch Drohnen sind feige Morde - auch wenn Sie noch so sehr auf Ihren einseitigen Gerechtigkeitsbegriff pochen.

wenn er sich bei mir meldet

dann vermittle ich ihm, dass er sich einem gericht stellen kann. einem prozess steht dann nichts mehr im wege ...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.