Samsung geht gegen Urteil in Berufung

25. August 2012, 11:27

Südkoreaner wollen Milliardenstrafe nicht hinnehmen

Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung will das Urteil im Patentstreit mit dem US-Konkurrenten Apple anfechten.

Gang vor das Bundesgericht möglich

Wie das Unternehmen am Samstag in Seoul mitteilte, will es zunächst vor dem Gericht im kalifornischen San José gegen die am Freitag verhängte Strafzahlung von mehr als einer Milliarde Euro (knapp 800 Millionen Euro) vorgehen. Sollte dies nicht zum Erfolg führen, werde ein US-Berufungsgericht eingeschaltet.

Das Gericht in San José hatte Samsung der Verletzung von Apple-Patenten für schuldig befunden. Apple hatte von Samsung 2,75 Milliarden Dollar Schadenersatz gefordert, weil Samsung das Design mehrerer Produkte illegal kopiert haben soll. Samsung wies die Vorwürfe zurück und warf seinerseits Apple Patentverstöße im Bereich der Mobilfunktechnologie vor. Das südkoreanische Unternehmen forderte dafür 422 Millionen Dollar von Apple, was das Gericht jedoch ablehnte.

Experten prognostizieren nur wenig Schaden für Samsung

Samsung mag zwar im bitteren Patentstreit mit Apple eine teuere Niederlage erlitten haben. Allerdings könnte das Urteil nach Ansicht von Experten langfristig sogar dabei helfen, die Führung der Koreaner auf dem weltweiten Markt für Smartphones zu sichern.

Verkraftbares Strafmaß

Zunächst muss die vom US-Gericht festgelegte Schadenersatz-Summe von etwa einer Milliarde Dollar in Beziehung gesetzt werden zu den 21 Milliarden Dollar, die der weltgrößte Elektronik-Konzern auf der Hand hat. Die Summe macht zudem gerade 1,5 Prozent von Samsungs jährlichem Umsatz in der Telekom-Sparte aus. Samsungs Nettogewinn allein im Quartal von April bis Juni betrug 4,5 Milliarden Dollar.

Auch ein etwaiges Verkaufsverbot für gewisse Samsung-Produkte wäre ein begrenztes Problem. Die Koreaner gelten als "fast executioners" - sie dürften in der Lage sein, schnell angepasste Produkte auf den Markt zu bringen, sollte ein Verbot tatsächlich greifen. In früheren Fällen hatte Samsung bereits neue Versionen fertig, bevor die Gerichtsverfahren abgeschlossen waren.

"Auswirkungen werden sehr begrenzt sein"

"Die Auswirkungen auf Samsung werden sehr begrenzt sein", sagt daher auch der Patentanwalt D.J. Jung von SU Intellectual Property. Die betroffenen Modelle seien meist älter und bei den neuen Varianten sei das Design schon verändert worden. "Trotzdem, es ist eine umfassende Niederlage im wichtigsten Markt. Es ist unvermeidlich, dass Samsungs Marke in Mitleidenschaft gezogen wird", sagt Jung. Samsung werde nun als Nachahmer gesehen. Dagegen steht, dass dieser und ähnliche Prozesse Samsungs Bekanntheit deutlich erhöht haben. In einer Umfrage zum Branding im asiatisch-pazifischen Raum lag Samsung jüngst an erster Stelle, vor Apple.

Verfahren könnte noch Jahre dauern

Der Analyst CW Chung von Nomura geht sogar davon aus, dass die Koreaner ihre Stellung stärken könnten. Mit allen Berufungen werde das Verfahren wohl noch Jahre dauern, sagt er. Am Ende könnten sich Apple und Samsung gegenseitig Lizenzen gewähren, um gemeinsam eine hohe Patentmauer um ihren Teil des Smartphone-Marktes zu errichten - ein Markt mit einem Volumen von mehr als 200 Milliarden Dollar. Für die anderen Bewerber wäre dies eine Bedrohung.

Weiter: Rechnet man die Schadensersatz-Summe auf einzelne Geräte um, verlangt Apple von Samsung etwa zehn Dollar je Mobiltelefon. Sollten die Amerikaner ähnliche Klagen gegen andere Hersteller von Android-Handys anstreben, könnten deren Gewinnmargen angesichts des laufenden Preiskampfes empfindlich getroffen werden. Samsung könnte als einer der wenigen Konzerne diese Kosten auffangen - und damit seine Vormachtstellung sichern. (APA, derStandard.at, 25.ß8.2012)

 

 

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Andriod Sync für OSX? - iSheep ohne iPhone

Hm, mir ist das iPhone auch viel zu teuer, deshalb hab ich auch keins. (Brauch es auch nicht wirklich - für mich wären grad manche maps-Anwendungen von Interesse.)
Als 'schon-immer-Mac-User' bin ich zwar auch nicht sehr begeistert davon, daß mein favouriteOS zum frontend des Apple Store verkommt, aber meine drei Macs halten sicher noch 10 Jahre und funktionieren einfach vor sich hin... Win kommt bei mir nur über Parallels zum Einsatz, für gewisse Insellösungen (wie zB Nokia Sync)...

Hätte ja die größte Lust auf ein Samsung Smartphone so um 200 Euro, das ist die Schmerzgrenze, aber wie bring ich das mit Adressen, iCal und iCloud zusammen?

*blök*
(= ein iSheep ohne iPhone)

Ein Google-Account

... synct Kontakte & Kalender von OS X/Android/iPhone zu OS X/Android/iPhone.

Wäre aber ohne iCloud - aber wozu noch iCloud wenn der Smartphone-Sync eh nicht funkt? Die Lösung mit dem Google-Account hat den Vorteil Sie brauchen nicht mind. 10.7 (iCloud-Vorrausetzung)

Android sollte (hoffe ich) Zugang zu CalDAV und CardDAV haben. Dementsprechend brauchst du folgende Adressen:
E-Mail Adressen: http://support.apple.com/kb/HT4864... cale=de_DE
Kalender: p03-caldav.icloud.com
Kontakte: p03-contacts.icloud.com
Diese sollte man normalerweise irgendwo als "Kalender-Server" oder "Kontakte-Server" eingeben können. Ob sie funktionieren weiß ich nicht da ich WP7 habe. Ansonsten nach "CalDAV icloud" "CardDAV icloud" googeln. Dokumente Sync geht nicht.

Das Urteil kann nicht halten...
http://www.groklaw.net/article.p... 2510525390

Die Urteilsfindung war derart ungenau und voller Fehler und noch dazu war der Sprecher der Jury selber Inhaber eines Trivialpatents.

Nur weil ich einen Markt mitbegründe, heißt das nicht dass ich den Markt Besitze.

Jahrelang hat man zum Thema Trivialpatente ausnahmslos kritische Stimmen und Beschwerden gehört, aber kaum schlägt sich Apple auf die Seite der Patenttrolle gibt es hunderte an Gehirntod leidende Lemminge welche dies unterstützen.

Vielen, vielen Dank für den Link!!!

Ist ja absurd, was da stattfand...

Ein Kommentar beschreibt es recht fein:
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Clearly the jury did not follow the law...
or instructions AND they did so in an outrageously blatant manor. Proud of it,
actually.
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Vielen Dank nochmals. Damit scheint sehr wahrscheinlich, dass Samsung gute Karten für eine Berufung hat - und sei es nur, dass die Strafzahlung empfindlich gesenkt wird.

Apple verliert also.

Samsung zieht das ewig hin und Apple sieht erst in zig Jahre ein paar Dollar. Nur ist das iOS dann nicht mehr bei 16% Marktanteil weltweit, da die Abwärtsbewegung sich fortsetzt.

Der Markt entscheidet und nicht die Gerichte. Und der hat längst entschieden. Android 68% iOS 16%.

Apple lernt es einfach nicht. Sie haben in den 1990ern denselben Fehler gemacht als sie Microsoft klagten. Auch damals haben fanboys gehofft, dass ein Gerichtsurteil Windows verbieten könnte. Und trotz etlicher Zwischensiege, die genauso unbedeutend wie dieser hier waren, stand Apple am Ende der 1990er vorm Konkurs.

Its the economic, Apple. Die Gerichte sind belanglos. Da liefert ihr nur Gratiswerbung für Samsung, weil die jetzt cooler sind.

häh?!

1.) die paar dollar sind wurscht - es ging ums prinzip und die abschreckende wirkung für die konkurrenz.

2.) tolle marktanalyse - das is fast wie: alle deutschen autokonzerne gemeinsam verkaufen mehr fahrzeuge als GM - sieht zwar toll aus, aber weder motorola noch htc können durch die verkauften zte oder samsung geräte überleben...

3.) apple stand kurz vor dem konkurs, weil sie ihr os an clone-hersteller lizenziert hatten - raten sie mal, warum apple keine iphone-clones haben will...

apple war, ist und wird auch weiterhin ein hardware-produzent sein... und zwar im prämium-segment... wer die nette und intuitive software nutzen will, muss die teure hardware kaufen...

Wie bitte?

"apple war, ist und wird auch weiterhin ein hardware-produzent sein"

Welche Hardware produziert Apple?
Apple lässt doch nur produzieren!

Mein Gott, ist das peinlich...

Samsung

produziert zu einem großen Teil auch bei Foxconn. Wie so ziemlich jede andere IT-Firma auch ;)

prämium-segment

leitet sich wohl aus den prämien ab, die jene manager bekommen die weit überteuerte hardware verkaufen.

naja peter -so einfach ist das nicht

denn das urteil kann noch ordentlich folgen haben, weil "richtungsweisend"...

die trivialpatente sind trivial keine frage - die haben allerdings weder apple erfunden, noch sind sie die einzigen die sie einsetzen...

es geht um folgendes, für ein paar patente erhält zB Microsoft für jedes verkaufte android phone knappe 29 USD netto. So könnts den Mitbewerbern mit Apple auch gehen.... und irgendwann ist android dann für die Hersteller weit weg von "kostenlos", wenn sie an Microsoft 29 USD abdrücken müssen - und noch eine Summe an Apple... dann ists für die vlt. interessant wieder ihr eigenes süppchen zu kochen... oder die geräte werden teurer, oder der gewinn schrumpft.

und zum 100ten mal. android ist ein Betriebssystem, iphone ein Telefon

Was hat Androids Marktanteil nun konkret mit Samsung zu tun? Aus deinem Posting lese ich nichts Konkretes heraus. Du vergleichst Äpfel mit Birnen und Weintrauben.

Der Krieg gegen Samsung...

... wird von vielen als Stellvertreterkrieg gegen Android gesehen.

Die Leute stimmen Peter zu... hmm... die Forendiskussion der nächsten 3 Tage wird immens sinnfrei sein wenn die Leute schon einem realitätsfernen Dauerlügner glauben...

Warum? Es ist das typische Gebrabbel. Apple verliert, Apple stirbt, Apple ist schon lange tot, Apple kann nur verlieren, Konkurs, Konkurs, Konkurs, verdrehte Geschichtsstunde ala Peter, Gebrabbel Gebrabbel. Sorry, aus seinen Finger fließt selten irgendwas sinnvolles zu diesem Thema, teilweise ist es einfach eindrucksvoll wie sich jemand die Welt so drehen kann dass alles für ihn in seinen Augen so ist wie es sein soll.

tja, es gibt Menschen die den Inhalt eines Postings bewerten und nicht denjenigen der es schreibt...

Ich geh mal davon aus dass dies eine Fähigkeit ist welche Leute die nur einer Marke nachlaufen nicht haben.

der inhalt ist aber wie immer großteils blödsinn. apple verdient auch mit weniger marktanteil wesentlich besser als andere hersteller. und es hat keinen sinn den marktanteil an der verbreitung des os zu messen, da sich den android anteil ja auch mehrere hersteller teilen müssen. und die 1 milliarde schadenersatz spielt bei dem berg cash, auf dem apple derzeit sitzt, auf jahre hinaus einfach keine rolle. klar, irgendwann wird's auch bei apple wieder runtergehen. um das zu wissen muss man aber kein großer prophet sein, aber wer meint, es ginge jetzt schon bergab, sollte sich vielleicht mal den letzten geschäftsbericht zu gemüte führen.

Der Smartphonemarkt ist stark wachsend, Gewinne muss man also relativ zur allgemeinen Marktentwicklung sehen, und da ist die Tendenz klar.

Ebenso hat Apple seit dem ersten iPhone nichts verändert und keine nennenswerten Innovationen gebracht.
Ständige Patentverfahren helfen dem Image auch nicht, und wenn dieses Urteil aufgehoben wird (was mittlerweile sehr wahrscheinlich ist, wegen groben fehlern der Jury) wirds nicht besser.
Die Entwicklungsabteilung steht still, während der Aktienkurs nach Innovationen lechzt.

sie schreiben auch nur des schreibens wegen, oder? echt wirres zeug. "der aktienkurs lechzt nach innovationen" – hat er ihnen das persönlich mitgeteilt?

ein Aktienkurs stellt nicht den aktuellen Wert eines Unternehmens da, er ist der Wert den die Investoren glauben dass Apple einestages wert sein wird.
Wird Apple diesen Anforderungen nicht gerecht, so sinkt die Aktie.

Umso weiter der Aktienwert vom aktuellen Umsatz/Gewinn abweicht, desto mehr glauben die Investoren daran dass das Unternehmen einen rapiden Wertanstieg erleben wird.
Sprich: bei einem Technologieunternehmen: Innovationen erfunden werden.

Ist der Aktienwert so weit gestiegen dass das Unternehmen den Anforderungen niemals gerecht werden würde, so ist das eine Blase. Und Blasen platzen.

und was genau hat das jetzt noch mit meinem ursprünglichen posting zu tun?

ahm... hast du gelesen was du geschrieben hast?! o.O

Meine Erinnerung ist noch so frisch, daß damals Microsoft...

... nicht nur der größte Lieferant von Anwendungsprogrammen für Apple Computer war (MS Office), sondern letztlich mit seinen Geldspritzen auch Apple vor dem Konkurs rettete.

MS setzte sich durch seine großzügige Lizensierungspolitik durch - wer als Computerhersteller DOS und Windows wollte, bekam es auch. Android revolutioniert als Open Source-Linux-Derivat die mobilen Kommunikationsgeräte nun ähnlich wie einst Windows die PCs. Ob dann aber die Open Source-Community Apple retten wird?

Dr. Heinz Anderle, offenen Standards und Normen verpflichteter Freigeist

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